Norman Schwarzkopf 1934 – 2012

28.12.2012 | 17:45 |   (Die Presse)

Der legendäre US-General Norman Schwarzkopf, der 1990/91 das gut 960.000 Mann starke Koalitionsheer gegen den Irak führte, starb in der Nacht auf Freitag 78-jährig an Lungenentzündung.

Drucken Versenden
 
A A A
Schriftgröße
Kommentieren

Als der Bataillonscommander hörte, dass seine Leute auf der Halbinsel Batangan an Südvietnams Küste in einem Minenfeld des Vietcong steckten, flog er im Helikopter herbei, stieg aus und wies die panischen Infanteristen an, auf ihren Fußspuren im Gras zurückzugehen.

Einer trat dennoch auf eine Mine, sie verletzte sein Bein, den Commander ebenfalls, und als der Soldat vor Schmerz um sich trat und weitere Minen auszulösen drohte, warf sein Chef sich auf ihn und presste ihn zu Boden. Splitter sausten um ihre Ohren, als noch ein Mann auf eine Mine trat und zwei Kameraden mit in den Tod riss. Es war die Hölle von Vietnam. Aber der Chef brachte seine übrige Truppe in Sicherheit.

Nun ist er tot: Norman Schwarzkopf, Jr., zuletzt General der US-Army, starb in der Nacht auf Freitag (MEZ) in Tampa, Florida, 78-jährig an Lungenentzündung. Er hinterlässt seine Frau Brenda und drei erwachsene Kinder. Berühmt wurde Schwarzkopf, dessen Großvater väterlicherseits Deutscher war, aber nicht durch seinen wagemutigen Führungsstil in Vietnam: Er war im Zweiten Golfkrieg (August 1990 bis März 1991) Chef der gut 960.000 Mann starken alliierten Streitmacht, die nach der Invasion Kuwaits durch Saddam Husseins Irak in der „Operation Desert Shield“ Saudiarabien schützte und in „Desert Storm“ Kuwait zurückeroberte.

Iraks Armee war eine der weltgrößten, rund 30 Divisionen standen in Kuwait und an der saudischen Grenze, dahinter waren Reserven, speziell acht Elitedivisionen der Republikanischen Garde. Schwarzkopf setzte dagegen den „Linken Haken“: Nach mehrwöchigen Luftangriffen umfassten die Alliierten Kuwait von Westen und stießen in den Südirak vor. Vier Tage später war der Krieg vorbei.

Bob Dylan und Ballett

Der 1,90 Meter große, 110 Kilogramm schwere General, der gut Deutsch sprach, wurde dabei auch durch markige Sager legendär, wie „Wir treten den Irakis in den Arsch“, und bekam den Spitznamen „Stormin' Norman“. Dabei mochte er Opern, Bob Dylan und Ballett. Im Sommer 1991 ging er in Pension, wies Angebote aus der Politik ab, wurde Aufsichtsratsmitglied in Firmen und Aktivist für Krebskranke. 2003 kritisierte der erklärte Republikaner die US-Invasion des Irak, da er keine Beweise für Massenvernichtungswaffen dort sah; er warf Verteidigungsminister Donald Rumsfeld gar vor, Spaß am Krieg zu haben.

Eigentlich hieß Schwarzkopf, wie sein Vater, im ersten Vornamen Herbert. Beide hassten den Namen, worauf der Junior ihn mit 18 amtlich auf „H.“ umschreiben ließ. Sein Vater war auch General, und er starb auch an einem Lungenleiden: an Lungenkrebs. wg

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.12.2012)

 
Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
45 Kommentare
 
12
beschwerer
30.12.2012 10:38
0

verdammt viele diktatorenfreunde hier...

pardon, schwarzkopf hat eine von der uno abgesegnete militäraktion angeführt, an der sich nicht nur us-truppen, sondern auch kontingente von argentinien über frankreich und syrien bis zum senegal beteiligt haben. so viel zur legitimation - aber hier heulen offenbar immer noch viele dem blutrünstigen saddam nach, der für euch vermutlich noch zu wenige leute umgelegt hat. wenigstens kann er jetzt mit seinem freund jörg plaudern, aber wohl eher nicht im himmel, gell.

massai
29.12.2012 20:41
1

in schalaa

hoffentlich verdreckt sein cadaver nicht auch noch das trinkwasser

massai
29.12.2012 09:55
2

die welt kann aufatmen

ein monster weniger- das tut gut.

the world can take a deep breath- thanks god

in schalaa

Brecher
28.12.2012 19:04
7

Ein Kriegsverbrecher weniger

!

efes-pilsen-basket
28.12.2012 18:27
3

ich bin sehr traurig mein gott mein gott

owehh owehh

so viele sterne

satyricon
28.12.2012 17:28
5

medienkrieg

das einzig bemerkenswerte war die mediale umsetzung. der rest war zielschiessen auf wehrlose. echt super.

Antworten Franz Weinpolter
28.12.2012 18:16
11

Re: medienkrieg

die irakische Armee war damals alles andere als wehrlos!

Antworten Antworten satyricon
28.12.2012 18:55
3

Re: Re: medienkrieg

sorry aber ich war zu der zeit in kuwait. ausser die gegend vermint haben die iraker nichts gemacht. der großteil der irakischen panzer war aus den 60ern (so wie die österreichischen) ohne leitsysteme. schätze die haben auf sicht geschossen. keine hubschrauber und ein paar jets aus den 70ern. das kuwait ein flaches offenes land (man könnte auch wüste sagen) ist wissen sie sicher. die ushelis haben die ziele markiert und die artillerie hat sie ausradiert. den rest haben sie auf cnn gekillt. ok

Antworten Antworten Antworten Leitkultur
28.12.2012 19:17
3

Re: Re: Re: medienkrieg

"sorry aber ich war zu der zeit in kuwait."

I call bullshit.

Antworten Antworten Antworten Antworten satyricon
28.12.2012 22:06
3

Re: Re: Re: Re: medienkrieg

wie du meinst bully. das verhältnis (lt. wikipedia) an militär. opfern war 230 : 50000 + 35000 zivile opfer. darauf kann man als 4*general nicht stolz sein.

Antworten Antworten gregor127
28.12.2012 18:31
1

Re: Re: medienkrieg

Ja stimmt, die hatten ja die schlimmen Massenvernichtungswaffen. Deshalb hat man ja angefriffen um die Bevölkerung zu schützen. Komischer weise hat man die aber bis heute nicht gefunden. Aber jetzt sind welche dort in Form der Uranmunition der Angreifer USA. Bush hat der ganzen Welt erklärt das Saddam solche Waffen hat und man daher schnell handeln muss. Schon vergessen??

Antworten Antworten Antworten Leitkultur
28.12.2012 19:18
5

Re: Re: Re: medienkrieg

"Ja stimmt, die hatten ja die schlimmen Massenvernichtungswaffen. "

In der Tat richtig.

http://de.wikipedia.org/wiki/Giftgasangriff_auf_Halabdscha


Antworten Antworten Antworten Antworten Paco
29.12.2012 11:43
0

Re: Re: Re: Re: medienkrieg


Auszug aus Ihrem Link:

[...] In einem Artikel der New York Times vom 31. Januar 2003[2] schrieb Stephen C. Pelletiere, ehemaliger Analyst des Irakisch-Iranischen Kriegs für die CIA, dass man im Nachhinein nicht eindeutig und mit Sicherheit einer Kriegspartei die Schuld am Massaker zuweisen kann. Er verweist darauf, dass die Kurden durch ein Giftgas auf Zyanidbasis umkamen, das zu dieser Zeit der Iran, nicht aber der Irak besaß. [...]

Aha, der Irak nicht besaß!

Die aus ihren Brutkästen herausgerissenen kuwaitischen Babies war ja auch eine Kriegstreiber-Ente.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Leitkultur
30.12.2012 19:03
0

Re: Re: Re: Re: Re: medienkrieg

Und ich nehme an, der "Analyst" Stephen C. Pelletiere hat die Wahrheit von Gott eingesagt bekommen.

Antworten satyricon
28.12.2012 17:31
2

Re: medienkrieg

P.S. in walhalla werdens ihn mit soetwas nicht nehmen

Franz Weinpolter
28.12.2012 15:49
6

Nicht Soldaten entscheiden ob Kriege geführt werden, sondern die politisch Verantwortlichen!

Scheinbar ist das vielen nicht bekannt!
Oder sie wollen es nicht wahrhaben.
General Schwarzkopf hat einen Auftrag ausgeführt.
Ein großer Soldat ist von uns gegangen!

Antworten TomBerg
28.12.2012 18:08
1

Re: Nicht Soldaten entscheiden ob Kriege geführt werden, sondern die politisch Verantwortlichen!

Auftragsmörder führen auch nur Aufträge aus. Mögen muß man sie deshalb nicht.

Antworten gregor127
28.12.2012 18:08
2

Re: Nicht Soldaten entscheiden ob Kriege geführt werden, sondern die politisch Verantwortlichen!

Ich glaube eher das politische Berater wie hohe Militärs und Geheimdienst den Politikern sagen das möglichst schnell ein Krieg angefangen werden soll. Dann wird lange Zeit illegal mit Spezialisten im Untergrund Krieg vor Ort geschürt und vorbereitet, und dann gibt es den Befehl des Oberidioten, in dem Fall Bush, das los geschlagen werden kann. Zu so einem Zeitpunkt stehen aber alle schon in Stellung. Komisch, 67 Jahre nach Kriegsende des 2. WK werden immer noch Massenmörder gesucht, und solche Leute sollen hoch geachtet werden und in Ehren begraben werden?? Das sind elende Kriegsverbrecher wie alle anderen auch die unschuldige ermorden im Auftrag der zu exportierenden Demokratie.

Antworten Antworten Franz Weinpolter
28.12.2012 19:12
1

Re: Re: Nicht Soldaten entscheiden ob Kriege geführt werden, sondern die politisch Verantwortlichen!

ich glaube du brauchst einen Arzt...

Antworten Antworten Antworten gregor127
28.12.2012 20:41
1

Re: Re: Re: Nicht Soldaten entscheiden ob Kriege geführt werden, sondern die politisch Verantwortlichen!

Warum?? Kann man die Wahrheit schon operativ entfernen??

derwanderer
28.12.2012 14:29
8

Endlich mal eine freudige Nachricht! Juhu

Um den Kriegsverbrecher ist wirklich nicht schade.

Antworten goosenpower
29.12.2012 16:06
1

Re: Endlich mal eine freudige Nachricht! Juhu

Schwachkopf !

Atenza
28.12.2012 13:11
11

Das sind genau jene

Leute die heute verflucht werden, die aber damals sicher gestellt haben, dass WIR an den Zapfsäulen brav weiter tanken durften.
Aber ja, wir fahren alle gern Rad und gehen grundsätzlich zu Fuss. Bei Tag und Nacht, zu jeder Zeit.

Paco
28.12.2012 12:32
3

Ob ...


... April Gillespie (US-Botschafterin in Kuwait), die Saddam Hussein grünes Licht für den Angriff auf Kuwait gegeben hat, zu den Begräbnisfeierlichkeiten auch eingeladen wird?

Brecher
28.12.2012 12:05
11

Kriegt der jetzt ein Kriegsverbrecherdenkmal

?

Antworten halvarvonflake
28.12.2012 12:29
16

Re: Kriegt der jetzt ein Kriegsverbrecherdenkmal

nein, aber ev. ihr freund saddam?

 
12
AnmeldenAnmelden