Zwei in Syrien verletzte Soldaten zurück in Österreich

30.11.2012 | 10:05 |   (DiePresse.com)

Vier Bundesheer-Soldaten der UN-Friedenstruppe am Golan wurden auf dem Weg zum Flughafen in Damaskus verletzt. Zwei werden noch in Israel behandelt.

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Zwei österreichische Soldaten, die in Syrien verletzt wurden, sind Freitagfrüh gemeinsam mit ihren Kameraden in Österreich eingetroffen. Die durch Splitter Verletzten sollen in das Garnisonslager Götzendorf verlegt und dort medizinisch untersucht und psychologisch betreut werden. 

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Zwei weitere Bundesheer-Soldaten bleiben vorerst zur Behandlung in Israel. Ein 53-jährige Vizeleutnant aus dem Burgenland, der einen Steckschuss an der Schulter erlitt, sowie ein 25-jährige Korporal aus der Steiermark, der am Arm angeschossen wurde, befinden sich in einem Spital in Hafia - "das beste Spital dieser Welt, was Schussverletzungen betrifft", wie das Verteidigungsministerium in Wien mitteilte. Anfang nächster Woche werde beurteilt, ob die Soldaten nach Österreich ausgeflogen werden. Beiden gehe es gut, sie seien stabil. Es bestehe keine Lebensgefahr.

Die 88-köpfige Truppe der internationalen Schutztruppe UNDOF war am Donnerstag auf dem Rückweg von ihrem Einsatz von den Golanhöhen am Weg zum Flughafen in Damaskus von Bewaffneten attackiert worden. Wer auf die österreichischen Soldaten geschossen hat, ist noch unklar.

Am Freitag sollen weitere Bundesheertruppen von Damaskus aus auf den Golan geschickt werden. 70 Soldaten, die das kommende halbe Jahr an der entmilitarisierten Zone stationiert sein sollen, werden vom Flughafen plangemäß am Landweg zu ihrem Einsatzort gebracht. Derzeit gebe es "keine konkrete Bedrohung", erklärte Bauer. Sicherheitshalber würden die Soldaten aber in "gehärteten Fahrzeugen" aus den Bereich des Flughafens transportiert, die auf eine bestimmte Distanz Munition abhielten.

"Ernstes Risiko"

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon sieht nach dem Angriff auf die Soldaten ein "ernstes Risiko" für die Schutztruppe am Golan. Von den Vereinten Nationen hieß es, Ban sei tief besorgt über den Verlauf den Konfliktes in Syrien. Die Sicherheit der Soldaten unter ihrem Mandat sei für die UNO von höchster Priorität.

Auslandseinsatz: Wo Österreichs Soldaten stationiert sind

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Syrische Rebellen hatten sich am Donnerstag Kämpfe mit Regimetruppen in der Nähe von Damaskus geliefert. Dabei wurde nach Berichten der Nachrichtenagentur Reuters zeitweise die Verbindung zum internationalen Flughafen der syrischen Hauptstadt abgeschnitten. Rebellenkämpfer sagten, es seien Mörsergranaten auf die Landebahn des Flughafens geschossen worden. Es gebe Kämpfe weniger als einen Kilometer entfernt vom Kontrollturm. Das syrische Informationsministerium teilte mit, die Autobahn zum Flughafen sei von "Terroristen" befreit worden, der Flughafen sei in Betrieb. Von EU-Diplomaten heißt es, der Bürgerkrieg spitze sich zunehmend auch in der Gegend um Damaskus zu.

Bereits am Freitag sollen weitere Bundesheertruppen von Damaskus aus auf den Golan geschickt werden. 70 Soldaten, die das kommende halbe Jahr an der entmilitarisierten Zone stationiert sein sollen, befinden sich derzeit im Flughafen und werden plangemäß am Landweg zu ihrem Einsatzort gebracht, sagte Bundesheer-Sprecher Dietmar Rust in der Nacht auf Freitag. Österreicher überwacht als Teil der internationalen Mission UNDOF die entmilitarisierte Zone zwischen Syrien und dem von Israel besetzten Golan.

(APA)

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34 Kommentare
 
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Können die nicht von Tel Aviv nach Hause Fliegen?

Oder haben Österreicher seit letzte Nacht in Israel Einreisesperre?
Die Soldaten nach Damaskus schicken, kann nur einen Irren einfallen.

Groteske

der Verteidigungsminister Darabos schickt Soldaten aus, die von den von unserem Außenminister Spindelegger unterstützten radikalen Islamisten angeschossen werden.

Sollen sich die beiden doch gegenseitig abschießen.

Re: Groteske

genauso

Das ist alles andere als grotesk

Unsere Regierung, ja nicht einmal ein Minister (Die entscheiden bei uns immer alles gemeinsam und einstimmig. Genauso könnten Sie sagen: Faymann schickt Soldaten aus) stellt der UNO Truppen zur Verfügung. Das kann gefährlich werden.
Deshalb nimmt man dafür Militär.

Für diplomatische Sonntagsspaziergänge könnte man das Rote Kreuz nehmen.

Groteske

der Verteidigungsminister Darabos schickt Soldaten aus, die von den von unserem Außenminister Spindelegger unterstützten radikalen Islamisten angeschossen werden.

Sollen sich die beiden doch gegenseitig abschießen.

4 2

gehärtete

fahrzeuge, dass ich nicht lache (kenne d klapperkisten lol)

8 4

Die armen Soldaten

Das erstmal in Ihrem Leben werden sie damit konfrontiert ,dass Soldatendasein Gefahren birgt die sogar zum Tod führen können.
Eine Kasperltruppe mit einem Oberkasperl als Verteidigungsminister.

Re: Die armen Soldaten

Wenn man da unten in der Zone Dienst versieht hat man stets damit zu rechnen,dass einem eine Kugel das Leben ausbläst.Habe in meinen Einsätzen am Golan genug erlebt und den Dienst unten kann man nicht mit dem In Österreich vergleichen.
Vieles dringt gar nicht in die Medien was unten passiert...

Ich war nie dort

Aber ich weiß aus zahlreichen Erzählungen, dass da viel passiert. Und man liest nie was davon in der Zeitung. Selbst das knapp dreiviertelstündige Feuergefecht im Zuge der Operation Alba wurde in unseren Medien als Randnotiz abgehandelt. Damals haben mafiöse Banden so gut wie alle Flüchtlingslager in Albanien angriffen, um Wertgegenstände zu erbeuten. Mädchen um die 12 sind wertvolle Beute in diesen Kreisen.
Das Lager, das von Österreichern betrieben wurde, wurde auch angegriffen. Man wehrte sich. Aber die waren hartnäckig. Es musste ein MG nach vorne gebracht werden. Nach 40 Minuten zogen sich die Angreifer zurück. 40 Minuten Kugeln um die Ohren fliegen haben ist eine halbe Ewigkeit.
Ab da waren die zivilen Betreiber des Lagers von der Meinung geheilt, dass Militär auf der Welt nicht nötig ist. Vorher war nämlich Verachtung angesagt: unnütze Soldaten .

Re: Kasperltruppe

Die Truppen auf den Golanhöhen und anderswo auf dieser Welt als "Kasperltruppe" zu bezeichnen, zeigt unglaubliches Nicht-Wissen und zeugt von Respektlosigkeit nicht nur gegenüber den getöteten bzw. gefallenen österreichischen UN-Soldaten.

Gerade die österr. UN-Truppen haben sich während ihrer Einsätze großes Ansehen bei der ortsansässigen Bevölkerung erworben.

Bevor man Tausende pauschal beleidigt, sollte man sich vorher kundig machen!

7 3

Ist das nicht

ein Berufsrisikos eines Soldaten?

Re: Berufsrisiko

Sowie es Berufsrisiko eines (freiwilligen) Feuerwehrmannes ist, bei einem Brand ums Leben zu kommen?

schaut euch doch den Verteidigungsminister an

da kann nichts gescheites rauskommen ...

10 1

uno mitglied seit über 65 jahren

Wer leute in eine krisenregion schickt
muss mit soetwas rechnen.

Österreichische Soldaten

dürfen doch nicht zurückschiessen - bei einem Angriff.

Wo kämen wir denn da hin mit unseren neutralen Soldaten?

Re: Österreichische Soldaten

Schwachsinn

unbewaffnete österreichische Soldaten

ich finde es feige unbewaffnete Soldaten die in einem Krisengebiet nach Hause verlegen zu beschießen.

Re: unbewaffnete österreichische Soldaten

Ein weiterer Beweis für die Kurzsichtigkeit des Westens die Aufständischen zu unterstützen.

Österreichs Söhne haben...

...im Ausland als Soldaten nichts verloren.
Bring all the boys back home!

Re: Österreichs Söhne haben...

die sind freiwillig dort, niemand zwingt des Soldaten dort hin

ja, und so gut wie alle machen es für geld

ja, und die meisten sind Milizsoldaten

"ja, und so gut wie alle machen es für geld"

Ach so! Und ich glaubte, sie verteidigen ihre Schrebergärten auf den Golanhöhen!

Österreich ist gegenüber Israel...

... feindlich gesinnt - s. gestrige Abstimmung - und trotzdem schickt seine Soldaten zur Behandlung nach Israel. Nicht zu den Freunden nach Ramallah, Kairo, Istanbul, sonstwohin. Nein, nach Israel!

Re: Österreich ist gegenüber Israel...

ja und? Sind die Israelis jetzt beleidigt und wollen nicht mehr mit uns spielen? Zum Glück haben Sie nichts zu sagen in der Welt

Re: Österreich ist gegenüber Israel...

Ja das sind die Vorteile des Selbstbetruges :-)

7 10

Stümper im Verteidigungsministerium

Wer kommt bloß auf die Idee, ausgerechnet via Damaskus ausreisen zu wollen?
Ein anderer sicherer Flugplatz hätte vermutlich schwere Schreibarbeit für einen österreichischen Etappensoldaten bedeutet.

10 3

Re: Stümper im Verteidigungsministerium

Wer ist hier der Stümper?!

Die Flüge werden von der UNO ausgeschrieben, d.h. dies obliegt nicht dem ÖBH und ist somit nicht beeinflussbar. Es handelt sich hierbei um eine UNO-Mission.
Des Weiteren gestalten sich Flüge via Tel-Aviv bzw. Israel als nicht so einfach.


 
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