Lukaschenko zwingt Weißrussen per Erlass zur Arbeit

07.12.2012 | 21:57 |   (DiePresse.com)

Der Machthaber in Minsk will offenbar die Abwanderung von Arbeitskräften nach Russland verhindern. Kritiker sprechen von "Leibeigenschaft".

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Der autoritär regierende weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko hat Tausenden Arbeitern unter Androhung von drakonischen Geldstrafen verboten, ihre Arbeitsplätze aufzugeben. Lukaschenko unterzeichnete am Freitag einen entsprechenden Erlass.

Mit diesem will er verhindern, dass noch mehr Arbeiter nach Russland abwandern, wo die Löhne höher sind als in Weißrussland. Konkret betrifft das Dekret rund 13.000 Angestellte in der staatlich kontrollierten Holz verarbeitenden Industrie und etwa 3.000 Bauarbeiter, die an der Modernisierung der Sägewerke arbeiten.

Durch eine Klausel in ihren neuen Arbeitsverträgen sollen sie verpflichtet werden, alle Gehälter seit Unterzeichnung des Vertrags zurückzuzahlen, sollten sie kündigen.

Um das Geld einzutreiben, sollen die Behörden die Strafe vom Gehalt abziehen, wenn ein Arbeiter eine neue Stelle annimmt. Hat er keinen neuen Job, muss er wieder in sein altes Werk zurückkehren und trotzdem die Strafe zahlen.

Kritiker warfen Lukaschenko vor, die Leibeigenschaft wieder einführen zu wollen, nachdem er den Schritt bereits vergangene Woche beim Besuch eines Sägewerks angekündigt hatte.

(APA)

 
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7 Kommentare
civil liberties
26.12.2012 20:01
0

kapitalkontrollen / kapitalverkehrsbeschraenkungen folgen immer personenkontrollen

bereitet euch schon mal gedanklich darauf vor.

wieviel europaeische laender haben mittlerweile kapitalbeschraenkungen? bargeldbeschraenkungen? abhebelimits?

diesmal wird die mauer nicht nur zwischen ost und west berlin stehen sondern um ganz europa gehen.

zum "schutz" (als vorwand) - wird einwanderung verhindern, aber auch auswanderung (flucht)

der fachmann
09.12.2012 15:41
0

gute Idee

also ich finde die Idee gut.

statusquo
09.12.2012 09:37
3

Auf diese Weise

bekommt man begeisterte Arbeiter. Die erscheinen in der Früh, tun den ganzen Tag nichts und gehen abends wieder nach Hause. Wer solche Erlässe ausgibt, sollte gleich Aufseher mit Peitschen aufmarschieren lassen.
Lukaschenko alles Gute! Deine Dich liebenden Bürger!

PENITENTIAM AGITE
08.12.2012 17:59
0

In Österreich wären gleich so zirka 20% dagegen! Exakt ausgedrückt soviele wie es FPö-Sympatiesanten gibt

Oder zweifelt wer diese wissenschaftlich fundierte Feststellung an?

Cordon Bleu
08.12.2012 11:28
5

Niemand hat die Absicht..


Antworten fefe
08.12.2012 15:01
7

Re: Niemand hat die Absicht..

Die Leibeigenschaft gibt es sowieso, sie ist lediglich Staatsmonopol. Der Staat bekommt etwa 70% vom Erarbeiteten, hat aber erheblich weniger Pflichten als ein Sklavenhalter. Die Leute sind auch stärker motiviert und bringen daher mehr Geld herein, weil man ihnen halt erzählt, dass sie frei sind. Auf die Idee, das einfach als Freiheit zu bezeichnen ist man erst sehr spät gekommen.

civil liberties
07.12.2012 23:36
12

selbiges bald in der eu

die job-garantie wird zum "arbeitszwang". sozialismus bring uns den sieg! juhu

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