Das Zentrum der ungarischen Hauptstadt Budapest ist derzeit abgesperrt. Denn am (heutigen) Dienstag finden unter massiver Polizeipräsenz Großdemonstrationen im Rahmen des Nationalfeiertages zum Gedenken an den Volksaufstand von 1956 statt. Die außerparlamentarischen Oppositionsbewegungen Szolidaritas und MILLA ("Eine Million für die Pressefreiheit") haben zum Protest gegen die Regierung des rechtskonservativen Ministerpräsidenten Viktor Orban aufgerufen. Orban-Anhänger wiederum veranstalten einen "Friedensmarsch" für den Premier, der um 16.00 Uhr vor dem Parlament eine Rede hält. Hunderttausende Menschen werden zu den Veranstaltungen erwartet.
Die übergewerkschaftliche Szolidaritas beginnt ihre Aktion um 14.00 Uhr am Budaer Brückenkopf der Kettenbrücke. Dann werden sich die Demonstranten der um 15.00 Uhr am Pester Brückenkopf der Elisabeth-Brücke beginnenden MILLA-Demonstration anschließen. Hier werden Peter Juhasz von MILLA, Peter Konya von Szolidaritas und der Ex-Krisenpremier Gordon Bajnai sprechen. Medien spekulieren darüber, ob Bajnai bei seinem Auftritt ein Comeback in die Politik verkünden wird. Wie Cheforganisator Juhasz gegenüber der APA betonte, will die Vereinigung MILLA ihre Rolle ausbauen und rechnet mit einer hohen Teilnehmerzahl.
Große Hoffnungen werden in Bajnai gesetzt, der als parteiloser Wirtschaftsexperte nach dem Rücktritt des sozialistischen Premiers Ferenc Gyurcsany 2009 bis 2010 das Regierungsruder übernahm. Bajnai gelang es, Ungarn vor dem Staatsbankrott zu retten. Nun gehen die Hoffnungen dahin, dass Bajnai die zersplitterte Opposition einen und dank seiner Glaubwürdigkeit die unentschlossenen Wähler für sie gewinnen könnte. Auch die oppositionellen Sozialisten (MSZP) und die Grünen (LMP) forderten ihre Anhänger auf, an der Großkundgebung der MILLA teilzunehmen.
Obwohl die beiden Lager räumlich nicht weit voneinander entfernt demonstrieren, rechnet die Polizei nicht mit einer Wiederholung der Ereignisse von 2006, als es zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten und zu zahlreichen Verletzten kam. In den Medien wurde unterdessen die Frage gestellt, wer wohl den "Zahlenkrieg" hinsichtlich der Anzahl der Demonstranten gewinnen werde: der regierungsfreundliche "Friedensmarsch" oder die MILLA-Demonstration.
(APA)
Baustellen, Pleiten, SkandaleDer US-Präsident ringt um seine Glaubwürdigkeit
Staatsbürgerschaftstest neuKönnten Sie Österreicher werden?
Zitate der Woche''Die Ehre lasse ich mir nicht abschneiden''
X-47BGroßdrohne hebt erstmals von Flugzeugträger ab
''Kim on Tour''Der Diktator als Pappkamerad
