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In Israel wächst die Furcht vor Isolation

30.11.2012 | 18:29 |  Von unserer Korrespondentin SUSANNE KNAUL (Die Presse)

Die Schlappe bei der UNO in New York sorgt in Jerusalem für Kopfzerbrechen. Premier Netanjahu kritisiert die „feindliche Rede“ von Palästinenserpräsident Abbas.

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Jerusalem. Das überragende Votum vor der UN-Vollversammlung zugunsten der Palästinenser zeigt, dass Israels Regierung zunehmend international isoliert ist. Nur neun UN-Mitgliedstaaten, darunter Israel selbst, stimmten in der Nacht zum Freitag gegen den Antrag der Palästinenser auf Anerkennung als UN-Beobachterstaat ohne Mitgliedschaft. 138, darunter die Schweiz und Österreich, gaben den Palästinensern ihre Rückendeckung. 41 Staaten, darunter Deutschland, enthielten sich.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu ließ mit einer Verurteilung von Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas nicht auf sich warten. Abbas' Rede vor der UNO in New York sei „feindlich und giftig“ gewesen und „voller verlogener Propaganda“, sagte Netanjahu. Israels Außenminister Avigdor Lieberman hatte zuvor den Antrag der Palästinenser in New York als „politischen Terror“ bezeichnet. Die israelische Tageszeitung „Yediot Achronot“ machte in großen Lettern mit den Worten „Staat Palästina“ auf.

Neben der diplomatischen Schlappe und dem wachsenden internationalen Unmut über Israels Festhalten am Siedlungsbau fürchtet man in Jerusalem nun auch internationale Gerichtsverfahren. Zudem deutet sich bei den Palästinensern eine Annäherung zwischen den beiden zerstrittenen Fraktionen, der Fatah von Abbas und der islamistischen Hamas, an.

 

Abbas kündigte Besuch in Gaza an

Das UN-Votum sei „keine Kriegserklärung“, betonte ausgerechnet Nasser Eddin Shaer, Hamas-Funktionär im Westjordanland, während einer Kundgebung in Ramallah, an der auch Vertreter des „Islamischen Jihad“ teilnahmen. Die Begeisterung der Palästinenser über die Abstimmung in New York hielt sich insgesamt in Grenzen. Nur einige tausend Menschen, mehrheitlich Fatah-Aktivisten, versammelten sich in der Stadt Ramallah im Westjordanland, in der die Führung von Abbas ihren Sitz hat. Im Gazastreifen erlaubte die Hamas zum ersten Mal seit den blutigen Auseinandersetzungen vor fünf Jahren die Beteiligung von Fatah-Aktivisten bei einer Kundgebung.

Khaled Meshaal, Politbürochef der Hamas, kündigte einen „zweigleisigen Widerstand gegen die Besatzung“ an: politisch auf internationaler Bühne und militant, wie jüngst im Gazastreifen. Meshaal zeigte sich optimistisch, dass das UN-Votum den innerpalästinensischen Versöhnungsprozess zwischen Hamas und Fatah vorantreiben werde. Auch Ismail Hanijeh, Hamas-Chef im Gazastreifen, hatte den Antrag bei der UNO unterstützt. Das UN-Votum festige eine „Delegitimation der Besatzer“ und das „Rückkehrrecht der Palästinenser“, sagte Hanijeh zur BBC. Abbas kündigte noch am Donnerstag seinen Besuch im Gazastreifen an, um den Konflikt mit der Hamas beizulegen. Es wäre seit den blutigen Machtkämpfen seine erste Reise dorthin.

 

USA zeigen sich enttäuscht

Abbas hatte in seiner Ansprache an die UN-Generalversammlung appelliert, „die letzte Chance für die Zweistaatenlösung“ wahrzunehmen und dem Staat Palästina eine „Geburtsurkunde“ auszustellen. Zugleich verurteilte er die israelische „Belagerung, die Siedlungen und die ethnische Säuberung“.

Die amerikanische Außenministerin Hillary Clinton zeigte sich offen enttäuscht über den „unglücklichen und kontraproduktiven“ Schritt der Palästinenser, der nun wieder neue Hindernisse auf dem Weg zum Frieden aufstelle.

Auf einen Blick

138 Staaten stimmten für eine Aufwertung der Palästinensergebiete. Darunter: Belgien, Österreich, Frankreich, Italien, Spanien.

Neun Staaten stimmten dagegen: Israel, die USA, Kanada, Tschechien, Palau, Panama, Nauru, Mikronesien, die Marshallinseln.

41 Staaten enthielten sich der Stimme. Darunter: Australien, Deutschland, Südkorea, Großbritannien, Ungarn, Slowenien, Polen, die Slowakei, Niederlande, Bulgarien, Rumänien.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.12.2012)

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63 Kommentare
 
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0 0

Und jetzt auch noch Probleme mit den nuklearen Massenvernichtungswaffen

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=t_p_vhTypGI


ISRAEL fürchtet sich ?????????????

Schön wär´s ja - denn dann wäre zu hoffen, daß es sich endlich einmal anders sprich menschenfreundlicher zu seinen Nachbarn oder eigenen Bevölkerungsteilen - die Palästinenser sind das nun ´mal - verhalten würde

Auch ein Palästinenser ist ein Mensch ........

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Das nenne ich Chuzpe!

"In Israel wächst die Furcht vor Isolation."
Israel isoliert sich immer mehr vom Rest der Welt (mit Ausnahme vielleicht der USA) und fürchtet sich dann weinerlich vor der Isolation ...

18 1

Israels Regierung zunehmend international isoliert -

wie diese jüngste Meldung zeigt.

Footballers condemn plans to hold U21 European championship in Israel

Players from Premier League and other European top flights say tournament will be seen as reward for assault on Gaza

http://www.guardian.co.uk/world/2012/nov/30/footballers-u21-european-championship-israel

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egal was man ueber israels politik denkt

die hamas will keinen frieden mit israel.
die hamas und alle islamisten von nigerien bis hinterindien wollen israel ausradiert haben, wollen durch die strassen ziehen und die juden niedermetzeln wie mehrmals zuvor in der geschichte und wie 1973 wuerde europa dabei zusehen und keinen finger ruehren. israel steht mit dem ruecken zur wand bis ans ende seiner tage und verhaelt sich demgemaess.

5 35

Also für mich ist eindeutig Israel in recht,

da können hier die Israelhasser die finger wund schreiben wie sie wollen...

Ich wundere mich nur, dass diese Hasser noch nichts vom "Judenfrei" Israels gesprochen haben; auf diese Nazidiktion warte ich noch...

Hauptsache dass die österr. Soldaten in Haifa behandelt wurden und es ihnen gut geht, gell...???

Re: Also für mich ist eindeutig Israel in recht,

Was Sie für einen Blödsinn schreiben ... .

19 1

Re: Also für mich ist eindeutig Israel in recht,

werden etwa Isrealis in Österreich nicht behandelt ?

6 20

...

im gegenteil sieht die welt stolz auf isreal!

Die simple Wiedergabe des Abstimmungsergebnis ist auch entfernt worden !!!

Soviel zur Ausgewogenheit !!!!!

26 2

Die Palästinenser haben zu lange auf die USA als "neutralen Vermittler" vertraut.

Wenn sie eine Lösung des Konfliktes wollen,
kann das nur über die UNO laufen.

Alles Andere ist kläglich gescheitert.

18 2

Re: Die Palästinenser haben zu lange auf die USA als "neutralen Vermittler" vertraut.

Israel ignoriert doch sämtliche diesbezüglichen UNO-Rsolutionen!

Re: Die Palästinenser haben zu lange auf die USA als "neutralen Vermittler" vertraut.

Nur, wie soll das über die UNO laufen, wenn Israel permanent und absichtlich gegen UN-Resolutionen verstößt? Ich fürchte, das wird sich noch über Jahrzehnte hinziehen da unten. Die Zivilisten auf beiden Seiten können einem leid tun, sie müssen wegen des Versagens verbohrter Politiker weiterhin in andauernder Angst und Bedrohung leben. Jitzchak Rabin war bisher der einzige mit Vernunft handelnde Ministerpräsident, der versucht hat Frieden zu schaffen. Leider wurde er genau deswegen ermordet.

18 3

Re: Re: Die Palästinenser haben zu lange auf die USA als "neutralen Vermittler" vertraut.

Aufwertung der UN-Vollversammlung
und Zerschlagung des derzeitigen Sicherheitsrates
(bzw. zumindest Aufhebung des Veto-Rechts).

Dann steht Sanktionen kein Veto mehr im Weg(sowohl gegen Israel,
als auch etwaig gegen Syrien usw.).

Solange die Region zum Teil auch ein Spielball der Großmächte ist,
wird sie nicht zu Ruhe kommen.

26 4

Der israelische Siedlungsbau...

...im Palästinensergebiet geht ungebremst weiter, aber Clinton ist von den Palästinensern entäuscht?

Heikle zwischenstaatiliche Probleme wurden bisher am besten durch die Vermittlung der UN gelöst.

Israel plant den Bau 3000 neuer Wohnungen und fordert von Palästina seriöse Verhandlungen: Das sagt ja eigentlich schon alles. Zudem droht die USA den Palästinensern, falls sie den internationalen Strafgerichtshof anrufen sollten. Warum eigentlich? Wenn sich Israel nichts zuschulden kommen lässt, können sie dem ja gelassen entgegen sehen.
Die USA sind ja wirklich ein "fairer Vermittler" - es wird Zeit, dass Palästina zum UN Vollmitglied aufgewertet wird. Wo wäre das Problem?
Abzug der Israelis aus dem Westjordanland und Jerusalem als gemeinsame (religiöse) Hauptstadt und die Regierungssitze in Tel-Aviv bzw. Ramallah ... und es wär' endlich eine Ruh' dort unten. Bsp: Holland: Amsterdam=Hauptstadt, Den Haag=Regierungssitz. Zudem UN-Truppen zwischen der gemeinsamen Grenze und in Jerusalem an den heiligen Stätten, sowie eine Anerkennung Israels durch die arabische Welt. Aber sowohl die Araber und Israelis haben Interesse den Status quo aufrecht zu erhalten: Die Araber, weil sie so von ihrer autoritären Innenpolitik und der Unterdrückung der eigenen Bevölkerung ablenken können, denn die Araber in "Kernisrael" mit isrealischer Staatsbürgerschaft leben meist besser als in der arabischen Welt selbst - und Israel um seine völkerrechtswidrige Expansionspolitik auf Kosten Palästinas fortsetzen zu können. Zudem ist es leider wahr: Im Westjordanland herrscht wirklich Apartheid: Es gibt eigene Strassen für Israelis, mehr Ressourcen für diese, Vertreibungen von Palästinensern´u.v.m.

25 2

Re: Heikle zwischenstaatiliche Probleme wurden bisher am besten durch die Vermittlung der UN gelöst.

Eine durchaus treffende Darstellung, gratuliere.

Wundert mich,
dass Ihr Beitrag die Zensur überlebt hat.

Boycottgefahr

Wirklich brenzlig koennte es werden wenn Araber (Muslime?) wieder zur alten Boykottpolitik zurueckkehren. An sich ist es ja schon bemerkenswert dass man diese Waffe aus der Hand gegeben hat - vor allem wo die USA ja ein 'gutes' (??) Vorbild mit Ihrer Politik des Boykotts gegenueber dem Iran geben. Grund ist wohl die Zersplitterung unter den Arabern und die Naehe der undemokratischen Herrscher zu den westlichen 'Eliten' (??)

bei verhandlungen

gibt es immer einen punkt, der das optimum für den einen darstellt.
wenn man den augenblick, an dem dieses optimum erreichbar ist, verstreichen lässt, ist man ein schlechter verhandler und steht am ende wie ein pokerspieler da, dessen bluff nicht aufgegangen ist.

israel hat diesen punkt, wo es ein optimum rausholen konnte, klar verpasst.
es wird in bälde einen real existierenden staat palästina geben.
es wird keinerlei jüdische siedler oder enklaven auf desen staatsgebiet geben.
es wird keine israelische hauptstadt jerusalem geben.

all diese dinge und noch viel mehr wären vor ein paar jahren noch verhandelbar gewesen. doch israel wollte lieber die unendliche fortsetzung des status quo. gescheitert!

23 1

Re: bei verhandlungen

Auf längere Sicht muss Israel froh sein, den eigenen Staat zu retten.
Die bedingungslose Unterstützung durch die USA wird enden.die USA werden nicht ewig gegen ihre wahren Interessen handeln, vor allem nicht mehr, wenn der nächste Crash da ist.

18 1

Re: Re: bei verhandlungen

Auch in den USA wächst immer mehr die Erkenntnis, dass dieser angebliche Verbündete den Interessen der USA viel mehr schadet als nützt.
Ausserdem sind Freunde und Verbündete in geografischer Nähe allemal verlässlicher als ferne Verbündete. Dass wusste auch schon Macchiavelli, der vor fernen Verbündeten warnte. Durch die moderne globale militärische Logistik ist dies zwar etwas eingeschränkt worden, gilt aber noch immer.
Und wo hat Israel denn Freunde in der Region? Die Haltung "Mehr Feind, mehr Ehr" ist schon vielen zum Verhängnis geworden.

34 2

Gleichklang

Weshalb reden eigentlich Clinton und Netanjahu stets unisono zum selben Thema ?
Dass beide im Bestreben, Friede in Nahost zu verhindern und einen Pälästinenserstaat zu verhindern einer Meinung sind, weiß ohnehin die ganze Welt.

Wieso furcht?

Israel ist laengst isoliert, ein paar bestechliche Politiker im Westen wollen halt nichts davon wissen!

21 2

Das gespaltene Land

Es ist kein Realitätsverlust wenn auf beiden Seiten mehr als 50% eine militärische Lösung unterstzützen, sondern die Konsequenz eines 60 jährigen Konfliktes.
Dabei sollte niemand vergessen, dass auch beide Seiten daran schuld tragen, denn unbeschreibliche Greueltaten wurden auch von beiden Seiten begangen.
Die grausame Realität, dass es in dieser(m) Region/Land es keine Familie ohne Verluste gibt, ist die daraus resultierende Radikalisierung, die Dauer hat diese auch noch verkrusten lassen die einer Lösung unrealistischer denn je erscheinen lassen.

Die Anerkennung der UN, auf dessen Grund nun beide Seiten quasi gleichstellt, ist nicht mehr als ein Hoffnungsfunken die Verhandlungen wieder in Gang zu bringen. Es ist die letzte Möglichkeit der UN noch etwas bewirken zu können - wer sich nicht an anerkannte Verfahren hält wird sanktioniert, Palestina mit dem Verlust des Beobachterstatuses, Israel mit der Anerkennung Palestinas.

Die Erwartungen sollten allerdings nicht zu hoch sein, die Prozessdauer kann nur in Jahrzehnten gemessen werden.

17 1

Re: Das gespaltene Land

Bei ihren Uberlegungen haben Sie die ungleichen Machtverhältnisse vergessen. Die einen sind eine militärisch hoch entwickelte Besatzungsmacht, die anderen stehen unter deren Kontrolle.

Warum soll Israel mit der Anerkennung Palästinas sanktioniert werden? Ich denke die Palästinenseer haben genauso ein Recht auf einen unabhängigen Staat. Abgesehen davon hat sich Israel bisher auch nicht an die UNO-Resulotionen gehalten (Verbot der Besiedelung in den Autonomiegebieten) und sich erfolgreich darüber hinweggesetzt.

mit größenwahnsinnigen Politikern isoliert man sich halt ein bissl

bitte auch der Türkei weitersagen


 
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