"Hände weg": Auch "Sun" zündelt im Falkland-Konflikt

04.01.2013 | 10:47 |   (DiePresse.com)

Nach der argentinischen Präsidentin schaltet nun auch das britische Boulevardblatt im Inselstreit eine Anzeige - und warnt darin Buenos Aires.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Das britische Boulevardblatt „The Sun" hat sich in den Falklandinsel-Konflikt eingemischt und eine Anzeige in der argentinischen Zeitung "Buenos Aires Herald" geschaltet. In dem Inserat wird Argentiniens Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner unverblümt aufgefordert, alle Forderungen nach der Inselgruppe aufzugeben: "Im Namen unserer Millionen Leser (...): 'Hände weg'."

Mehr zum Thema:

Das Boulevardblatt reagiert damit auf ein Inserat von Kirchner vom Donnerstag, das die Präsidentin in den britischen Tageszeitungen „Independent" und "The Guardian" hatte schalten lassen. "Vor genau 180 Jahren, am 3. Jänner, hat Großbritannien in einem unverhohlenen Akt des Kolonialismus des 19. Jahrhunderts Argentinien die Inseln gewaltsam entrissen, die 14.000 Kilometer von London entfernt sind", schrieb Kirchner in dem Offenen Brief an den britischen Premier David Cameron. Die "Kolonialmacht" Großbritannien weigere sich bis heute, sie zurückzugeben und damit die "territoriale Vollständigkeit" Argentiniens zu garantieren, monierte Kirchner in dem Inserat.

In der "Sun"-Anzeige heißt es nun, Selbstbestimmung sei ein fundamentales Menschenrecht und die Bewohner der Falklandinseln hätten sich eben entschieden, Briten zu sein. Ähnlich hatte am Donnerstag auch das britische Außenministerium reagiert. Außerdem seien die Inseln seit 1765 unter Kontrolle der Briten. "Damals existierte Argentinien noch gar nicht", schreibt die Sun.

Die Bewohner der Falklandinseln werden im März darüber abstimmen, ob sie weiterhin zu Großbritannien gehören wollen. Es wird mit einer mehrheitlichen Zustimmung gerechnet.

Der Krieg um die Falklands

Vor 31 Jahren war Argentinien bekanntlich wegen der Inselgruppe in den Krieg gezogen: Die Armee der damaligen argentinischen Militärjunta griff die Inselgruppe an und löste damit den bewaffneten Konflikt mit Großbritannien aus, der mit einer Niederlage für das südamerikanische Land endete. Bei den 74-tägigen bewaffneten Auseinandersetzungen um die dünn besiedelten Inseln starben etwa 650 Argentinier und rund 250 Briten. Großbritannien übernahm anschließend wieder die Kontrolle über die Inseln. Argentinien fordert das rohstoffreiche Archipel für sich.

(Red. )

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

14 Kommentare

Argentinien soll sch****n gehen!


Argentinier, kümmert euch lieber um den Staatsbankrott

Argentinien, ein Volk von Nobeltuern, die regelmässig alle paar Jahre im Staatsbankrott landen, sollten andere Sorgen haben.
Übrigens:
Spanien und Italien (von wo die überwältigende Mehrheit der argentinischen Einwanderern stammen) liegen von Argentinien auch mindestens 15000 km. entfernt. Was haben die dort zu suchen?
Haben die von dem verlorenen Krieg noch nicht genug? Damals starben tausende argentinische Soldaten oder waren dem Erfrieren nahe. Lateinamerikanischer Grössenwahn.

Die Kirchner schon wieder...

Ein altbewährtes Mittel, wenn auch eigentlich nicht mehr zeitgemäß: Wenns interne Probleme gibt wird versucht, die durch aussenpolitisches Auftrumpfen zu beseitigen. Tatsächlich war das auch schon der unmittelbare Auslöser des (ersten?) Falklandkriegs... Bewirkt hat er im Endeffekt das Gegenteil, die Militärjunta war nur umso schneller Geschichte. Insofern nicht wirklich nachvollziehbar was die Tante da treibt.

Rein inhaltlich muss ich sagen, dass juristisch und auch gefühlsmässig die britische Seite überzeugender ist. Ein K*ackblatt wie die Sun vorauszuschicken halte ich für mässig sinnvoll, aber inhaltlich haben sie ausnahmsweise recht: Relevant ist das Selbstbestimmungsrecht der Völker. Traditionell fühlen sich die Bewohner dieser Inseln nun einmal dem Vereinigten Königreich zugehörig, und nicht Argentinien. Die Abstimmung wird zeigen wie es tatsächlich ist, und dann ist hoffentlich ruhe.

Dagegen nimmt sich die argentinische Argumentation - abgesehen davon dass sie historisch falsch ist - eher schwach aus.

Idiotisch!

Ein Haufen Steine mit ein paar einsamen Siedlern drauf. Die Insel kann ohne Versorgung von Außen nicht überleben. Die Zeit des Commonwealth und der Kolonien ist längst vorbei.

Und trotzdem hauen sich zwei Länder gegenseitig den Schädel ein wegen einem Haufen Steine.

Re: Idiotisch!

8 Minüsse? Scheinbar befinden ich einige der Presse-Community wirklich noch im 19. Jahrhundert.

Willkommen im Jahr 2013.

"Ähnlich hatte (..) auch das britische Außenministerium reagiert"

Ein Artikel über dessen Statement wäre für den Leser interessanter. Die Sun ist weder Vertreter des Volkes noch des Staates.

gehören die Falklandinseln eigentlich zur EU

dann wäre ja alles geklärt - oder


Re: gehören die Falklandinseln eigentlich zur EU

Sicher

Re: Re: gehören die Falklandinseln eigentlich zur EU

nein,

falkland ist ein sogenanntes britisches uberseegebiet, somit nicht in der EU,

Falkland ist nicht einmal Teil des königreiches, sondern untersteht der Krone mit innerer Souveränität.

Re: Re: Re: gehören die Falklandinseln eigentlich zur EU

Aha. Noch schlimmer.
Dann ist die Absicht von Argentinien aggressive Expansionspolitik gegenüber einem "Schwächeren" (wenn GB nicht wäre)

voll witzig, weil

das gebilde argentinien ja keine koloniamacht darstellt?...

Re: voll witzig, weil

Na ja, die Koloniamacht hat in Wien jedenfalls die MAbt.48 :-)

Re: Re: voll witzig, weil

ja, aber nur bis 1972, da wurden die coloniakübeln durch die plastikkübeln ersetzt;-)

AnmeldenAnmelden