Nordkorea: Kim Jong-un für "radikalen" Politik-Wechsel

01.01.2013 | 10:55 |   (DiePresse.com)

Der nordkoreanische Machthaber will die Konfrontation zwischen seinem Land und "dem Süden beenden". 2013 werde ein Jahr "großer Schöpfungen und Veränderungen sein".

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Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat sich für einen "radikalen" Wechsel in der Politik seines seit Jahrzehnten abgeschotteten Landes ausgesprochen. Die Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung erklärte er zum obersten Ziel im neuen Jahr und rief zum Ende der Feindschaft zu Südkorea auf. 2013 werde ein Jahr "großer Schöpfungen und Veränderungen sein, die einen radikalen Umschwung bewirken", versprach Kim am Dienstag in der ersten Neujahrsansprache eines Herrschers des kommunistischen Landes seit 19 Jahren.

Es war die erste Audiobotschaft eines nordkoreanischen Machthabers, seitdem sich Kim Jong-uns Großvater Kim Il-sung 1994 an die Öffentlichkeit wandte. Der als Staatsgründer verehrte Diktator starb 1994. Dessen Sohn und Nachfolger Kim Jong-il hatte so gut wie nie öffentliche Reden gehalten. Unter seiner Herrschaft waren die Ziele für das neue Jahr in einem Leitartikel der offiziellen Zeitungen umrissen worden. Nach seinem Tod vor einem Jahr war sein Sohn zum neuen Machthaber ausgerufen worden.

"Konfrontation zwischen Nord und Süd beenden"

Kim Jong-un kündigte an, dass 2013 ein "radikales Umsteuern" beim Aufbau der Wirtschaft bringen werde. Er forderte einen radikalen Umschwung, der das Land zu einem "wirtschaftlichen Riesen" machen und den Lebensstandard der Menschen anheben solle. Die Landwirtschaft und Leichtindustrie stünden dabei im Zentrum. Das Jahr 2013 solle zu einem Jahr der "großen Erfindungen und Änderungen" vor allem in der Wirtschaftspolitik werden. Das verarmte, aber hochgerüstete Nordkorea ist seit Jahren auf Hilfe von außen angewiesen.

Der erfolgreiche Start einer Weltraumrakete in Nordkorea im Dezember soll dabei laut Kim als Ansporn für die Anstrengungen der Menschen dienen - der Raketenstart war international heftig kritisiert worden. Zudem sei es eine wichtige Aufgabe, "die Konfrontation zwischen Nord und Süd" (-Korea) zu beenden", sagte Kim. So könne "die Teilung des Landes beendet und seine Wiedervereinigung erreicht werden". Die Vergangenheit zeige, dass Konfrontation zwischen Landsleuten zu "nichts als Krieg" führe.

"Militärische Macht ausbauen"

Neue Vorschläge nannte er nicht. Vielmehr bekräftigte er die Forderung Pjöngjangs, die Abkommen von den bisher einzigen beiden gesamtkoreanischen Gipfeltreffen 2000 und 2007 umzusetzen. Kim nannte die Abkommen "große Wiedervereinigungsprogramme". Zugleich betonte er, dass es nötig sei für Nordkorea, bessere Waffen zu entwickeln. Das Land könne sich "nur unter der Bedingung entwickeln, dass es seine militärische Macht in allen Bereichen ausbaut".

Nordkorea hatte den Kontakt zur Regierung des scheidenden südkoreanischen Präsidenten Lee Myung-bak abgebrochen. Lee hatte sich von der "Sonnenscheinpolitik" seiner beiden Vorgänger distanziert. Im Februar übernimmt Lees konservative Parteifreundin Park Geun-hye das Präsidentenamt. Im Wahlkampf hatte die im Dezember gewählte Park gesagt, eine Politik des Vertrauens zu Nordkorea aufbauen zu wollen. Die Beziehungen zwischen den beiden Staaten sind seit dem Korea-Krieg in den 1950er Jahren gespannt. Gegen Nordkorea wurden wegen seiner Atomwaffenversuche und Raketentests mehrfach UNO-Sanktionen beschlossen.

(APA/AFP/dpa)

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50 Kommentare
 
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Wenn er das durchzieht

- bleiben nur mehr Kuba und Oesterreich als kommunistische Laender ueber. Und das heutige Kuba gilt ja auch schon als recht liberal.

Re: Wenn er das durchzieht

ob man solche worte auch mal'aus nordwien(=nö)vernehmen wird?
(grüsse aus 1926-trennungsvertrag...)

5 8

Re: Wenn er das durchzieht

depp

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Re: Wenn er das durchzieht

sehr witzig leb einmal dort und mach den Mund auf du Pfeife

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Re: Wenn er das durchzieht

Jaja, unser Österreich.... das westlichste Land im Osten. So war es und so wird es sein.....

Re: Re: Wenn er das durchzieht

1) Traf das nur auf die durch einen menschewikischen Putsch gegruendete Republik zu. Die Monarchie war ein Wirtschafts & Innovations-Powerhouse.
2) Sind mittlerweile Laender weitaus oestlicher als wir deutlich mehr marktwirtschaftlich orientiert.

13 1

Alleinstellungsmerkmal für Österreich

Dann hätte Österreich, nachdem es völlig heruntergewirtschaftet wurde endlich wieder einmal ein weltweit einzigartiges "Alleinstellungsmerkmal".
Früher war Wien (neben Prag) das Epizentrum der Medizin, der Wissenschaft, Philosophie und Kunst - der Opernball ein wirklich aufregendes hochklassiges Ereignis - schon bald werden uns Japaner aus allen Positionen als letztes kommunistisches Bollwerk fotografieren.
Und Wissenschaftler aller Länder werden Studien anregen um festzustellen wodurch so ein rapider unaufhaltsamer Verfall möglich wurde. Wieso sich die Österreicher an ein untergehendes GROKO System klammern.
War es die linke "Sozialpartnerschaft", die unter GROKO versteckte Kommunistische Partei, das pervertierte Parlament in dem alle Abgeordnete (da nie frei gewählt) ihre Kontrollaufgaben vergassen, war es die Marxistische BWK, die ihre eigenen Zwangsmitglieder jagt - oder alle zusammen?

irgendwie logisch

wen er auch nur ein handbreit aufmacht ziehen ihm die eigenen genossen das fell über die dicken ohren. also braucht ein ordentliches militär. und wenn er auf china macht ist auch viel mehr zu verdienen. das land gehört ihm weiterhin und dann rollt der rubel wenn die investoren kommen.

Fettkopf

spricht und die DDR lädt grüssen

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Kim's Ansprache wurde falsch übersetzt

er sprach eindeutig davon den Kommunismus zu stärken und weitere militärische Anstrengungen hau unternehmen. Alles andere das hineininterpretiert wird, sind mediale Hosenwinde die sich in nichts auflösen werden.
Er wurde nicht in der Schweiz ausgebildet, wie oft fälschlich moniert sonder hat eine Schweizer Internat gegen Kosten "besucht" und, wie Kommilitonen betätigen, dort nichts dazugelernt...

Unser Bundesheinzi kann ruhig schlafen - sein Kampfgenosse und Bundesbruder bleibt ihm erhalten.

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Re: Kim's Ansprache wurde falsch übersetzt

Er ging sehr wohl in der Schweiz zur Schule, und zwar in die öffentliche in Bern Liebefeld.

Re: Kim's Ansprache wurde falsch übersetzt

gibt's noch ein älteren Hut ?

4 2

Re: Re: Kim's Ansprache wurde falsch übersetzt

Ja. Pretterebner und Dossier Fischer googeln. Jeder Politiker im Westen müsste schon lange zurückgetreten sein. - wenn er dagegen nicht geklagt hatte.
Wenn er könnte..

Schriftweise

Liebe Presse Redaktion,

Sie können die Hauptstadt Nordkoreas ruhig Pyeongjang schreiben, auch das "r" Pak Geun-hye ist nicht notwendig.

Liebe Grüße

2 2

Abgang

Zuerst könnte er sein Entourage mit einer seiner sinnlosen Raketen ins All schiessen und dann selbst einen Abgang machen. Damit wären alle Voraussetzungen für einen Wechsel geschaffen!

komm

da kimmans dann, kimme druff und jong uns

Dr. Fischer - den wir übrigens heute auch noch sehen, könnte Kim Jong-un ablösen

Immerhin ist er mit den Besten Überwachungssysteme vertraut und hat die linke Ideologie wie kein zweiter im Blut.

9 22

Re: Dr. Fischer - den wir übrigens heute auch noch sehen, könnte Kim Jong-un ablösen

hmmm. wohl solange das Köpfchen am rechten Rand raushängen lassen, bis das Hirn saust. schlimm.

Re: Re: Dr. Fischer - den wir übrigens heute auch noch sehen, könnte Kim Jong-un ablösen

Ich seh´s schon - der erste tut sich schon schwer von Fischer abschied zu nehmen :)

Nö - Sie haben eh noch Faymann, der überwacht sie eh weiter - versprochen!

7 14

Re: Re: Re: Dr. Fischer - den wir übrigens heute auch noch sehen, könnte Kim Jong-un ablösen

ich kann mir beim besten Willen und dem aufbringen aller Nachsicht nicht erklären, wie sie in ihrer verblendeten Weltanschauung auf den Einfall kommen, Fischer koennte in irgend einer Art in Korea mitregieren. gewöhnlich falle ich auf Trollpostings nicht herein, aber ihres ist so haarsträubend unsinnig, dass es mich ärgert. schreibens doch bitte lieber Leserbriefe an die Kronenzeitung.

4 2

Re: Re: Re: Re: Dr. Fischer - den wir übrigens heute auch noch sehen, könnte Kim Jong-un ablösen

richtig!
Das exakte Gegenteil ist wahr.

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"...wie sie in ihrer verblendeten Weltanschauung auf den Einfall kommen, Fischer koennte in irgend einer Art in Korea mitregieren. ..."

absolut richtig, denn das Gegenteil stimmt!

Kim Jong-un regiert per Heinz Fischer und Genossen in Österreich mit.

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Re: "...wie sie in ihrer verblendeten Weltanschauung auf den Einfall kommen, Fischer koennte in irgend einer Art in Korea mitregieren. ..."

die beiden "likes" von mir, weil das ist wirklich lustig! ;-D

xxx

"...und rief zum Ende der Feindschaft zu Südkorea auf. 2013 werde ein Jahr "großer Schöpfungen und Veränderungen sein, die einen radikalen Umschwung bewirken"

+

"...nur unter der Bedingung entwickeln, dass es seine militärische Macht in allen Bereichen ausbaut".

er will südkorea jetzt endlich komplett erobern? wäre auch eine art "wiedervereinigung".

Was sagen unsere Roten dazu?

Dem Bundesheinzi wird seine zweite Heimat genommen, wenn sich dieses kommunistische Land öffnet.
Und wie war das noch mit der Delegation der Sozen aus Ober-, Niederösterreich und Wien? Dort gäbe es lt. deren Aussage keine Hungersnöte, sondern lediglich zeitweise "Versorgungsengpässe"? In solchen Aussagen sieht man die tatsächliche "Menschlichkeit" dieser von uns durchgefütterten "Gutmenschen".

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Re: Was sagen unsere Roten dazu?

wohl die verwirrte Wortspende eines "Schlechtmenschen'?

 
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