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Berlusconi will trotz Haftstrafe zurück in die Politik

27.10.2012 | 18:27 |   (DiePresse.com)

Er sieht die Verurteilung wegen Steuerbetrugs als Justizfehler und sich als Opfer eines Komplotts unter deutscher Führung. Als Spitzenkandidat will er aber nicht mehr antreten.

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Nach seiner Verurteilung zu einer vierjährigen Haftstrafe wegen Steuerbetrugs hat Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi angekündigt, weiterhin in der Politik zu bleiben. "Dieses Urteil wird Folgen haben. Ich fühle mich verpflichtet, weiterhin in der Politik zu bleiben, um die Justiz zu reformieren, damit anderen Bürgern nicht das geschieht, was ich erlebt habe", sagte Berlusconi im Interview mit seinem TV-Sender "Canale 5" am Samstag. In einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz wurde der 76-Jährige konkreter. Er werde nicht als Spitzenkandidat ins Rennen gehen, sich jedoch weiterhin für einen Wahlsieg des "gemäßigten Lagers" in Italien einsetzen.

Berlusconi ortet europäisches Komplott

Bei der Pressekonferenz bezeichnete sich Berlusconi als Opfer eines europäischen Komplotts unter deutscher Führung, mit dem er im November 2011 aus dem Premieramt gedrängt worden sei. Der Medienzar warf Deutschland in der Euro-Krise egoistisches Verhalten vor. Als Premier habe er sich gegen die Finanztransaktionssteuer und gegen den Fiskalpakt eingesetzt. "Deutschland hat die EU-Regierungschefs zu Beschlüssen getrieben, mit denen ich nicht einverstanden war", behauptete er.

Berlusconi drängte zu Verfassungsreformen, die die Kompetenzen des Premiers in Italien stärken könnten. Ohne tiefgreifende Reformen könne Italien nicht erneuert werden. Insbesondere die Justiz hat Berlusconi im Visier. "Italien ist keine Demokratie mehr, sondern eine Diktatur der Staatsanwälte. Das können wir nicht mehr ertragen", sagte er bei der Pressekonferenz.

Den Mailänder Richtern hat Berlusconi schwere Voreingenommenheit vorgeworfen. Es sei "unglaublich und lächerlich", dass man ihm Steuerhinterziehung in Höhe von 4,9 Millionen Euro im Jahr 2002 vorwerfe. "Dabei hat meine TV-Gruppe den Staatskassen allein in diesem Jahr 156 Millionen Euro an Steuern gezahlt", betonte Berlusconi, der sich als "unbescholtener Vater von fünf Kindern und Großvater von sechs Enkelkindern" bezeichnete.

Reaktion: Nur noch zum Lachen?

Berlusconis Comeback-Pläne lösten unterschiedliche Reaktionen aus. "Wir sind alle begeistert, wenn Berlusconi in die Politik zurückkehrt", sagt die Südtiroler Parlamentarierin von Berlusconis Partei "Volk der Freiheit", Michaela Biancofiore. "Ein Lachen ist die beste Antwort auf Berlusconis Worte", sagte der Präsident der Abgeordnete Gianfranco Fini, langjähriger Vertrauter des Medienzaren. Fini hatte sich vor zwei Jahren von Berlusconi politisch getrennt.

Auswandern als Alternative

Schon vorher hatte Berlusconi empört und verbittert auf die Verurteilung zu vier Jahren Haft wegen Steuerbetrugs reagiert. In einer Stellungnahme nach der Urteilsverkündung sprach der Medienunternehmer von einem "politischen" Urteil. Dieses sei "unglaublich und unzumutbar". Die Anklage sei "fernab jeder Realität", erklärte der TV-Macher. Er und seine Verteidiger seien sicher gewesen, dass es einen Freispruch geben werde, sagte Berlusconi und griff die verantwortlichen Richter scharf an. Er habe Lust, alles liegen und stehen zu lassen und auszuwandern, berichtete die römische Tageszeitung "Il Messaggero".

Beobachter sehen einen direkten Zusammenhang zwischen der ursprünglichen Ankündigung Berlusconis, auf die Kandidatur für das Premieramt bei den Parlamentswahlen im kommenden Jahr zu verzichten, und dem Ende des Verfahrens wegen Steuerhinterziehung. Berlusconi habe den Richtern ein Signal geben wollen, dass er sich aus der politischen Arena zurückziehen werde, spekulieren politische Beobachter in Rom. Er habe somit auf einen Freispruch gehofft, seine Hoffnungen wurden aber enttäuscht. Berlusconi fürchte auch den sogenannten Ruby-Prozess, heißt es, bei dem ihm wegen Amtsmissbrauch und Sex mit einer minderjährigen Marokkanerin bis zu 15 Jahren Haft drohen.

Urlaub mit Formel-1-Manager in Kenia

Kein Wunder, dass Berlusconi an Flucht denkt. Er plane einen Rückzug auf Malindi in Kenia im Urlaubsressort seines Freundes, dem Ex-Formel 1-Manager Flavio Briatore, berichtete die Tageszeitung "Corriere della Sera". Hier hatte Berlusconi bereits im September seinen Urlaub verbracht. Dabei hatte er sich einer strengen Diät und einem Trainingsprogramm unterzogen und nur wenige Personen getroffen, berichteten italienische Medien. Vertrauensleute des Politikers sprachen von einem tief deprimierten Berlusconi.

Die Verurteilung des Mailänder Großunternehmers, der Italiens politische Szene in den letzten 20 Jahren stark geprägt hat, stürzt das Mitte-rechts-Lager in die Ratlosigkeit. Die von Berlusconi gegründete Partei "Volk der Freiheit" war noch mit der Verkraftung des offiziellen Verzichts des 76-Jährigen beschäftigt, zum sechsten Mal als Premierkandidat anzutreten, als aus Mailand die Nachricht der Verurteilung eintraf. "Silvio muss seinen Beschluss überdenken und doch wieder in die politische Arena einsteigen. Er muss kandidieren, um sich vor diesen Richtern zu verteidigen, die ihn tot sehen wollen", betonte Berlusconis Vertraute Daniela Santanché.

Verjährung droht

Ob Berlusconi jetzt doch noch seine Kandidatur für das Premieramt einreichen wird, um sich der Justiz zu entziehen, ist fraglich. Vorerst braucht er jedenfalls das Gefängnis nicht zu fürchten. Das Urteil im Mailänder Prozess wegen Steuerbetrugs wird erst nach der dritten Instanz rechtskräftig. Dem Ex-Regierungschef stehen noch zwei Berufungsebenen zur Verfügung, eine Haftstrafe müsste er erst nach einem endgültigen Schuldspruch antreten. Sehr wahrscheinlich ist, dass das 2006 begonnene Verfahren schon im nächsten Jahr wegen Verjährung eingestellt wird. Berlusconis Rechtsanwälte wollen bis zum 10. November gegen die Verurteilung ihres Mandanten Einspruch einreichen.

In dieser schwierigen Situation beschloss die Berlusconi-Partei am Freitag, dass am 16. Dezember die Vorwahlen stattfinden, bei denen der Spitzenkandidat für die Parlamentswahlen im kommenden Frühjahr bestimmt werden soll. Mehrere Schwergewichte des Mitte-rechts-Lagers wollen sich in den Wahlkampf stürzen. Am Freitag bestätigte die Duce-Enkelin Alessandra Mussolini, dass sie sich an der Urwahl beteiligen wolle. Auch der Ex-Gouverneur der Region Veneto, Giancarlo Galan, und PdL-Chef Angelino Alfano gehen ins Rennen.

(APA)

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90 Kommentare
 
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Gast: Hermann vom Gipfel
28.10.2012 12:42
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ISt bei den österreichischen Politikern auch nicht anders

Mit der Fussfessel ins Parlament?

Nun, dann werden ihn die Goldmänner meucheln

Denn Monti ist der eingesetzte Stadthalter für Italien und dessen Plünderung.

Genau sowas droht in Österreich ...

wenn Demagogen und Egomanen wie Stronach oder Strache jemals an die Macht kommen.
Einfach nur peinlich und widerlich.

Re: Genau sowas droht in Österreich ...

Ich gebe Ihnen vollkommen Recht. Stronach und Strache sind unwählbar. Aber SPÖ, ÖVP,GRÜNE ebenso. Haben Sie eine Idee? Bitte informieren Sie mich.

Sehe ich nicht so ...

Nicht alle Parteien sind gleich unwählbar, da gibt es aus meiner Sicht doch sehr große Unterschiede. Natürlich gibt es bei allen auch Dinge, mit denen man nicht einverstanden ist, aber SPÖ, ÖVP und Grüne sind eben nicht ganz so unwählbar wie FPÖ oder Strache.
Außerdem gibt es ja auch noch einige außerparlamentarische Parteien.
Wer gar nix wählt, überlässt der schlechtesten Alternative eine Stimme.

Re: Genau sowas droht in Österreich ...

NUR

der Große Unterschied ist:

Frank Stronach ist ein tüchtiger Unternehmer und Demokrat dem die Wirtschaft wichtig ist.

Hazzzzeeeee Strache (Kickl etc..) ist ein hinterfotziger Demagoge wie Haider es war.


Na sicher, da wette ich ...

dass dem Stronach die Wirtschaft wichtig ist, zumindest solange es seine eigene Unternehmungen betrifft.
Insoferne ist die Strategie, die Wendehälse und die Abgeordneten mit Ablaufdatum zusammenzusammeln natürlich nachvollziehbar.
Warum es jedoch Menschen gibt, die diesen Haufen, angeführt von einem polternden, unhöflichen Greis der sein Vermögen im Ausland bunkert und Makroökonomie mit einer Firmenbilanz verwechselt, warum es also Menschen gibt, die so jemanden wählen würden, ist allerdings schwer zu verstehen.
Masochisten? Denkfaul? Spätpuberträre Trotzreaktion?

Gast: PÖHSE
28.10.2012 11:58
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Immer

noch wählbarer als die SOZI Vereine in Ö!

Gast: Löwelgassen-Fan
28.10.2012 11:34
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Komm doch zur SPÖ

In der Faymann-Blecha-SPÖ ist für so einen Kapazunder immer Platz!

Wie heisst es so schön: "Gleich und gleich gesellt sich gern!"

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BLUTSBRÜDER

Wie die meisten rechtsliberalen Parteiführer: In erster Linie ein egozentrisch- populistischer Selbstdarsteller.

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der soll die eine die im fall adelsmayr intervenieren wollte, damit die justiz das problem "löst". vielleicht kann die das urteil der richter aushebeln, und dann ist der weg frei für einen neuen anlauf in der politik!


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Re: der soll die eine die im fall adelsmayr intervenieren wollte, damit die justiz das problem "löst". vielleicht kann die das urteil der richter aushebeln, und dann ist der weg frei für einen neuen anlauf in der politik!

außerdem, WIE VIELE rechtskräftig verurteile Politiker haben wir im Parlament und in den Parteien sitzen?
man könnte ruhig meinen "es gehört dazu..." business as usual!!! ;-)
Was ist schon ein urteil von einem Richter?! Wer ist dieser Richter überhaupt?! DER wagt einen Berlusconi Bunga Bunga zu verurteilen? Na wo samma denn?!

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Posten für Berlusconi

... gibt's sicher bei der FPK.

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Re: Posten für Berlusconi

...würde auch mit seinen rechtsneoliberalen Ansichten zum Team-Stronach passen.

Gast: Tony Light
28.10.2012 08:10
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Merkel Komplex?

Na da hat der kleine Bunga Bunga Clown einen Merkel Komplex, denn sie kann, was er nicht kann...regieren mit Erfolg!

Antworten Gast: Stasi
28.10.2012 10:22
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Re: Merkel Komplex?

Tja, gelernt ist gelernt! Unsere IM Erika hat halt beim Honni noch eine solide Ausbildung an der Polit-Akademie genossen. Das zahlt sich jetzt aus.

Antworten Gast: IQ
28.10.2012 10:03
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Re: Merkel Komplex?

Wo haben Sie denn diese "wilde Phantasie" her-@ Tony Light?!
Die Deutsche Wirtschaft ist schon heilfroh, wenn die Angela MERKEL,Ex-SED-Mitglied mit ihrem wirtschaftlichen Unverstand und ihrer chronischen Unentschlossenheit/"aussitzen"-NICHT NOCH MEHR SCHADEN ANRICHTET ALS BISHER SCHON!!
FAZIT: Der Erfolg der Deutschen Wirtschaft wird noch immer-VON DER EXZELLENZ DES DEUTSCHEN HANDWERKES-und nicht von-DEN SCHAUMSCHLÄGER AUS DER POLITIK BEWIRKT!

Antworten Antworten Gast: reflexx
28.10.2012 11:54
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Re: Re: Merkel Komplex?

Nachdem Merkel ihre politische Konkurrenz im Inland ausgeschaltet hat, beginnt das gleiche Spiel im Ausland.

Respekt, sie hat von Nichts eine Ahnung, aber das kann sie perfekt.

Anscheinend kann nur mehr eine andere Frau, Frau Merkel von der Macht verdrängen, weil Männer bei Frauen eine Beißhemmung haben.


Berlusconi beteiligte sich an vorderster Front am Komplott gegen Ghadaffi

jetzt hat sich eben die ganze EU am Komplott gegen Berlusconi beteiligt.
Der nächste, gegen den die Messer gewetzt werden wird wohl unser Frank Stronnach sein. EU kritisch und Großindustrieller - das kann nie und nimmer gut gehen. Bei der österreichischen Finanz werden gerade die Einsatztruppen zusammen gestellt.

Gast: Bilderbergers Albtraum
28.10.2012 08:03
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Letzte Volkswahl in Italien

Man kann zu Herrn Berlusconi stehen wie man will. Er ist aber unleugenbar der letzte vom Volk gewählte Regierungschef in Italien .
Der Wunder-Monti wurde von den Goldmännern und deren EU-Marionetten eingesetzt.
Ich bin mir auch nicht sicher ob in Italien in absehbarer Zeit noch eine reguläre Volkswahl stattfinden wird.
Demokratie sieht irgendwie anders aus.

Gast: eischa
28.10.2012 07:20
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berlusconi

Der Berlusconni würde gut zu rot grün passen,alt korupt,und geistig rot.

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Wegsperren!!!


Antworten Gast: Fiat iustitia
28.10.2012 08:54
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Re: Wegsperren!!!

Wie nicht anders zu erwarten, war die moralische Empörung in Berlin am größten. Der frühere CDU-Vize und Merkel-Stellvertreter Michel Friedman entrüstete sich: "Widerlich, diese Bunga-Bunga-Parties mit Minderjährigen! Und nicht einmal eingeladen hat er mich!" Guido W. zeigte sich geschockt: "Dieser Mensch brüstet sich auch noch öffentlich, bekennender Hetero zu sein!" Europa-Parlamentarier Schulz schäumte: "Hat mir dieser Kerl doch seinerzeit in Brüssel eine Rolle in seinem nächsten Film als KZ-Kapö angeboten, nur weil ich so aussehe! Außerdem ist er jetzt verurteilt, ich aber nicht, weil ich mich sicherheitshalber drei Jahre im Ausland aufgehalten habe, bis die dumme G'schicht verjährt war. Sofortige Sanktionen gegen Iralien wie gegen Österreich!" Selbst Ex-Präsident Wulff meinte: "Wenn der jetzt noch seine Ruby heiratet wie ich, ist er untragbar!" Gegen diese Phalanx an Berliner Sittenwächtern dürfte Berlusconi keine Chance haben. Und das ist gut so!

Antworten Antworten Gast: Photo Shop
28.10.2012 10:14
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Re: Re: Wegsperren!!!

Der in Berlin hochgeschätzte Staatsmann Joschka F. schmunzelte: "Wenn jetzt noch Photos auftauchen, wie er am Boden liegenden Carabinieri mit dem Stiefel ins Gesicht tritt, ist er fällig, der Fascho!"

Antworten Gast: eischa
28.10.2012 07:29
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Re: Wegsperren!!!

Falko ist abgestürzt :-)

Gast: Afrikabeobachter
28.10.2012 06:15
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Sie kommen zu uns, und wir gehen nach Afrika

Von mir aus koennen sie das ganze abgewrackte Europa haben. Aber es mussen wirklich alle nach Europa gehen, ein menschenleeres Afrika waere fuer uns ein Paradies.

 
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Im Fadenkreuz der Terroristen