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Nationalfeiertag: 250.000 Ungarn demonstrieren

23.10.2012 | 16:30 |   (DiePresse.com)

Orban-Anhänger nehmen an einem "Friedensmarsch" teil. Auch Gegner der Regierung demonstrieren. Ex-Premier Bajnai kündigt sein Polit-Comeback an.

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Heute gehen in Budapest im Rahmen des Nationalfeiertages zum Gedenken an die Revolution von 1956 Großdemonstrationen über die Bühne - und zwar für und gegen die Regierung von Viktor Orban. Insgesamt soll es bereits mehr als 250.000 Teilnehmer gegeben haben, das Polizeiaufgebot ist dementsprechend groß.

Im Zuge des "Friedensmarsches" der Anhänger des rechtskonservativen Premiers Orban gingen auch Sympathisanten aus Polen auf die Straße. Sprüche auf Transparenten ließen Orban und seine Regierung hochleben. Der Marsch, an dem laut Ungarischer Nachrichtenagentur MTI 150.000 Menschen teilnahmen, endet auf dem Kossuth-Platz vor dem Parlament, wo der Premier eine Rede halten sollte.

Zeitgleich folgten mehr als 100.000 Menschen dem Aufruf der außerparlamentarischen Oppositionsbewegungen MILLA ("Eine Million für die Pressefreiheit") und der übergewerkschaftlichen Szolidaritas zu einer Großkundgebung an den Pester Brückenkopf der Elisabeth-Brücke, wie das Klubradio berichtete. Ex-Premier Gordon Bajnai (2009-2010) kündigte dabei in einer Rede seine Rückkehr in die Politik an. Was er genau plant, sagte er nicht. Bajnai kritisierte die rechtskonservative Regierung, unter der das Land in Angst und Armut lebe und betonte, diese Regierung müsse gehen.

Ex-Regierungschef Ferenc Gyurcsany, Vorsitzender der opppositionellen Demokratischen Koalition (DK), betonte auf der Kundgebung seiner Partei am Dienstag, Bajnai solle der gemeinsame Spitzenkandidat der Opposition bei den Parlamentswahlen 2014 sein.

Nationalisten blockieren Grenzstraße

Ungarische Nationalisten haben am Montag eine Spur der Straße, die Bratislava mit der ungarischen Nachbargemeinde Rajka verbindet, blockiert. Grund des Protests war ein Werbeplakat eines slowakischen Bauunternehmens, das sein Projekt in Rajka "Bratislava VI" genannt hatte, wie die Nachrichtenagentur CTK unter Berufung auf die slowakische Tageszeitung "Sme" am Dienstag berichtete.

"Rajka wird niemals der sechste Bezirk von Bratislava werden", stand auf dem Transparent, das die ungarischen Demonstranten - darunter auch Mitglieder der rechtsextremen Jobbik-Partei - hochhielten. Der Bauunternehmer hat sich bereits für die Namensgebung entschuldigt und das Bauprojekt in "Harmonie Rajka" umbenannt.

Nahe Bratislava gelegen ist das ungarische Grenzstädtchen Rajka auf dem besten Weg zu einem Vorort der slowakischen Hauptstadt zu werden. Viele Slowaken, die in Bratislava arbeiten, bevorzugen es in der nahe gelegenen Gemeinde zu wohnen, wo die Immobilienpreise deutlich niedriger sind. Etwa die Hälfte der 3.000 Einwohner sind Slowaken. Rajka ist über die Stadtautobahn zudem schneller erreichbar als manche abgelegene Randzonen auf slowakischer Seite, seit kurzem ist es zudem durch eine Stadtbuslinie angebunden.

(APA)

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5 Kommentare
Gast: jóskapeppi
24.10.2012 23:43
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Vielleicht formt sich eine Opposition

Ich war beim Milla-demo (winke euch auf dem bild zu :) Die offiziellen schätzungen sprechen von ca 20 000 demonstranten, und eben 400 000 beim MP-rede - aber wer traut denen schon voll? ich fürchte aber, die im Artikel erwähnte zahl von 100 000 beim Milla ist aber zu optimistisch, leider (aus meiner sicht). Naürlich war die 'Friedensdemo' von der Regierung kräftig unterstützt (transporte vom Land und Ausland), aber es ist trotzdem beachtlich.

Die ungarische innenpolitik ist glaub ich gerade zu kompliziert, um es schnell in einem Artikel zu erklären. Ein wesentlicher aspekt ist der neue - von der Orbán-Fidesz-Regierung zurechgebastelte - Wahlgesetz, dass denen de facto einen großen vorteil gewährt. ZB. dadurch dass sie der größten Partei kräftig 'unter die Arme greift' (das ist und bleibt Fidesz) D.h. eine zersplittert auftretende Opposition (2-3-4 parteien) müßte zusammen viel mehr als 50% kriegen um 50% der mandate zu kriegen.
Daher das große, faßt hoffnungslose aber verzweifelte Ringen um das geeinte auftreten, das ist was Milla und Bajnai erreichen wollen, sagen sie.
Dabei kann die 2/3 parlament auf Orbáns Wink wieder das Wahlgesetz ändern, völlig ohne konsultation. Ja, keine ahnung wie wir so dumm sind, 2/3 einer einzigen partei zu geben. Ich wars nicht!

Gast: Hund
24.10.2012 13:50
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Marie

Eine Frage. War jemand von Ihnen einmal in Budapest gewesen? Ich glaube nicht, weil ihre Artikeln sind voll mit Fehlern. Wenn jemand kennt den langen weg, von Széna platz bis Kossuth platz, kann so etwas nicht reden. Und dieser Weg war voll.
Ich war auch jetzt dabei, - da waren mehr, als 400 000 Leute beim Kossuth Platz, cca. 20 000 Menschen beim Milla, und cca 1000-e bei Gyurcsány.
Paul Lendvay ist ja ein sehr alter Herr, schon lange nicht zuhause gewesen, was er sagt, gehört zur Kategorie "Boshaft und Vergesslichkeit"
khv

Gast: Vova
23.10.2012 18:57
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IM Schätzung

Laut offizielle Schätzung des Ungarischen Innenministerium waren ca. 400.000 Leute am Kossuth Platz, beim Orbán Rede, und nur ca. 20.000 bei dem MILLA, und Bajnai Rede. 150.000 beim Marsch stimmt.

Gast: Pedro
23.10.2012 18:38
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Beitrag aus dem Topf "Moderne Einheitsware"

Warum schreiben Sie, wenn Sie nicht wissen was politisch in Ungarn abläuft? Wissen Sie was der Eiserne Vorhang war? Ich glaube eher nicht.

Orban und Jobbik

verteidigen das Territorium mitten in Europa,
am besten wieder einen eisernen Vorhang um das Land,zum Schutz gegen die Bösen