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Ungarn: Großdemos im Gedenken an Volksaufstand 1956

23.10.2012 | 07:31 |   (DiePresse.com)

Die Opposition hat zu Protesten gegen die Regierung von Ministerpräsident Orban aufgerufen. Dessen Anhänger marschieren ebenfalls. Ein Polizei-Großaufgebot ist im Einsatz.

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Das Zentrum der ungarischen Hauptstadt Budapest ist derzeit abgesperrt. Denn am (heutigen) Dienstag finden unter massiver Polizeipräsenz Großdemonstrationen im Rahmen des Nationalfeiertages zum Gedenken an den Volksaufstand von 1956 statt. Die außerparlamentarischen Oppositionsbewegungen Szolidaritas und MILLA ("Eine Million für die Pressefreiheit") haben zum Protest gegen die Regierung des rechtskonservativen Ministerpräsidenten Viktor Orban aufgerufen. Orban-Anhänger wiederum veranstalten einen "Friedensmarsch" für den Premier, der um 16.00 Uhr vor dem Parlament eine Rede hält. Hunderttausende Menschen werden zu den Veranstaltungen erwartet.

Die übergewerkschaftliche Szolidaritas beginnt ihre Aktion um 14.00 Uhr am Budaer Brückenkopf der Kettenbrücke. Dann werden sich die Demonstranten der um 15.00 Uhr am Pester Brückenkopf der Elisabeth-Brücke beginnenden MILLA-Demonstration anschließen. Hier werden Peter Juhasz von MILLA, Peter Konya von Szolidaritas und der Ex-Krisenpremier Gordon Bajnai sprechen. Medien spekulieren darüber, ob Bajnai bei seinem Auftritt ein Comeback in die Politik verkünden wird. Wie Cheforganisator Juhasz gegenüber der APA betonte, will die Vereinigung MILLA ihre Rolle ausbauen und rechnet mit einer hohen Teilnehmerzahl.

Revolution 1956
Ab 23. Oktober 1956 begannen große Teile der ungarischen Bevölkerung, sich gegen die kommunistische Herrschaft aufzulehnen. Nachdem Regierungstruppen auf friedliche Studentendemonstrationen feuerten, kam es zum Volksaufstand. Die Armee unterstützte die Revolution. Die Einparteiendiktatur wurde abgeschafft, Ungarn trat aus dem Warschauer Pakt aus. Am 4. November begannen Sowjettruppen aber einzumarschieren. Premier Imre Nagy und hunderte weitere wurden hingerichtet. Hunderttausende Ungarn mussten flüchten. Der Westen ignorierte Hilferufe der jungen Demokratie aus Angst vor einem Krieg mit der Sowjetunion.

Große Hoffnungen werden in Bajnai gesetzt, der als parteiloser Wirtschaftsexperte nach dem Rücktritt des sozialistischen Premiers Ferenc Gyurcsany 2009 bis 2010 das Regierungsruder übernahm. Bajnai gelang es, Ungarn vor dem Staatsbankrott zu retten. Nun gehen die Hoffnungen dahin, dass Bajnai die zersplitterte Opposition einen und dank seiner Glaubwürdigkeit die unentschlossenen Wähler für sie gewinnen könnte. Auch die oppositionellen Sozialisten (MSZP) und die Grünen (LMP) forderten ihre Anhänger auf, an der Großkundgebung der MILLA teilzunehmen.

Obwohl die beiden Lager räumlich nicht weit voneinander entfernt demonstrieren, rechnet die Polizei nicht mit einer Wiederholung der Ereignisse von 2006, als es zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten und zu zahlreichen Verletzten kam. In den Medien wurde unterdessen die Frage gestellt, wer wohl den "Zahlenkrieg" hinsichtlich der Anzahl der Demonstranten gewinnen werde: der regierungsfreundliche "Friedensmarsch" oder die MILLA-Demonstration.

(APA)

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14 Kommentare
Gast: joskapeppi
25.10.2012 00:32
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Verzweifelt gegen das neue Wahlgesetz

mein kommentar aus Budapest.
Ungarische politik ist momentan recht komplex bzw viele aspekte sind aus westlicher sicht schwierig zu verstehen.
Es geht hier uA darum, verzweifelt einen Tanzwettbewerb zu gewinnen, in welchem die Orbán-Fidesz die Tanzschritte jerderzeit neuschreiben kann:-) Da im besitz der 2/3 mehrheit (mit 54% der stimmen rechtmäßig erworben) schreiben sie u.A. auch das Wahlgesetz im alleingang um. Natürlich so, dass es für sie am günstigsten ist; zB. werden stimmen für die größte Partei - das ist und bleibt zunächst Fidesz - viel effizienter in Parlamentssitze umgewandelt als für kleinere (noch stärker als bisher). Dh. eine Oppositiion bestehend as 3-4 parteien bräuchte zusammen viel mehr stimmen als 50% um 50% der Mandate zu bekomnen.
(Es gibt natürlich unzählige weitere details, wahlkreise neu ziehen, wähler müssen sich jetzt registrieren, etc.)

Also, versucht die eigentlich zersplitterte opposition - sie stehen zT. in direkter konkurrenz, und das ist normaleweise gut so - verzweifelt in irgendeiner form geeint aufzutreten - schwierig, denn viele wähler von Partei A sie gerade deswegen wählen damit die Alte Garde (dh. die sozialisten, aber Bajnai stand ihnen leider auch nahe) endlich verschwindet.... Orbán hat mit dem Wahlgesetz sehr schwierige bedingungen geschaffen, und er kann die regeln auch jederzeit ändern, mit 2/3, ist formal alles völlig legitim:-(
Ich hab denen keine 2/3 gegeben!

Gast: zwief
23.10.2012 19:47
0 2

verstehe!!

das Menschen gegen einen Ministerpräsident (der die Pressefreiheit ignoriert, ständig die Verfassung änder wie es Ihm passt und auch noch das Wahlrecht ändern will) auf die Strasse gehen ist doch nur verständlich! Für mich sieht das nur noch begrenzt nach "Demokratie" aus was da in Ungarn grad abgeht. Ich bin regelmässig und gern in diesem schönen Land und kann den Menschen da nur wünschen das sich Orban nicht mehr lange hält.

Gast: justerix
23.10.2012 15:44
2 0

Ungarn - Gedenken an 1956

1956 haben die Ungarn versucht, sich gegen den Kommunismus zu wehren und heute demonstrieren an diesem Gedenktag die ungar.
Sozialisten (Nachfolger der Kummerln?). Da kann man 0rban nur recht geben.

Die Sozialisten feiern die Niederschlagung der 56er Revolution

die Ungarn sind sehr tolerant, dass sie dieser mörderischen Ideologie Platz zum marschieren geben.

Antworten Gast: seismog
23.10.2012 14:14
0 0

Re: Die Sozialisten feiern die Niederschlagung der 56er Revolution

sie feiern die auflehnung gegen den großen bruder und rufen zum protest gegen die regierung orbans.

Antworten Antworten Gast: Bolta
29.10.2012 20:11
0 0

Re: Re: Die Sozialisten feiern die Niederschlagung der 56er Revolution

Die Ungarn protestieren gegen die Regierung Orbán und Lendvai wird Buchhändler.

Gast: Piroschka
23.10.2012 11:37
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Österreichische Presse

mich wundert es nicht mehr, dass in den österreichischen Medien ständig gegen Ungarn gehetzt wird. Natürlich weiss jeder, was dahinter steckt. Bitte so weiter, weiss eh jeder, wie unabhängig die Presse (inkl. Rotfunk) ist.
Aber besser ist von den eigenen Problemen ablenken und "die armen Ungarn" '(und auch andere Nationen) bemitleiden. Es ist alles soooo verlogen!!!

Antworten Gast: fj
23.10.2012 12:31
0 2

Re: Österreichische Presse

wo erkennen Sie hier Hetze?
würde mich interessieren.

Antworten Antworten Gast: fj
23.10.2012 14:15
0 1

passt schon, Sie brauchen nicht zu antworten, habe ich auch nicht erwartet

ein rotes stricherl reicht

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Wenn Linke von Pressefreiheit reden,

ist das irgendwie bizarr.

Re: Wenn Linke von Pressefreiheit reden,

das stimmt die linken Stasifans wissen nicht was Pressefreiheit ist!

Antworten Gast: lolobo
23.10.2012 12:29
0 1

Re: Wenn Linke von Pressefreiheit reden,

immer von Linken und Rechten zu reden ist bizarr... dazwischen kennen Sie offenbar nichts.

Gast: Piroschka
23.10.2012 09:28
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Ein Witz - grosse Hoffnungen auf Bajnai ?????

das ist wieder die westliche Propaganda, die Unwahrheiten verbreitet. Wahrscheinlich sie wollen Bajnai....

Kein normaler Ungar will Bajnai, er hat gar nicht in Ungarn gerettet, umgekehrt, hat viel Schaden verursacht, genauso wie Gyurcsány, natürlich möchte gerne wieder an die Macht (wird von liberalen in USA unterstützt) aber er hat keine Chancen, er hat es verspielt.
Diese alte kommunistische Garnitur soll endlich verschwinden. Sie sollen froh sein, dass sie noch nicht verhaftet sind, da sie echte Diebe sind.

Gast: Novaris
23.10.2012 09:08
3 2

Der "Experte"

Presse:"Große Hoffnungen werden in Bajnai gesetzt, der als parteiloser Wirtschaftsexperte nach dem Rücktritt des sozialistischen Premiers Ferenc Gyurcsany 2009 bis 2010 das Regierungsruder übernahm. Bajnai gelang es, Ungarn vor dem Staatsbankrott zu retten"

Bitte nicht vergessen :
Bajnai war in der Regierung des sozialistischen Premiers Ferenc Gyurcsany Finanzminister und arbeitete später als "Experte" und Regierungschef exzellent mit dem I W F
zusammen. Das ist in der Tat eine Empfehlung für ein "neues" Ungarn.
Anzunehmen ist, dass Bajnai einige in Griechenland zu besichtigende Programme auch sehr "wirkungsvoll" für Ungarn übernehmen könnte.