Trotz Finanzstreit: US-Finanzminister beharrt auf Rücktritt

04.01.2013 | 16:58 |   (DiePresse.com)

US-Präsident Obama dürfte die nahenden Verhandlungen über eine Erhöhung des Schuldenlimits ohne seinen Vertrauten Timothy Geithner führen. Der Finanzminister will offenbar noch im Jänner sein Amt niederlegen.

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US-Finanzminister Timothy Geithner besteht laut Medienberichten auf ein baldiges Ausscheiden aus dem Kabinett von Präsident Barack Obama - trotz der bevorstehenden schwierigen Verhandlungen über eine Erhöhung des Schuldenlimits.

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Wie die Finanzagentur Bloomberg unter Berufung auf namentlich nicht genannte Quellen berichtete, beharrt der 51-jährige Geithner darauf, sein Amt noch Ende Jänner aufzugeben. Er halte an seinem Plan fest, unabhängig davon, ob es eine Einigung gibt oder  nicht, hieß es.

Geithner, der der Regierung seit 2009 angehört, hat seit langem den Wunsch zum Ausscheiden. Schon Mitte 2011 wollte er abtreten.

Er ist einer der engsten finanzpolitischen Vertrauten des Präsidenten und das letzte verbleibende Mitglied von Obamas ursprünglichem Team von Wirtschaftsexperten.

Als Nachfolger wird der Stabschef im Weißen Haus, Jack Lew, gehandelt. Dieser hat bisher aber nur wenig Erfahrungen mit den Finanzmärkten gemacht. Das Weiße Haus habe indes den Chef des Kreditkartenunternehmens American Express, Kenneth Chenault, gefragt, sich aber eine Absage geholt, berichtete Bloomberg.

(Red./APA/dpa)

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74 Kommentare
 
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"Linksliberaler Ökonom"

Marx wäre mehr als erstaunt zu hören, was heute als "links" und / oder als "liberal" gilt, aber, meinetwegen, Worte sind Schall und Rauch.

Wichtiger der Inhalt: der gute Mann hält den Trick mit der Billion-Dollar-Münze für OK, weil auch die Schuldengrenze "verrückt" sei.

Für so viel ökonomischen Wahn und Zynismus erhält man den Nobelpreis?

Um bei der Ausdrucksweise von K. zu bleiben: "In Ordnung. Die Welt ist ja auch verrückt"


Eine Sammlermünze als Ausweg

rofl

PS: Mehr kann man dazu nicht schreiben

Achtung

Denken war noch nie die Stärke von Politikern!

Zinseszinssystem

Das System funktioniert noch so lange wie die Reichen ihr Geld irgendwo parken, sprich entweder gar nicht anlegen oder damit Wertpapiere kaufen, denen keine echte Wirtschaftsleistung gegenüber steht. Wenn alle Reichen ihr Geld nehmen würden und in Sachgüter stecken (Autos, Häuser, Schiffe, Produktionsanlagen, Grundstücke), dann würde das die Inflation derart anheizen, dass alle mit den Ohren wackeln. Das viele neu mittels Krediten geschöpfte Geld (mit dem die Zinsen der alten Kredite bezahlt werden müssen) wird zur Zeit aus dem System geschleust und irgendwo in Fantasiewerten geparkt. Für mich ist das wahrscheinlichste Szenario der nächsten Jahre, dass die Börsen sich erhohlen, viele in Wertpapiere investieren und irgendwann kommt mal zur Abwechslung ein Börsencrash (die letzte Krise war ja eine Immobilienblase, die vorletzte eine Wertpapierblase > Stichwort new economy). Dann wird mal wieder viel Geld vernichtet, viele Kredite können nicht bezahlt werden, viele Gläubiger (auch die Notenbanken) werden ihr Geld abschreiben und das System wird damit zurückgesetzt, weil überflüssiges Geld "vernichtet" wird. Dazu 5% bis 10% Inflation und in wenigen Jahren ist alles wieder paletti und sobald es aufwärts geht sprechen alle von einem Wirtschaftswunder. Das gab es schon und wird wahrscheinlich wieder kommen. Idiotisches Zinssystem...

Sind das scchon die ersten Anzeichen von Hyperinflation?

Wen die Amis weiter so eifrig Geld drucken, wird es bald 1000-$-Noten geben müssen.

Wird übrigens eine recht schwere Münze

Beim derzeitigen Pt-Preis von 50.000US$ pro kg sollten das 20.000 t sein.

Ich frage mich nur, ob der amerikanische Staat überhaupt so viel Pt hat oder ob es eine 1Unzen Münze mit der Aufschrift "In God we trust" wird.

Re: Wird übrigens eine recht schwere Münze

Bis auf eine winzige Ausnahme: Platinmünzen darf das Finanzministerium mit jedem beliebigen Wert prägen.

Der Materialwert ist somit nicht gleich der Prägewert. Die Münze kann somit "klein" bleiben.

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Re: Re: Wird übrigens eine recht schwere Münze

Sollte es wirklich gemacht werden, dann wird das Gewicht der Münze einen neuen Standard für den Wert von Platin gemessen am US Dollar darstellen, da sie sicher nur ein ....zigstel Teil von 20000 Tonnen wiegen wird, wird vielen real werden, wie wertlos dieses Fiatgeld wirklich ist.

Was vielleicht viele nicht wissen, die FED

ist NICHT im Eigentum der USA, sie ist privat (mit etwas staatlichem Anteil)!!!

Er soll zwei prägen, das ist kaum Mehraufwand und ich nehme die zweite. Bin ja nicht so.


Ludwig von Mises

"Es gibt keinen Weg, den finalen Kollaps eines Booms durch Kreditexpansion zu vermeiden. Die Frage ist nur ob die Krise früher durch freiwillige Aufgabe der Kreditexpansion kommen soll, oder später zusammen mit einer finalen und totalen Katastrophe des Währungssystems kommen soll."

Wow

d.h. würde man angenommen eine solche 1 Billion $ Platin Münze aus 1000kg Pt herstellen, so hätte einen einzelne Pt-Unze den Wert von 310 Millionen Dollar !
d.h. weiters Pt. hat im Moment etwa denselben Kurs wie Gold - so um die 1600$ - also eine Wertsteigerung von Pt um knapp das schlappe zweihunderttausen-fache.

Ich glaub ich kauf noch schnell irgendwo eine kleine Pt Münze

Luftgeschäft

Das funktioniert genau so lange als noch alle an den Wert des Geldes glauben! Erinnert sich noch irgendjemand an den Goldstandard?

Goldstandard

Dann ist es besser für die Amerikaischen Bürger, wenn sie KEIN Gold und Platin besitzen.

Roosevelt ließ in der großen Depression auch den privaten Goldbesitz verbieten-d.h. es wurde konfisziert.

3 0

Erinnert mich ein klein wenig an die Simpson!


Warum nicht gleich eine Trillion $

Wenn schon denn schon, warum nicht gleich eine Trillion $ Münz prägen?
Dann hat die USA noch ein bißchen "Reserve" zu weitere Verschuldung.
Zurückgezahlt wird nur mit größeren Münz. Ganz genial, idea made in USA.

2 0

Re: Warum nicht gleich eine Trillion $

Sie könnten sich ja auch das Wechselgeld geben lassen.

Bemerkungen

Bevor sich manche in die Hose sch....., eine kleine Bemerkung:

Präsident trifft sich mit FED Chef in der besagten Bank, die beiden reden eine halbe Stunde miteinander. Man hat sich ja was zu erzählen.
Journalisten stehen bereit: "Was haben Sie miteinander besprochen, was war das Thema?"
Der Präsident tritt mit dem FED Chef lächelnd vor die Kameras und erklärt: "Ich habe die 1 Billion Dollar Münze eingesetzt, die FED war hellauf begeistert. Somit sind nun alle Probleme gelöst, geht nach Hause!"
Die Journalisten grollen, weil Ihnen ein Topthema den Mississippi hinunterfließt, aber was soll's, sie posaunen in die Weltpresse hinaus: "Finanzkrise bewältigt!"
Erleichterung macht sich breit, und eine kleine Enttäuschung bleibt dennoch. Alle hatten sich an die Krise so gewöhnt, aber es muss auch ohne gehen.

Hat er nun die Münze oder hat er nicht?

So, jetzt gehe ich Hochwasser schau'n.
Es gibt verlässlichere Krisen als die der Finanzen.

globales Gruselkabinett

Anfangs 2012 hab ich mir gedacht, hoffentlich bekommen wir nicht ein globales Gruselkabinett bestehend aus Putin, Hollande, Obama und Gabriel. Jetzt Anfang 2013 ist das Gruselkabinett fast Realität - nur Gabriel wird durch Steinbrück ersetzt.

Putin ist in dieser Riege noch der Beste!

aber aufpassen,dass die münze nicht an montgomery b.fällt!

(welche 1-billion-dollar münze?)

Re: aber aufpassen,dass die münze nicht an montgomery b.fällt!

du meinst fidel castro. ;)

Das eigentliche Ziel der FED ist es doch

bei anspringen der Wirtschaft das gedruckte Geld wieder durch den Verkauf der gesammelten Anleihen dem Wirtschaftskreislauf zu entziehen um eine stärkere Geldentwertung durch von den Geschäftsbanken dann gewährte Kredite zu verhindern.

Kommt jetzt einer wirklich mit der Münze und "vernichtet" so die Staatsanleihen nimmt man der FED diese Möglichkeit und zementiert eine starke Abwertung des $ - oder seh ich das falsch?

Dagobert Duck

Ich glaube der Dagobert Duck hatte schon einen 1 Trillion Schein. Stammt die jetzige Idee daher von Hollywood oder von Disney??

Re: Dagobert Duck

Interessanterweise war seine Lieblingsmünze sein erster verdienter Taler, der unter einem Glassturz lag. Und der war so wertvoll, dass sogar die böse Hexe dahinter her war.
Das wird für den amerikaischen Finanzminister jetzt alalog dazu die besagte PT-Münze werden. Winzig, aber ungemein wertvoll.


"Dem US-Finanzministerium ist es nicht gestattet Geld zu kreieren."

...und wer macht in diesem Land die Gesetze? Die Regierung kann es offenbar nicht sein, denn sonst könnte man den entsprechenden Paragraphen ja ändern.

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Re: "Dem US-Finanzministerium ist es nicht gestattet Geld zu kreieren."

Hallo, das ist das Grundprinzip jeder Demokratie. Das Parlament macht die Gesetze, die Regierung führt aus. Wird in Österreich durch den Klubzwang ständig ausgehebelt aber der Schein wird gewahrt. Unsere Demokratie ist stark executiv lastig im Gegensatz zu den USA.
Da gibt es mit dem Präsidenten zwar auch einen mächtigen Executiven aber ohne die beiden legeslativen Häuser läuft eben gar nichts und darum die Taschenspielertricks.

 
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