Das EU-Parlament in Straßburg hat am Freitag das "feige Attentat" gegen das 14-jährige pakistanische Mädchen Malala Yousafzai durch Taliban auf das Schärfste verurteilt. Dem Mädchen wurde auf dem Weg in die Schule in den Kopf geschossen. Sie überlebte. In einer Entschließung der Abgeordneten werden auch die gemäßigten islamischen Kräfte in Pakistan aufgefordert, dieses Verbrechen zu verurteilen, andernfalls werde es durch Schweigen hingenommen.
Die Parlamentarier verwiesen darauf, dass in den vergangenen Jahren mehr als 1000 Angriffe auf Schulen in Pakistan stattgefunden hätten. Für die betroffene Bevölkerung sei es nicht einfach, sich gegen Kräfte wie die Taliban aufzulehnen, wenn Familienangehörige bedroht und ermordet werden, wenn die Kinder in die Schule geschickt werden. Die Regierung in Pakistan müsse nun den Aufschrei, den es gegen diese schreckliche Tat weltweit und auch im Land selbst gebe, unterstützen und gegen die Terroristen vorgehen.
EU will Taliban aufhalten
Es gehe derzeit sogar so weit, dass Ärzte, die dem schwer verwundeten Mädchen helfen wollten, mit Mord bedroht werden. Wenn aber nicht in Bildung investiert werde, sei die Gefahr groß, dass die Jugend statt Bücher Waffen erhalten. Deshalb sei es wichtig, die Unterdrückungskräfte der Taliban aufzuhalten. Eine Grundschulerziehung müsse für alle Kinder möglich sein. Dazu sollte auch die EU beitragen. In Pakistan gingen derzeit sieben Millionen Kinder nicht in die Schule. "Auch aufgrund der Bedrohung. Viele Eltern fürchten sich, ihre Kinder in Schulen zu schicken".
EU-Forschungskommissarin Maire Geoghegan-Quinn zeigte sich schockiert angesichts des Schadens durch das Attentat, mit dem ein Klima der Bedrohung und Unterdrückung gefördert werde. Die Unterstützung für demokratische Institutionen in Pakistan sei von seiten der EU deshalb besonders wichtig. Nach der großen Empörung könne nicht zugelassen werden, dass in Pakistan durch extremistische Einstellungen die Zukunft der Kinder gefährdet werde. Deshalb unterstütze die EU klar jene Kräfte in Pakistan, die gegen den Terrorismus eintreten.
(APA)
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