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US-Wahlkampf: Eine Zitterpartie für den Präsidenten

26.10.2012 | 18:45 |  von THOMAS VIEREGGE (Die Presse)

Barack Obama muss um seine Wiederwahl bangen, im Weißen Haus macht sich Nervosität breit. Herausforderer Mitt Romney strahlt Zuversicht aus, er verspürt Auftrieb.

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Washington. Im Wahlkampfhauptquartier Obamas in Chicago tickt der Countdown: Bis auf die Sekunde genau zählt die Digitaluhr die verbleibende Zeit bis zur Wahl am 6. November herunter. Als der heisere Präsident in der Nacht zum Freitag bei einem Zwischenstopp in seiner alten Heimat bereits vorzeitig seine Stimme abgab, fand er allerdings keine Zeit für eine Stippvisite in seiner Wahlkampfzentrale. Auf einer 40-stündigen Blitztour durch acht Bundesstaaten, die ihn von der Ost- an die Westküste und wieder retour führte, hatte er sich in der Präsidentenmaschine „Air Force One“ lediglich drei Stunden Schlaf gegönnt.

Barack Obama ließ die Zickzacktour durch die USA nicht ungenutzt verstreichen. Aus dem Flugzeug rief der Präsident Wähler an, und er gab Interviews in Serie. Eine salopp formulierte Passage im Magazin „Rolling Stone“ ließ indessen aufhorchen. „Die Kids haben einen guten Instinkt. Sie erkennen, dass der andere Kerl ein ,Bullshitter‘ ist.“ Das lässt sich noch freundlich mit „Schwatzkopf“ übersetzen. Prompt entrüsteten sich die Republikaner, die Aussage verrät aber auch die Stimmungslage im Weißen Haus.

Während sich im demokratischen Lager im Wahlkampf-Finish zunehmend Hektik und Nervosität breitmachen, strahlt der republikanische Herausforderer Mitt Romney demonstrativ Zuversicht aus. Siegesgewiss verkündete er einen „großen Wandel“. Er verspürt Auftrieb in den Umfragen, die wachsenden Zuschauermengen bei seinen rastlosen Auftritten verleihen ihm einen zusätzlichen Motivationsschub. Ist es Bluff, wenn er behauptet: „Obama gleitet die Wahl aus der Hand.“ Dreht sich das Rennen?

Nach einer nationalen Umfrage von „Washington Post“ und dem TV-Sender ABC liegt Romney drei Prozentpunkte vor dem Präsidenten, in den entscheidenden „Swing States“ holt er Terrain auf. In Florida, Virginia und North Carolina liegt er mehr oder weniger knapp in Führung, in Colorado herrscht Gleichstand. Für einen Wahlsieg muss der Republikaner freilich noch mindestens zwei, drei andere Bundesstaaten gewinnen – beispielsweise entweder Iowa, New Hampshire und Wisconsin oder Ohio, jenen Staat, auf den sich im Wahlkampffinale alles konzentrieren wird.

 

Ohio als „Firewall“

Das Obama-Team betrachtet Ohio als „Firewall“, als Teil der Schutzmauer, die eine Wiederwahl garantieren soll. Doch der Vorsprung ist geschrumpft, das Momentum – die Dynamik – ist aufseiten der Republikaner. In Ohio tobt die Wahlschlacht derzeit am heftigsten, und hier wird in der kommenden Woche ein wahres „Werbebombardement“ niedergehen. Obama wie Romney lancieren eine massive Schlussoffensive. Mittlerweile gehen Experten davon aus, dass beide Lager je eine Milliarde Dollar allein in die Präsidentschaftskampagne investieren.

Wie vor vier Jahren sicherte sich der Präsident zwar erneut die Unterstützung des ehemaligen republikanischen Außenministers Colin Powell, doch bei weißen Wählern – vor allem Männern – weist er nach Umfragen ein eklatantes Manko auf, einen zweistelligen Rückstand. Im Finish werden die Demokraten daher alles versuchen, ihre Anhänger zu mobilisieren – insbesondere Frauen und Minoritäten.

Womöglich ergibt sich – wie im Jahr 2000 im Duell zwischen George W. Bush und Al Gore – das paradoxe Szenario, dass einer (Romney) die absolute Stimmenmehrheit gewinnt, der andere (Obama) aber die Mehrheit der nötigen Wahlmännerstimmen. Es steht eine Zitterpartie bevor.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.10.2012)

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63 Kommentare
 
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Mwahahaha!

Herr Vieregge macht sich schon ins Hemd. LOL.

Für Europa geht es bei der Wahl nicht um mehr oder weniger Dollardrucken für die ungerechte Welt

für uns geht es um Krieg oder hoffentlich Frieden. Obama hat nicht u wird keinen Krieg beginnen. DAS ist das Wichtigste. Alte Kriege laufen noch Jahre in Afghanistan, Irak, Lybien ... und zulasten unserer Kultur, dank Koran-Demokratie-

Re: Für Europa geht es bei der Wahl nicht um mehr oder weniger Dollardrucken für die ungerechte Welt

hat keinen Krieg begonnen?wo leben Sie denn eigentlich?was ist mit Lybien und dem verdeckten Krieg in Syrien und die Drohnenbombardements in Pakistan und co.???

Gast: PÖHSE
27.10.2012 16:11
2 1

Die zwei Hampelmänner sind ALLES ,



was Amerika als Präsident zu bieten hat ?

Lächerlich !

Re: Die zwei Hampelmänner sind ALLES ,

da kannst ja mit der österreichischen riege mal so richtig glänzen!

1 0

Pfft,

So ein Szenario (wie 2000 Bush vs. Gore) wäre nicht "paradox", sondern unfair.

Gast: ZARA
27.10.2012 13:50
5 4

Es ist glasklar, dass hier die übliche rechte Meute gegen den Obama verbal mobil macht! Schließlich ist er SOZIAL und da schrillen im blauumnachteten Grottenolm-Reich die Luftschutzsirenen!

Wäre er ein rechter Hetzer, dann hätte er in der Presse die beständigste Fän-Gemeinde!
Gebt es doch zu!

Antworten Gast: PÖHSE
27.10.2012 15:01
2 2

Re: Es ist glasklar, dass hier die übliche rechte Meute gegen den Obama verbal mobil macht! Schließlich ist er SOZIAL und da schrillen im blauumnachteten Grottenolm-Reich die Luftschutzsirenen!



?

Ob Romney oder Obama macht nicht viel Unterschied

Die USA befindet sich wie Europa in einer schweren Krise. Nur mit einem mächtigen Überwachungs- und Polizeiapparat und großen Gefängnissen lässt sich die Ruhe aufrecht erhalten.

Eine der Hauptursachen ist der Bevölkerungswandel durch Einwanderung aus den lateinamerikanischen Staaten.

Die USA hat gegenüber Europa einen entscheidenden Joker, eine moderne, einsatzfähige Militärmaschinerie. Diese haben sie immer schon eingesetzt wenn es für die Konzerne sinnvoll erschien.


Gast: Pensador
27.10.2012 12:58
6 4

Ein Umverteiler

Obama:
Ein "Umverteiler" nach linkem europäischen Vorbild.
Solche Leute wollen die Amis nicht. Schau nicht so viel was andere haben, sondern sieh, wie Du Dir selbst was schaffen kannst. Das ist dort die Parole. Und das ist gut so.

Gast: Hariko
27.10.2012 12:16
6 1

Spannend, dass in den Medien so oft von Zitterpartie oder Kopf an Kopf-Rennen geschrieben wird.

Wenn man sich die Umfragen und Wettquoten selbst genau anschaut (zB.: http://realclearpolitics.com) , findet man wirklich keinen Hinweis, dass Romney die Wahl gewinnen könnte. Die Realität ist zum Berichten aber nicht gerade spannend Falls on den USA aber die gleiche Histery verbreitet wird, wird Obama wohl wieder sehr hoch gewinnen.

Gast: BJK
27.10.2012 12:08
1 1

Weiße Männer

Ich halte es für gefährlich, dass Obama bei weißen Männern einen derartigen Rückstand hat. Er muss mehr tun auch diese für sich zu gewinnen. An sonsten läuft er Gefahr die Wahlen zwar zu gewinnen aber gegen die mächtigste Schicht regieren zu müssen. Wenn die Unzufriedenheit zunimmt, kann das negative Konsequenzen haben.

6 3

Spannende Zeit, in der wir leben!

Mitt Romney neuer US Präsident.

Biebermann gewinnt die Wahlen in Israel.

Nau serwas, dann steht die Menschheit im allgemeinen wieder einmal auf Messers Schneide.

Oktober 2013 verkümmert zu einer Nebensächlichkeit!

Vor den Wahlen versprechen (sich) Poliker zu viel,

das muss nicht, aber das kann bei einer Wiederwahl Konsequenzen haben; auch wenn dadurch Sympathisanten nur verärgert wurden und einfach auf die Wiederwahl pfeifen.

wenn Romney President wird...

koennen wir uns gleich mal auf die naechste wirtschaftskrise einstellen. Und auf ein paar kriege mehr. Witzig finde ich hier die kommentare von vielen US experten au lesen. Ich lebe seit 4 jahren in den staaten und kann offenbar von diesen experten noch viel lernen. Die wissen dinge, die hier sonst niemand weiss...

Re: wenn Romney President wird...

Kein Wunder bei der manipulierten Politlandschaft in der nur 2 Parteien publiziert werden die im "Endeffekt" das gleiche Ziel verfolgen (selten was von anderen Parteien gehört), gemischt mit einer weitgehend einheitlichen Mediendarstellung ....

Bitte?

Keine Ahnung woher der Autor die Quellen nimmt, aber wenn man sich die amerikanischen Berichte ansieht, dann räumen machen nichtmal mehr die Republikaner sich große Hoffnungen mit ihrem Kandidaten...

Romney ist in unzählige desaströse Fettnäpfchen getreten...

Vielleicht hat der Autor dieses Artikels ja bessere Quellen?

Re: Bitte?

man darf auch nicht die unglaublichen sager aus der zweiten reihe romney's nicht vergessen. die zweite reihe… jaja.

Kindergarten

ohne beleidigungen schaffens zukünftige US-Präsidenten heutzutage nicht zu kommunizieren! wo bleibt der respekt?!

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Obama ist ein in Europa völlig überschätzter Schaumschläger.


Antworten Gast: und was ist dann mitt romney?
27.10.2012 13:20
1 0

Re: Obama ist ein in Europa völlig überschätzter Schaumschläger.


Antworten Gast: ido
27.10.2012 00:49
6 1

Re: Obama ist ein in Europa völlig überschätzter Schaumschläger.

stimmt wahrscheinlich sogar, aber er ist für die USA, für Europa, und wohl auch für den Rest der Welt, die bei weitem bessere Alternative als Mitt Romney, da sowohl dessen wirtschaftliches, alsauch sein außenpolitisches Konzept, vor lauter Löchern und Ungereimtheiten nichtmal erkennbar ist.

Re: Re: Obama ist ein in Europa völlig überschätzter Schaumschläger.

während obama's ja klasklar ist;)!

Antworten Antworten Antworten Gast: ido
27.10.2012 18:53
0 0

Re: Re: Re: Obama ist ein in Europa völlig überschätzter Schaumschläger.

ja, ist es... ich hab es irgendwo weiter unten geschrieben, ich würde ihn nicht wählen, außer ev. wenn ich in einem Swingstate wohnen würde - aber seine Linie ist ganz klar, seine Konzepte sind (seit langem, das ist natürlich von Vorteil) vorhanden, und man weiß exakt (!) was er in den nächsten 4 Jahren machen will.
Bei Mitt Romney weiß ich nichtmal was er in den ersten 4 Wochen nach der Wahl machen will...

Gast: hunter666
26.10.2012 21:56
1 2

ein Jammer

und das alles weil Obama das erste Duell so verkackt hat

Für Herrn Obama sind wir Europäer terroristen!

Bei heimische Politiker wird die ÖVP gleich weinerlich wenn es um Europakritik geht. Aber gegen den europafeindlichen Obama traut sich die ÖVP keinen Muxa von sich zu geben!

Da verschärft der die Einreise aller Europäer nach Amerika, weil wir ja alle potenzielle Terroristen sein könnten und niemand sagt was.

Ganz im Gegenteil: Als Dank für diese Diskriminierung und Europafeindlichkeit übermitteln wir gleich unsere Polizeidaten an dieses Land, anstatt hier zu zeigen, dass man mit uns nicht so umspringt!

 
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