15-jähriges Taliban-Opfer Malala aus Spital entlassen

04.01.2013 | 11:31 |   (DiePresse.com)

Radikalislamisten hatten der jungen Aktivistin im Oktober eine Kugel in den Kopf gejagt. Das Attentat sorgte weltweit für Entsetzen. Nun wurde Malala aus einer britischen Klinik entlassen. Sie muss aber erneut operiert werden.

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Die von Taliban schwer verletzte pakistanische Schülerin Malala Yousufzai hat die Spezialklinik im britischen Birmingham verlassen und erholt sich weiter bei ihrer Familie in England. Die 15-Jährige müsse sich aber Ende Jänner oder Anfang Februar weiteren Behandlungen unterziehen, sagte der medizinische Direktor des Königin-Elizabeth-Hospitals, Dave Rosser, am Freitag.

Malala wurde wegen ihrer Kritik an den radikalen Islamisten in ihrer Heimat zu einem Symbol des Widerstandes und weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Anfang Oktober schossen Taliban der Schülerin auf dem Weg von der Schule zum Bus in den Kopf. Sie begründeten das Attentat damit, dass Malala pro-westlich sei, gegen die Taliban aufbegehrt und US-Präsident Barack Obama einen vorbildlichen Staatschef genannt habe.

"Eine starke junge Frau"

"Malala ist eine starke junge Frau", sagte Rosser. Zusammen mit ihrem Pflegeteam habe sie große Fortschritte bei der Genesung erzielt. Daher hätten die Ärzte beschlossen, dass Malala am Donnerstag aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Sie habe bereits in den vergangenen Wochen mehrmals die Klinik vorübergehend verlassen und bei ihrer Familie leben können, die ein begrenztes Bleiberecht in Mittel-England hat.

Malala stammt aus dem Swat-Tal in Pakistan. Sie hatte 2009 schon als Elfjährige gegen die Taliban protestiert, die Mädchen und Frauen den Zugang zu Bildung verweigern. Sie schilderte in einem Dokumentarfilm und einem Blog ihren Wunsch, Ärztin zu werden - entgegen den Vorschriften der Taliban.

Damals hatte sich die pakistanische Regierung mit den Taliban im Swat-Tal auf eine Waffenruhe geeinigt und damit faktisch die Kontrolle der Islamisten anerkannt. Diese setzten daraufhin islamische Gerichte ein, töteten widerspenstige Einwohner und schlossen Schulen für Mädchen, darunter die Malalas. Die pakistanische Armee erlangte später die Kontrolle über das Swat-Tal zurück, und Malala Yousufzai wurde mit der höchsten zivilen Auszeichnung Pakistans geehrt.

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4 Kommentare

Hat...

man diesem mutigen Mädchen etwa noch immer kein Asyl angeboten in A. Ist man in A besonders stolz darauf Scheinasylanten und Kriminelle durchzufüttern und zu finanzieren anstatt diesem Mädchen eine Zukunft zu bieten. Schön schwach!

Die Taliban könnten JEDEN TAG JEDE BELIEBIGE ANZAHL von Frauen und Mädchen überfallen,

weil diese Personen von der Besatzung nicht geschützt werden. Auch Mädchenschulen nicht. Was schon etliche Reporter festgestellt haben. Die Besatzer schützen doch vor allem nur sich selbst!

Aber es kann ja jeder, der das anders sieht, Filme und Fotos von den amerikanischen, britischen und anderen NATO-Einheiten veröffentlichen, auf denen zu sehen ist, wie sie vor Einrichtungen für Frauen und Mädchen (auch Schulen) Wache halten. Also, ich habe noch nie solch Bilder gesehen, obwohl ich täglich mehrere wichtige Zeitungen lese. Abgesehen davon, dass die Frauen und Mädchen auch auf ihren Besorgungs- und Schulwegen stets total unbeschützt unterwegs sind.

Übrigens haben auch Deutschland und Österreich nichts gemacht.

Auch die Grünen, die sich doch sonst in Frauenfragen immer so wichtig machen, haben kein Ohrwaschel gerührt. Null offizielle politische Reaktionen bzw. Maßnahmen!

Abschließend darf man auch noch anführen, dass Karzai, der Präsident des Westens, einer der größten Wahlbetrüger der Gegenwart ist. Ohne dafür Widerspruch oder Protest des Westens zu ernten. Nix Neuwahl oder dergleichen!

Für wie blöd halten die westlichen Politiker und Medien eigentlich die Menschen?

Welcher männliche Pakistani oder Afghane, egal, ob Taliban oder nicht, würde sich von einer Frau, noch dazu von einem Mädchen, kritisieren lassen? Man möge bitte die pakistanischen und afghanischen Parteien und Volksgruppen aufzählen, die Frauen und Mädchen als gleichwertig ansehen.

Und würden die notorischen Verbreiter der völlig einseitige West- bzw. Lügenpropaganda wenigstens ein wenig in ihren Archiven nachschauen, dann könnten sie leicht feststellen, dass sie selbst(!!!) schon etliche Male über scheußliche Misshandlungen, Körperverletzungen und Verunstaltungen von Frauen und Kindern in der Region, insbes. in Afghanistan, berichtet haben, als von den Taliban noch nicht einmal die Rede war.

Und wenn außerdem unter dem vom Westen mit Milliarden zugeschütteten afghanischen Präsidenten Karzai, dem enge verwandtschaftliche Beziehungen zur Rauschgiftszene nachgesagt werden, in Anwesenheit der amerikanischen-, britischen bzw. NATO-Truppen neue(!) frauenfeindlichste Gesetze beschlossen wurden, dann kann doch wohl nur eine westliche Lügenpropaganda eine frauenfreundliche Politik feststellen.

Zur Erinnerung die neuen Gesetze: Die Frau hat dem Mann zu Willen zu sein. Sie darf keiner Tätigkeit nachgehen, die dem Mann missfällt, und sie darf auch nur mit seiner Zustimmung Haus verlassen. Und? Was haben die pharisäerhaften westlichen Politiker bzw. die Besatzer (USA, Großbritannien bzw. NATO-Länder dagegen) gemacht?

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