24.05.2013 05:37 Merkliste 0

Israel: Iran hat Atomwaffen-Pläne auf Eis gelegt

31.10.2012 | 08:46 |   (DiePresse.com)

Überraschende Töne aus Israel: Eine größere Konfrontation sei zumindest vorerst abgewendet, erklärt Verteidigungsminister Barak.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Die israelische Regierung hat im Streit über das iranische Atomprogramm überraschend ein Signal der Entspannung gesendet: Verteidigungsminister Ehud Barak sagte in einem am Dienstag veröffentlichten Interview, der Iran habe die Absicht, eine Atomwaffe zu bauen, vorerst auf Eis gelegt. Die Führung in Teheran habe zu einem früheren Zeitpunkt in diesem Jahr entschieden, mehr als ein Drittel ihres mittelstark angereicherten Urans für zivile Zwecke zu nutzen, sagte Barak dem "Daily Telegraph". Diese Entscheidung erlaube "die Erwägung, den Moment der Wahrheit um acht bis zehn Monate zu verschieben". Eine größere Konfrontation sei damit zumindest vorerst abgewendet.

Barak zufolge könnten die Drohungen mit einem israelischen oder einem US-Angriff auf das Atomprogramm die Führung in Teheran zum vorläufigen Einlenken bewegt haben. Auch die Absicht, vor der US-Wahl Zeit zu gewinnen, könne eine Rolle bei der Entscheidung gespielt haben, die Eskalation zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht auf die Spitze zu treiben, sagte Barak.

"Grundsätzliche Absicht des Iran unverändert"

Gleichzeitig warnte er, an der grundsätzlichen Absicht des Iran, eine Nuklearmacht zu werden, habe sich nichts geändert: "Wir alle stimmen darin überein, dass die Iraner entschlossen sind, Atommacht zu werden, und wir alle teilen die Auffassung, dass wir fest entschlossen sind, dies zu verhindern und dass dazu alle Optionen auf dem Tisch liegen".

Barak betonte, dass Israel sich einen Militärschlag auch weiter vorbehalten müsse. "Wenn es um den Kern unserer Sicherheitsinteressen und in gewisser Weise um die Zukunft Israels geht, können wir die Verantwortung nicht an andere delegieren, nicht einmal an unseren allerengsten Verbündeten".

Israel droht seit längerem mit einem Angriff, falls die verhängten Sanktionen gegen den Iran und die diplomatischen Bemühungen um ein Einlenken der Teheraner Führung im Atomstreit fehlschlagen. In seiner Rede vor den Vereinten Nationen hatte Regierungschef Benjamin Netanyahu im vergangenen Monat erklärt, der Zeitpunkt könnte im Frühjahr oder Sommer gekommen sein. In keinem Fall werde Israel einen Iran mit Atomwaffen akzeptieren, weil dies eine existenzielle Bedrohung für den jüdischen Staat bedeute.

Die iranische Führung hat wiederholt verkündet, Israel werde früher oder später von der Weltkarte verschwinden. Die Führung in Teheran unterstützt Israels Feinde Hamas im Gaza-Streifen und Hisbollah im Libanon. Die Staatengemeinschaft verdächtigt Iran unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Kernenergie ein Atomwaffenprogramm zu betreiben und hat deshalb Sanktionen verhängt. Iran bestreitet die Absicht, nach der Bombe zu streben.

(APA/Reuters)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

15 Kommentare

"mittelstark angereicherten Urans für zivile Zwecke zu nutzen"

medizinische nämlich, das hat der Iran in der Vergangenheit wieder und wieder angegeben.
USA und Israel sagten nein, das kann nicht stimmen (wahrscheinlich aufgrund einer Vermutung das aufgrund der Sanktionen medizinische High Tech aufgrund nicht mehr zu beschaffender Ersatzteile ohnehin nicht mehr funktioniert...).
Und jetzt schwenkt Israel plötzlich um, zum Glück sind Obama und die EU nicht der isr. Propaganda gefolgt und schon vor Monaten militärisch im Iran eingefallen.

Werden die Sanktionen jetzt aufgrund der weggefallenen Begründung eigentlich wieder aufgehoben?

1 1

Zeitungen

Wenn Zeitungen weiterhin derart Propaganda abdrucken, sollte die Leserschaft Lebenszeichen setzen.

Ich übersetzte: wir holen uns das Öl schon noch, aber jetzt haben wir erstmal wahlen zu schlagen. Für ein ernstes Thema bei den US-Wahlen, stellt der Iran offenbar noch ein zu geringes Feindbild dar.

was soll das

Pakistan hat immer noch Atomwaffen

Antworten Gast: schlÄchter
31.10.2012 10:30
4 0

Re: was soll das

sg herr gray!
völlig richtig, pakistan und die wahabitischen geldgeber in den reaktionären golfmonarchien sind die wesentlich gefährlicheren und unbverechenbarerern gegner israels und auch des westens.

vielleicht haben die vernünftigen isaraelischen militärs der politik die strategische begrenztehit und unabwägbaren risiken von militärschlägen aufzeigen können?

mal schauen, ob diese richtung weiterverfolgt wird oder nur eine nebelgrante zur vorbereitung eines miltärschlages sind?

time will tell, israel und auch der westen ist in einer wirklich präkeren lage, denn was der "arabische frühling" sicherheitspolitisch bringt muss völlig offen bleiben und kann wesentlich ex8istenzbedrohender sein, als eine iranische atombombe/eine relativ stabilitätssichernde mullahkartie im iran.

mfg
s.


Re: was soll das

Kennen Sie den Unterschied zwischen einem präsidentiellen Regierungssystem (Pakistan) und Mullah-Regime (Iran)?

Re: Re: was soll das

na mr. Vain ein Kurzer Blick in die Geschichtsbücher und die Frage warum Iran keine Demokratie mehr ist wäre beantwortet...

2 1

Re: Re: was soll das

Was reden sie groß? Sie kennen den Unterschied auch nur aus den Medien.

1 3

Re: Re: Re: was soll das

Ein weiterer Unterschied ist, dass Pakistan eine von den USA geduldete Atommacht ist, was deren (nukleare) Handlungsfähigkeit einschränkt und ausserdem bedeutet, dass nukleare Sprengköpfe nicht plötzlich verschwinden können und in den falschen Händen landen (es ist ein offenes Geheimnis dass die USA sowohl planerisch als auch operativ darauf vorbereitet sind, die pakistanischen Atomwaffen im Falle des Falles aus dem Land und "in Sicherheit" zu schaffen). Im Falle des Irans wären Nuklearwaffen ohne Aufsicht in einem Gebiet vorhanden, dass recht instabil ist; dort besteht keine Möglichkeit, die Waffen zu evakuieren, hingegen besteht ein erhöhtes Risiko, dass sie wo landen, wo sie sicher nicht hinkommen sollten.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: schlÄchter
31.10.2012 17:02
0 0

Re: Re: Re: Re: was soll das

sg matze!
pakistan (170 mio ew) ist im gegensatz zum iran (70 mio ew) ein hort der unberechnbarkeit, da es ein artifizielles staatsgebiet ist, dass zudem jederzeit ins radikalislamische fahrwasser kommen kann, intern ungemeinen sezessionisctischen und konfessionellen spannungen ausgesetzt ist, nur die wankelmütige armee und der geheimdiesnt isi halten die ungemein korrupte scheindemokratie noch aufrecht, und außenpolitisch sich zusehends mit der nuklearmacht china verbündet zudem in einer erbfeindschaft mit der nuklearmacht indien gefangen ist und weiters bereits in der vergangenheit nicht davor zurückschreckte mittels islmistischen terroristen (kashmir, mumbay, afghanistan) massiv und gewalttätig zu operieren.

die mullahkratie des iran ist gegenüpber den kleinen religiösen minderheiten (60000 juden und etwa gleichvuielen zoroastriern) wesentölich toleranter wie fast alle andern islam staatswesen.
der iran ist mit abstand eines der stabislten islam. staatswesen.

mfg
s.

Gast: Imperialist
31.10.2012 09:58
3 0

positiv

Erstmal eine gute Nachricht. Bestimmt wissen die Israelis sehr gut, was im Iran passiert. Noch besser wäre es - vor allem für die Perser selbst - wenn das Mullah-Terrorregime ganz verschwinden würde.

3 0

Re: positiv

Sie meinen, ein Regime welches die Erdölquellen an westlich Unternehmen verkauft?

Wenn jemand kalte Füsse kriegt,

redet genau so... Israel hat die Hoffnung, Hilfe aus dem Westen zu bekommen, aufgegeben! Es ist auch logisch. Der Westen kan nicht mal sich selbst helfen!

0 1

Re: Wenn jemand kalte Füsse kriegt,

Genau, die US-Wahlen sind bestimmt nicht der Grund. Wir werden die Fortsetzung der Geschichte erfahren.

Re: Re: Wenn jemand kalte Füsse kriegt,

oder auch die vorgezogenen Wahlen in Israel... denke mal das war's eher. die Wahlen in den USA sind ja schon fast vorbei...

Gast: hmm
31.10.2012 09:36
2 0

wie gehabt ...

"Die Staatengemeinschaft"

Der Schwachsinn gemahnt an die "Volksgemeinschaft" unseligen Angedenkens.

Wehren wir uns rechtzeitig!