Krawalle bei Massenprotesten in Slowenien

30.11.2012 | 22:52 |   (DiePresse.com)

Bis zu 10.000 Demonstranten gingen in Ljubljana gegen die politischen Eliten auf die Straße. Rechstextreme mischten sich unter die Protestierenden.

Drucken Versenden
 
AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Friedliche Bürgerproteste in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana schlugen am Freitagabend in heftige Gewalt um. Organisierte Gruppen von Provokateuren, die sich unter friedliche Demonstranten gemischt hatten, waren in gewalttätige Auseinandersetzungen mit der Polizei verwickelt.

Die Demonstration auf dem Republikplatz vor dem Parlamentsgebäude verlief lautstark, jedoch ruhig. Gegen 19.00 Uhr haben sich jedoch organisierte Gruppen von Rechtsextremen und Hooligans unter die Demonstranten gemischt. Mit Kapuzen, Tüchern und Masken bekleidete junge Männer versuchten, die Barrikaden zu durchbrechen, was der Auslöser für die Gewalt war. Nachdem Knallkörper, Fackeln und Granitsteine gegen die Polizisten flogen, sind die Polizeibeamten, die zuvor auf Provokationen nicht reagierten, eingeschritten.

Die Auseinandersetzungen zwischen den Krawallmachern und der Polizei wurden immer heftiger. Die Polizei setzte mehrmals Tränengas ein, doch die Unruhestifter waren mit Gasmasken ausgestattet. Gegen 20.30 Uhr wurde der Platz vor dem Parlament geräumt, doch die Unruhen verlagerten sich auf den nahegelegenen Kongressplatz, wo die eigentliche Demo am Freitagnachmittag begann.

Wasserwerfer und Tränengas

Die Polizei setzte erneut Tränengas ein, erstmals auch einen Wasserwerfer. Dazu waren auch eine Pferdestaffel und ein Polizeihubschrauber im Einsatz. Gegen 21.30 Uhr hatten sich die Krawalle immer noch nicht gelegt. Die Randalierer verteilten sich in den Straßen der Innenstaat und stießen immer wieder mit der Polizei zusammen. Die Polizei hatte die Lage gegen 22.00 Uhr unter Kontrolle, wie der Polizeisprecher Drago Mengalija in den Abendnachrichten des slowenischen Fernsehens RTV Slovenija sagte.

Bei den Ausschreitungen gab es mehrere Verletzte. Nach Angaben der Laibacher Uniklinik sind zehn Personen wegen Verletzungen behandelt worden, davon vier Polizisten und ein Fotograf. Drei Beamte erlitten eine Gehirnerschütterung, weil sie von Steinen am Kopf getroffen wurden. Auch der Fotograf wurde durch einen Pflasterstein am Kopf verletzt. Die Polizei nahm rund 30 Personen fest.

Der Protest gegen die die politischen Eliten und den allgemeinen Zustand im Lande war anfangs ruhig verlaufen. Die Demonstration, an der nach Schätzungen 5.000 bis 10.000 Menschen teilnahmen, war ein Teil einer im Facebook organisierten Protestwelle, die sich seit einer Woche in Slowenien ausbreitet. Vor dem abgeriegelten Parlamentsgebäude hatten die Menschen zwar lautstark Parolen gegen die führenden Politiker im Land skandiert, doch bis zum Eintreffen der Randalierer gab es keine Ausschreitungen. Die Demonstranten verteilten sogar Blumen unter den Polizeibeamten, die sie an ihre Uniformen steckten.

(APA)

 
Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
13 Kommentare
szymon
01.12.2012 20:09
1

"Eliten"

Richtig, die Eliten der Hochfinanz.

Monte Rosa
01.12.2012 18:43
1

Der Begriff "Elite" wird verwässert

Mich stört im Zusammenhang mit dieser Berichterstattung der Begriff "politische Eliten". Elite war einst ein Begriff für übedurchschnittlich begabte und auch charakterlich intakte Menschen. Nun wird dieser ursprünglich positiv besetzte Begriff zunehmend auf politische und wirtschaftliche Machtgruppen angewendet, deren laufendes Versagen ja ganz allgemein ersichtlich ist und damit den Begriff pervertiert.

Antworten ServusMiteinend
01.12.2012 21:37
0

Re: Der Begriff "Elite" wird verwässert

"Elite" --> könnte man auch einen Weisenrat der Obergscheiten Häuptlinge bezeichnen, der uns geradewegs in den Ruin führt. ... Irgendwie trifft Elite zu.

siid
01.12.2012 17:05
1

Wenig informativer Artikel

Wünschenswert wären mehr Informationen, warum gab es diese Demonstration, wogegen haben die Bürger demonstriert, nicht eine detaillierte Schilderung wie die Polizei gegen Chaoten vorgeht.
Ob die Randalierer jetzt dem extrem rechten oder linken Lager zuzuordnen sind, ist nicht relevant, weil krawallmachende Hohlköpfe sind beide.

montiburns
01.12.2012 11:52
12

Woher weiß man, dass es rechtsextreme waren?

Hatten die einen Aufkleber am Hirn?

Antworten muräne
01.12.2012 12:33
13

Re: Woher weiß man, dass es rechtsextreme waren?

"Mit Kapuzen, Tüchern und Masken bekleidete junge Männer versuchten..".Die brauchen gar keinen Aufkleber. Das ist doch die Einheitskleidung der linken Chaoten.


free speech
01.12.2012 08:20
2

Es brodelt in einigen EU Staaten

Herr Faymann hilf!

Gott Kupfer
01.12.2012 07:25
8

Um Gottes Willen, man stelle sich vor es waeren Linksextreme unter den Steinewerfern und Krawallmachern .....

..... so wie bei uns!!!

makaberich
01.12.2012 07:13
18

Diesmal warens nicht die Linken ...

... und - oh Wunder - auf einmal sind Studenten, Alternative, Freiheitskämpfer und besorgte Bürger Provokateure, Krawallmacher und Randalierer.

Antworten Cagliostro
01.12.2012 12:47
4

Re: Diesmal warens nicht die Linken ...

Auch von "Aktivisten" wird in diesem Fall nicht gesprochen.

Antworten Gott Kupfer
01.12.2012 07:28
9

Re: Diesmal warens nicht die Linken ...

Die Redaktion ist "enschuldigt", sie hat ja nur wieder einen Artikel der APA uerbernommen, wo bekannterweise wie im ORF und Standard Linke und Linksextreme den Ton angeben.

Die christliche Konservative in Oesterreich hat sich laengst in die Haender der Linken begeben und ist daher am Abstuerzen!

Antworten Antworten Wahnsinnigerv.Ölberg
01.12.2012 15:33
0

Re: Re: Diesmal warens nicht die Linken ...

Heil Presse, unser christliches Tagblaaaaaaaaaaat!

Antworten Antworten Antworten Gott Kupfer
01.12.2012 18:54
0

Re: Re: Re: Diesmal warens nicht die Linken ...

Hahahahahaha

AnmeldenAnmelden