Ägypten: Berater von Mursi zur Opposition übergelaufen?

01.12.2012 | 09:09 |   (DiePresse.com)

Wegen der umstrittenen Machtdekrete des Präsidenten soll sich Samir Morkos der größten Oppositionsbewegung des Landes angeschlossen haben.

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Ein hochrangiger Berater des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi hat sich offenbar der Opposition angeschlossen. Samir Morkos gehöre nun zur Nationalen Heilsfront, sagte der Oppositionsführer Ahmed Saed am späten Freitagabend der Nachrichtenagentur Reuters. Hintergrund seien die umstrittenen Machtdekrete des Präsidenten. Ein Sprecher von Morkos war zunächst nicht zu erreichen.

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Der Berater - der einzige Christ im islamistischen Führungszirkel - hatte vor einigen Tagen der in London erscheinenden Zeitung "Asharq al-Awsat" gesagt, er habe erst von den Dekreten erfahren, als sie im Fernsehen verlesen worden seien. Die Front ist die größte Oppositionsbewegung des Landes. Ihr gehören unter anderem der ehemalige Chef der Arabischen Liga Amr Moussa und Ex-Leiter der Internationalen Atomenergie-Agentur (IAEA), Mohammed ElBaradei, an.

(APA/Reuters)

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7 Kommentare

Ägypten steht wirtschaftlich nicht besonders gut da.

Vielleicht sollte sich Mursi überlegen,
ob bei diesem Hintergrund eine derartige Spaltung der Gesellschaft
womöglich in der Unregierbarkeit des Landes mündet.

Wenn er die Hoffnungen enttäuscht,
ist er schnell weg vom Fenster.

Die Armee war vielleicht doch nicht so schlecht

Jedenfalls sind die Generäle den islamischen Fanatikern vorzuziehen.
bei all der Empörung und dem Widerstand darf man nicht übersehen, dass die breite Masse der Armen einschließlich der Frauen die Muslimbrüder will.

Re: Die Armee war vielleicht doch nicht so schlecht

Murbarak nachzusagen er hätte seine Kontrahenten ins Gefängnis geschickt ist nicht richtig. Was er hat, er hat alle Extremisten die versucht haben den Staat zu destabilisieren, wie Beispiel in Luxor oder die Verbrecher im Sinai ins Gefängnis geschickt. Er kannte auch die Hintermänner dazu. Hätte er einen Schießbefehl an das das Militär gegeben, es hätte ganz anders reagiert und es hätte auch keine Demonstrationen gegeben.
Es wurde ihm etwas in die Schuhe geschoben nach dem alt bekannten Muster was er nicht zu verantworten hatte.
In welchem Land konnten sie ein Auto offen stehen lassen. Die beiden Fußballvereine in Kairo haben eine hervorragende Jugendarbeit geleistet, für Jungen und für Mädchen ohne irgendeine religiöse Benachteiligung. Er hat Millionen ausgegeben für Firmengründungen in Ägypten nach westlichen Muster. Schulen und Krankenhäuser waren hervorragend.
Viele Ägypter haben im Ausland studiert und das Land langsam nach vorne gebracht. Er hat hervorragend ausgebildete Leute gehabt. Kairo war unter Murbarak eine saubere Stadt. Manche Stadt in Europa war nicht so sauber wie Kairo in den letzten Jahren. Wer was machen wollte, eine Firma gründen oder Handel betreiben wurde von ihm finanziell unterstüzt.
Mursi will die anderen Parteien einfach überfahren. Vielleicht wird Ägypten das einzige Land das frei von Islamisten(nicht Muslime) sein wird. Er soll so weiter machen.


In die Binsen

Die sogenannte ägyptische Frühling geht mit der neuen Verfassung in die Binsen. Die Opposition ist aus dem Verfassungsrat verständlicher Weise ausgezogen. Die Frauen bleiben auch rechtlich diskriminiert, weil die Scharia gilt.
Dafür dürfen sich die neuen Machthaber im "fortschrittlichen Westen" bedanken!

Re: In die Binsen

Den letzten Satz verstehe ich nicht.

.....

ich wünsch dir viel glück mursi!!

Re: .....

Ich wünsche den Ägyptern das zu bekommen, für das sie gekämpft haben, nämlich eine demokratische Entwicklung zu der Gewaltenteilung, unabhängige Presse, freie Wahlen eine unabhängige Gerichtsbarkeit und im gegebenen Fall eine Trennung von Religion und Staat gehören.
Mursi scheint mir als Moslembruder von Anfang an nicht für solche Werte zu stehen und hat mein Vorurteil leider massiv bestätigt.

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