Rückfall: Venezuelas Präsident Chavez hat wieder Krebs

09.12.2012 | 19:27 |   (DiePresse.com)

Die Ärzte hätten "einige frische, bösartige Zellen" entdeckt, sagte der 58-jährige Staatschef im TV. Chavez hatte noch kurz vor seiner Wiederwahl am 7. Oktober versichert, er sei frei von Krebs.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Venezuelas Präsident Hugo Chavez hat wieder Krebs. Chavez gab den Rückfall am Samstag, wenige Tage nach einer Untersuchung in Kuba, bekannt. Die Ärzte hätten "einige frische, bösartige Zellen" entdeckt, sagte der Staatschef im Radio und im Fernsehen. Er werde sich erneut operieren lassen müssen und werde dazu am Sonntag nach Kuba reisen. Chavez war erst am Freitag von Havanna in seine Heimat zurückgekehrt.

Chavez hatte noch kurz vor seiner Wiederwahl am 7. Oktober versichert, er sei frei von Krebs. Über die Art des neuen Tumors machte er keine genauen Angaben. Er befinde sich "in derselben Gegend" wie zuvor, sagte er lediglich.

Maduro zum Stellvertreter ernannt

Der 58-Jährige bestimmte seinen Stellvertreter Nicolas Maduro zu seinem möglichen Nachfolger. Wenn ihm etwas passiere, das ihn "in welcher Form auch immer arbeitsunfähig" mache, werde Maduro gemäß der Verfassung die Übergangszeit bis zur Abhaltung von Neuwahlen leiten. "Sie wählen Maduro zum neuen Präsidenten, wenn Sie nach meinem Gefühl gehen möchten", fügte er hinzu.

Chavez' begab sich schon mehrmals für mehrere Wochen zur Krebsbehandlung ins befreundete Kuba. Im Juni 2011 ließ er sich dort einen Tumor in der Lendengegend entfernen, im Februar 2012 unterzog er sich erneut einer Operation. Im Juli verkündete er, er sei geheilt. Seit er Anfang Oktober für eine Amtszeit von sieben Jahren wiedergewählt wurde, trat der sonst wenig medienscheue Präsident allerdings nur selten in der Öffentlichkeit auf.

Der linksgerichtete Politiker steht seit 1999 an der Spitze des lateinamerikanischen Landes. Er ist bekannt für seine USA-feindlichen Tiraden und schlägt sich gern auf die Seite von Außenseiterstaaten wie Kuba und dem Iran.

(APA/AFP/Reuters)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

5 Kommentare

Ein Wunder Gottes?

Zuerst Krebs, dann, im Wahlkampf, plötzlich gesund, nach der Wahl wieder Krebs. Hatte Gott die Hände im Spiel, indem er ihn während des Wahlkampfs vorübergehend vom Krebs befreite?

Re: Ein Wunder Gottes?

Scharfsinnigst analysiert.

Wunsch umformuliert

Möge der xxx te Verwirklicher des realen Sozialismus krankeitsbedingt in den verdienten Ruhestand treten, lange leben und oft von unserem Bundespräsidenten Fischer als leuchtendes Beispiel für lupenreine, sozialistische Scheindemokratie zur Kur nach Österreich eingeladen werden. Hier wird er links liegen gelassen und dort kann e keinen weiteren Schaden mehr anrichten. Ein paar Parteiapparatschiks werden allerdings auf der Strecke bleiben. Schluchz.

Hier darf dafür dann der Standard "objektiv journalistisch alle Für und Wider ausleuchten und zu einem "Gauner ja, ABER...." Schluss kommen.

Das Wird dem Chavez dann auf Staatskosten von der Präsidentschaftskanzlei übersetzt und er darf sich freuen......

Re: Wunsch umformuliert

man versteht zwar nicht so ganz , was Sie
da meinen, bekommt aber irgendwie Angst
vor der direkten Demokratie.

Re: Wunsch umformuliert

Apropos Kommunismus und Kur in Österreich: Hat man Elsner schon zu einer Kur in Österreich überreden können?

AnmeldenAnmelden