Deutschland: Urwahl wirbelt grüne Spitze durcheinander

10.11.2012 | 15:41 |  von Karl Gaulhofer (DiePresse.com)

Überraschung in Deutschland: Göring-Eckardt wird neben Trittin zweite Spitzenkandidatin, herbe Niederlage für Roth und Künast.

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Berlin. Wer die Basis befragt, muss mit Überraschungen rechnen: Katrin Göring-Eckardt, die 46-jährige Vizepräsidentin des Bundestags, wird zusammen mit Fraktionschef Jürgen Trittin die deutschen Grünen im Wahlkampf anführen. Das ergab eine Urabstimmung, an der gut 60 Prozent der 60.000 Parteimitglieder teilnahmen.
Der frühere Umweltminister Trittin war als kampfbewährtes Alphatier so gut wie gesetzt, mit 72 Prozent erzielte er auch ein starkes Ergebnis. Wer die Frau an seiner Seite wird, das galt als Zweikampf zwischen Parteichefin Claudia Roth und Ko-Fraktionschefin Renate Künast. Doch beide landeten abgeschlagen hinter Göring-Eckardt - und das, obwohl die Ostdeutsche auch nur 47 Prozent schaffte. Eine bittere Niederlage für die beiden großen Frauen der Partei, die ihre Karriere gern mit einem Ministerposten in einer rot-grünen Regierung krönend beendet hätten.
Die Urwahl war aus der Not geboren, weil sich das Führungstrio nicht einigen konnte, wer vorn stehen soll. Doch es gelang den Grünen, den Streit in einen PR-Erfolg zu verwandeln. Im internen Miniwahlkampf wurde diszipliniert über Inhalte statt über Personen debattiert. Das sollte den Piraten zeigen, wer die Basisdemokratie erfunden hat, und die SPD beschämen, deren Männertroika sich heimlich einen Spitzenkandidaten ausmachte.

Ungewollte Urwahl

Göring-Eckardt hatte die Urwahl nicht gewollt. Die Laienpräses der Synode der Evangelischen Kirche plädierte für ein Team, scheute die Konfrontation. Sie galt bei Parteilinken als schwer vermittelbar. Zu rot-grünen Zeiten war sie eine Verfechterin der liberalen Reformen der Agenda 2010. Doch im Kampf um die Gunst der Basis hat sie nun eine Sozialpolitik vertreten, die sogar Trittin links überholt. Das Ziel für Berlin ist Rot-Grün - und das Fischen im Lager der bürgerlichen Wechselwähler können die Grünen dem SPD-Kandidaten Steinbrück überlassen.

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16 Kommentare

Wenn man mal nachdenkt, warum ...

das grüne Fußvolk den Trittin gewählt hat, dann wahrscheinlich deshalb, weil sie
SO RICHTIG STOLZ AUF IHREN BILDERBERGER
sind ..... ????


Männerdiskriminierung à la

GrünInnen:

"Anwendungsbeispiel Frauenstatut

Lieber DU als irgendein Kerl. Die Grünen sind eben doch noch anders als die anderen Parteien. Bestes Beispiel ist ihr Sonderparteitag in Neumünster. Alles schien nach Plan zu laufen. Doch dann verwiesen die Frauen des Landesverbandes Schleswig-Holstein die männlichen Delegierten für 15 Minuten des Saales und berieten allein weiter. Hintergrund ist die strenge Arithmetik, nach der den Delegierten bei der Debatte über die Änderungsanträge das Wort erteilt wird: zwei Fürsprecher, zwei Gegenredner. Zwei Frauen, zwei Männer. Und jetzt wird es kompliziert: Spricht ein Mann, muss auch eine Frau reden. Das aber bedeutet im Umkehrschluss: Meldet sich keine Frau zu Wort, muss auch der Mann schweigen.

Stimmzettel, auf denen zwei Männer angekreuzt werden, sind ungültig. Gewinnen zwei Männer, kommt nach dem erstplatzierten Mann die erstplatzierte Frau zum Zuge."

Quelle auf Nachfrage.

In diesem Nichtartikel wird kein Wort davon erwähnt, nein, die SPD wird abgewertet: Männertroika.

Viva la Qualitätszeitung.

Re: Männerdiskriminierung à la

Um diePresse etwas in Schutz zu nehmen, hier der Artikel in dem diese grüne Arithmetik beschrieben wird

http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/1286039/Deutsche-Gruene_Die-Castingshow-der-alten-Garde?from=simarchiv

Das das mit Gleichberechtigung nichts mehr zu tun hat, da stimme ich Ihnen allerdings vollinhaltlich zu, wenn ich Sie so richig verstanden habe.

Kommunismus 2.0

stellt sich neu auf!

das ist das schlimme an deutschland:

wahlen statt quoten+grüne bei 20statt 10%;
könnte bei uns nie passieren...

Re: das ist das schlimme an deutschland:

Ja, wir in den Alpen sind doch im Kern etwas wehrhafter und selbstbewusster als die Deutschen.

Warum sollte das eine Überraschung sein ???

... Trittin war schließlich dieses Jahr eingeladen ...

.. bei den Bilderbergern ... schon vergessen ? Oder gar nicht darüber berichtet???

Tja, da kann die berufsbetroffene Roth mal eine Lichterkette für sich selbst organisieren.


die enttäuschten Gesichter der Beiden,

da kommt, eingedenk wie sie sich anderen gegenüber aufführen, Schadenfreude auf.

Wann in AT?

Das dumm dahergackernde Huhn und die mit dem Honecker-Charme sind zum Wohle der Grünen zunächst weg.
Irgenwie fallen mir da Parallelen zu Österreich ein...

2013

Ich denke das Potential der Grünen bei dieser Wahl liegt um die 20%. Jetzt müssen sie es nur noch schaffen die Wähler zu mobilisieren.

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Re: 2013

Das könnten die Grünen.
Aber da sie Politik machen für Migranten (die nach der Einbürgerung blau wählen),
die Bürgerlichen verprellen mit den kommunistischen Themen,
keinen Gedanken verschwenden an die Biobauern, sondern sie bekämpfen,
werden sie wohl kein berühmtes Ergebnis schaffen.

In der Sprache der GrünInen


Die lesbische Muslima wurde gegen eine christliche Ehefrau ausgetauscht und der türkische Bilderberger gegen einen deutschen.

Wenn eine andere Partei so handeln würde, wären die GrünInen die ersten, die sich den Vorwurf von Rassismus nicht verkneifen könnten.

Re: In der Sprache der GrünInen

In anderen Parteien kämen die leider gar nicht erst in die engere Wahl.
Ihr Argument ist dementsprechend grundfalsch.

Re: Re: In der Sprache der GrünInen

Leider? Zum Glück, kann man da nur sagen.

Jürgen Trittin

Der Bilderberger hat ein Ticket von den Mächtigen, denen die Grünen dienen.

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