Italien: Mario Monti will an die Spitze gerufen werden

23.12.2012 | 18:23 |   (Die Presse)

Der Premier kandidiert nicht direkt bei Parlamentswahl, hofft aber auf Führung aller, die seine Ideen teilen. Mit dieser Entscheidung stellt sich der 69-Jährige gegen Italiens große Parteien.

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Rom/Pk. Mario Monti wirft seinen Hut wieder in den Ring: Für die italienischen Parlamentswahlen im Februar will er seinen Namen als Markenzeichen jenen politischen Gruppen zur Verfügung stellen, die „überzeugt und glaubhaft“ seine Ideen für einen „Wandel Italiens und eine Reform Europas“ unterstützen.

Auch wenn er nicht direkt als Spitzenkandidat antrete, sei er bereit, „auf Wunsch solche Gruppen zu führen“ und die „Verantwortung zu übernehmen, die mir vom Parlament womöglich anvertraut wird“. Dies sagte Monti bei seiner Bilanzpressekonferenz am Sonntag in Rom.

Mit dieser Entscheidung stellt sich der 69-Jährige gegen Italiens große Parteien. Sowohl Silvio Berlusconis „Volk der Freiheit“ als auch die Sozialdemokraten Pier Luigi Bersanis hatten Monti vor einem Antreten gewarnt. Monti grenzte sich gestern stark gegen Berlusconi ab, ließ hingegen einzelne Sympathien für Bersani erkennen.

Berlusconi: Monti-Regierung "Desaster"

"Es ist unmoralisch, dass eine Person, die ein Fachleutekabinett geführt hat, dieses überparteiliche Amt nutzt, um eine Hauptrolle im Wahlkampf zu spielen", protestierte Berlusconi. Er kritisierte, dass Monti keinerlei Kooperationsbereitschaft mit seiner Mitte-rechts-Allianz gezeigt habe. Berlusconi sagte über Montis Technokratenregierung, sie sei ein "absolutes Desaster" gewesen, da sie mit ihrer drakonischen Steuer-und Sparpolitik Italien in die Rezession getrieben habe. Nach den Neuwahlen werde Monti als "kleiner Anführer einer kleinen Partei" dastehen. Berlusconi wiederholte seinen Vorwurf, Monti handle nach Maßgaben aus Berlin. "Die Operation Monti kommt aus Deutschland", protestierte Berlusconi. "Letzte Nacht hatte ich einen Albtraum, Monti war wieder an der Regierung."

Monti ist sich dessen bewusst, dass eine „Union zur Reform des Landes“, in der Anhänger und Politiker heutiger Parteien erst noch zusammenströmen müssten, das aktuelle Parteiengefüge „zersetzen“ könnte: „Ein aggressives Ziel verfolge ich nicht. Aber wenn auf diese Weise eine kritische Masse für den Wandel entstehen könnte, dann ist das willkommen“, sagte er.

Umfragen geben jedoch dem „technokratischen“ Regierungschef wenig Hoffnung, in „politischer Form“ wiederzukehren. Die Monti direkt unterstützenden zentristischen Kleinparteien und Wahlplattformen kommen zurzeit auf maximal 19 Prozent.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.12.2012)

 
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14 Kommentare
Hardliner-One
25.12.2012 13:31
1

Die Goldman-Sachsler

Die Goldman
-Sachsler wie Draghi und Monti möchten Politik nach Gutsherrenart machen. Draghi haut das Geld der EZB-Staaten raus und Monti, der kennt sowohl Brüssel als auch Goldman Sachs. Dass er jetzt Ministerpräsident werden will, ohne sich für eine bestimmte Partei zu entscheiden zeigt, dass er im Grunde so weitermachen will wie seit 2011: als eingesetzter, aber politisch nicht verantwortlicher Regierungschef.

PENITENTIAM AGITE
24.12.2012 16:43
1

Wäre ich nicht nur heißblütig, vom anderen Geschlecht begehrt (vom eigenen natürlich auch) und molto pot..., sondern auch Italiener, dannwürde ich die Cicciolina wählen!

Ist eine tolle Politikerin und kennt die Wünsche ihrer Wähler!

Antworten persil 4.0
25.12.2012 09:40
3

Re: Wäre ich nicht nur heißblütig, vom anderen Geschlecht begehrt (vom eigenen natürlich auch) und molto pot..., sondern auch Italiener, dannwürde ich die Cicciolina wählen!


Alessandra Mussolini natürlich!

Beste Gene!


Schwarzbär
24.12.2012 12:07
2

selbst im Untergang sind die Italiener noch arrogant


persil 4.0
24.12.2012 09:13
12

Und wenn wir nicht spuren,


dann bekommen wir von der EU auch einen GoldmanSachs-Monti vor die Nase gesetzt!


Antworten bad lieutenant
25.12.2012 09:25
3

Re: Und wenn wir nicht spuren,

unsere Marionette heisst ja Faymann der ja zur Befehlsausgabe zum letzten Bilderbergertreffen gereist ist....

ach ja ich hab vergessen zu erwähnen das er da nicht als Bundeskanzler aufgetreten ist sonder laut SPÖ als Privatmann


karrybe
24.12.2012 08:29
3

Monti will gerufen werden

Politiker werden gewählt und sind ihren Wählern, also Interessengruppen verpflichtet. Im allgemeinen ergeben sich vor allem in Italien finanzielle Vorteile (für Berlusconi auch andere) für sie. Minister leiten (nicht nur in Italien) Ministerien ohne Fachkenntnis - sie tragen dort ja nur "die politische Verantwortung". In Italien wird aber zweifelsohne ein Regierungschef mit Fachkompetenz gebraucht unabhängig davon ob er sich als Politiker auch überall Liebkind machen kann.
Nach der Krise könnten dann wieder die üblichen Protagonisten übernehmen - bis zur nächsten Krise.

Thronfolger
24.12.2012 01:45
6

Mr. 0.0%

Rufen sie mich, keiner waehlt mich!

Stronach
24.12.2012 00:05
8

Mario

Feigheit dein Name heisst Mario.

genau
23.12.2012 22:43
5

Ja die Kapitalisten

... wollen sich keiner demokratischen Wahl stellen, sondern die Krise zur Macht benutzen... vielleich sollte Monti eine Auflösung des Parlaments vorschlagen oder ein Ermächtigungsgesetz?

sunbeam
23.12.2012 21:36
6

Monti


Will die Grundrechte und das Bargeld abschaffen, um .......

Freier-Wähler
23.12.2012 20:36
10

zu feig dieser Monti

zu feig für eine Kanditatur aber regieren will er, nein danke

Stronach
23.12.2012 19:47
8

Ruf


nur wird der Ruf nicht erfolgen Gott sei dank

Dr.M.Hiermanseder
23.12.2012 17:55
12

Senatore a vita

Man sollte schon gewählt werden und nicht eingesetzt, Onorevole!

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