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Hollande kämpft an vielen Fronten

06.01.2013 | 19:23 |   (Die Presse)

Präsident François Hollande türmt Konjunkturpakete, Finanzhilfen und Steuerideen aufeinander. Erfolglos. Das Land droht unter Arbeitslosigkeit und Staatsschulden zu ersticken.

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Paris/Wien/Red. Die französische Regierung will dem Abstieg des Landes mit einem weiteren Konjunkturpaket entgegensteuern. Haushaltsminister Jérôme Cahuzac kündigte am Sonntag im Radio ein Zwei-Milliarden-Euro-Programm zur Schaffung von Arbeitsplätzen an. Das Geld solle aus anderen Haushaltsposten abgezogen werden – für das Paket sollen also weder Staatsschulden noch Steuern erhöht werden.

Die Arbeitslosigkeit in Frankreich ist derzeit so hoch wie seit 15Jahren nicht. Vor allem der Verlust von Industriearbeitsplätzen macht dem Land zu schaffen. Der sozialistische Präsident François Hollande hat für dieses Jahr die Wende versprochen. Drei Viertel der Franzosen trauen Umfragen zufolge ihrem Präsidenten jedoch nicht mehr zu, das Problem zu lösen.

Der kämpft inzwischen an allen Fronten, um das Land vor einem weiteren Abdriften in die Krise zu bewahren – und schreckt dabei auch nicht vor Mikromanagement zurück. So hat Hollande persönlich Finanzhilfen für die Raffinerie der insolventen Schweizer Petroplus in der Normandie in Aussicht gestellt, eine Übernahme durch den Staat aber abgelehnt. Es sei schwer, einen Käufer zu finden, sagte Hollande am Samstag nach einem Treffen mit Gewerkschaftern. In der Raffinerie Petit-Couronne sind 500 Arbeitsplätze in Gefahr. Eine Erfolgsmeldung kam zuletzt aus Straßburg: Das dortige Werk von General Motors soll durch den belgischen Investor PMI (für einen symbolischen Euro) übernommen werden. Rund 1000 Arbeitsplätze sind so – zumindest vorübergehend – gesichert.

Hollandes Lieblingsprojekt, die 75-prozentige Einkommensteuer für Gutverdiener, ist zuletzt vom Verfassungsrat abgeschmettert worden. Noch will der Präsident den Klassenkampf aber nicht aufgeben. Aus Publicity-Gründen, wie es scheint: Denn nicht einmal Hollande selbst hat je daran geglaubt, dass die extrem hohe Besteuerung sehr guter Einkommen den Staatshaushalt nachhaltig aufpeppen kann – betonte er doch mehrmals, dass es ihm primär um Steuergerechtigkeit gehe.

"Kriegserklärung" an die Schweiz

Und auch die neueste steuerrechtliche Maßnahme Frankreichs dürfte ähnlich erfolglos bleiben. Die Idee: In der Schweiz lebende Franzosen sollen künftig auch in ihrem Heimatland Steuern zahlen. Die bisher geltende vorteilhafte Regelung, wonach die Betroffenen als steuerpflichtig nur in der Schweiz galten, sei zum 1. Jänner 2013 abgeschafft worden, berichtete die Schweizer Tageszeitung „Le Temps“. Ein Schweizer Finanzbeamter sprach am Sonntag von einer „Kriegserklärung“ Frankreichs.

Bisher konnten in der Schweiz lebende Franzosen, die in Frankreich arbeiten oder anderweitige Einnahmen haben, die Besteuerung durch ihr Heimatland umgehen. Wenn sie eine pauschale Abgabe an die Schweizer Finanzbehörden zahlten, galten sie steuerrechtlich als Bewohner der Schweiz und mussten in Frankreich keine Steuern zahlen.

Ende 2010 lebten 2000 französische Multimillionäre in der Schweiz. Wie knapp 3500 weitere ausländische Wohlhabende profitierten sie von der dort relativ geringen Abgabenbelastung. Der Steueranwalt Philippe Kenel sagte „Le Temps“, wenn Frankreich die Regeln für diese Reichen wirklich ändere, würden sie voraussichtlich alle Verbindungen in ihr Heimatland kappen und komplett im Nachbarland leben. Die Behörden würden das Gegenteil von dem erreichen, was sie eigentlich wollten.

Auf einen Blick

In Frankreich herrscht die höchste Arbeitslosigkeit seit 15 Jahren. Vor allem der bröckelnde Industriesektor macht der Regierung Sorgen. Am Wochenende kündigte Paris ein neues Konjunkturpaket in der Höhe von zwei Milliarden Euro an. Das Geld soll aus anderen Budgetposten abgezogen werden. Zudem sollen Franzosen, die in der Schweiz leben, künftig auch in der Heimat Steuern zahlen müssen. Das betrifft 2000 Millionäre.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.01.2013)

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40 Kommentare
 
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Frankreich ist fertig und wird den Euro in die Luft jagen, die EU gleich mit dazu!

Staatsausgabenquoten in % des BIP:
1) FRANKREICH:..57%
2) Finnland:........53,1%
3) Griechenland:..51,5%
3) Schweden:......51,5%
5) Italien:...........51,4%
6) UK:................49,5%
7) Ungarn:.........49,4%
8) Deutschland:..46,0%
9) Spanien:........44,4%
10) Tschechien:..44,0%
11) Slowakei:.....38,8%
12) Schweiz:......34,3%
13) Ägypten:......29,2%
14) USA:............24,3%
15) Iran:............21,1%
16) Russland:.....20,4%
17) Polen:..........20,2%

Industrieanteile am BIP 2011:
1) Iran:..............40,2%
2) Tschechien:....38,0%
3) Ägypten:........37,6%
4) Russland:.......36,9%
5) Slowakei:......35,5%
6) Polen:...........33,3%
7) Ungarn:........29,1%
8) Deutschland:.28,6%
9) Finnland:......27,7%
10) Schweiz:.....27,5%
11) Schweden:..27,3%
12) Italien:.......24,7%
13) Spanien:.....24,0%
14) UK:.............21,5%
15) USA:...........19,2%
16) FRANKREICH:..18,7%
17) Griechenland:..16,2%

Frankreich kann doch schon seit vielen Jahren auch nicht mehr die Zinsen bezahlen und muss dazu neue Schulden machen.

Frankreich hat auch kaum mehr eine Leistungsfähigkeit, der Industrieanteil am BIP ist bei lächerlichen 18,7%.

Das Handelsbilanzdefizit ist sehr schnell steigend und beträgt schon um die 100 Mrd. EUR pro Jahr.

Der starke Agrarbereich wäre ohne die irre Umverteilung über die EU schon lange auch am Ende.

FRANKREICH hat keine Chance mehr und wird am Ende duie Ursache für die Sprengung des Euro samt der EU sein.

Der Hollande muss es administrieren!

10 0

Franzosen haben keinen Esprit mehr...

Wie bei Linken üblich scheint Hollande der Umverteilung den nötigen Reformen in Frankreich den Vorzug zu geben.

Allerdings scheint er nicht kapiert zu haben, dass ein Land zur Entwicklung Investitionen, Leistungsträger, Innovationen, gute öffentliche Schulen und Universitäten und dergleichen mehr benötigt.

Wenn man Leistungsträger vergrault, Investitionen steuerlich unattraktiv macht, Gewinne und Einkommen über Gebühr steuerlich belastet, muss man mit der Gegenreaktion der gut Verdienenden und Vermögenden rechnen.

Eine der elementaren Eckpfeiler der EU ist die Kapitalfreiheit und die Freiheit seinen Wohnsitz zu bestimmen bzw. die Wahl von Firmensitzen. Mit dieser linken Steuerreform wird man nur eines erreichen, nämlich die massenweise Abwanderung von Kapital, Investoren und Gut-Verdienern in grenznahen Regionen. Die Zeche werden die zahlen müssen, die es sich nicht aussuchen können. Die sind ja sein Wählerpotential. Also dümmer geht es wirklich nicht mehr.

Frankreich stützt sein Jahren seine marode Autoindustrie, Flugzeuge werden nur wegen extremen Stützungen und politischen Lobbyings in Frankreich gebaut, landwirtschaftliche Artikel und Dienstleistungen sind extrem teuer. Die Franzosen wollen nicht mehr als 35 Stunden arbeiten. Schauen Sie mal am Freitag nachmittag in ein französisches Unternehmen, wer da noch im Büro sitzt, bzw. als Außendienstmitarbeiter einen Kunden besucht, ... suchen sie einen Installateur-Notdienst am Freitag in Paris, ... Fehlanzeige.

1 0

D wie Griechenland

hat es sich in den letzten 10 Jahren gut gehenlassen, während wir gespart haben. Viel zu hohe Gehälter!

5 0

Re: D wie Griechenland

Sorry, F war gemeint.

10 0

Marode Grand Nation

Die zentralistisch geführte Wirtschaft hat viele Großunternehmen hervorgebracht die zum Teil international immer mehr an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Die Franzosen arbeiten zu wenig Wochenstunden und leisten zu wenig Lebensarbeitszeit. Die Unternehmen sind wenig innovativ und können nur auf angestammten Märkten wirklich punkten. In den aufstrebenden Ländern wird Technologie oder Dienstleistung " Made in France" kaum nachgefragt. Ein weiteres Problem ist die schlechte Allgeinbildung der Französichen Arbeitnehmer. Es mangelt gravierend an Fremdsprachenkenntnissen, nicht einmal mit Englisch ist in Frankreich voranzukommen. Der ultraharte Kündigungsschutz verhindert Neueinstellungen oder Ersatz von ausscheidenene Mitarbeitern. Es gibt in Frankreich auch deshalb zu viel ungenutztes Potential aus dem Kreise der - nicht integrierten- Immigranten aus den ehemaligen Kolonien. Die Politik unter Hollande ist einfallslos und zeichnet sich durch laufende Fehlgriffe aus der sozialistischen Klammottenkiste aus dem letzten Jahrhundert! Liebe Franzosen, stellt Eure Wecker lauter, und wacht endlich auf! Frankreich muss sich NEU erfinden, sonst säuft es ab! Und leider wird es dann zu einer unmöglich zu stützenden BLast für Europa, bzw. für Deutschland!

Zugegeben ...


Geld haben sie keines, die Franzosen, Zukunftstechnik und Zukunftsindustrien haben sie auch keine, aber viel m u l t i k u l t u r e l l e B e r e i c h e r u n g haben sie im Lande. Die wird sie hoffentlich herausreissen.

6 0

Das H.es nicht kann, war von Beginn an klar


Aber wie überall, das Volk wählt den, der verspricht. Der, der Sparen angekündigt hat, ist chancenlos.

Ist doch überall so.

Ist nichts mehr zum Umverteilen da, na dann suchen wir uns halt einen Feind von innen und/oder außen. Hatten wir ja schon.


1 1

Re: DasS ....


Es ist ein Verbrechen an der Österreichischen Bevölkerung mit einem Volk

dass so blöd ist und in Zeiten wie diesen einen Hollande wählt eine engeres Wirtschaftsbündnis eingehen zu wollen.

Re: Es ist ein Verbrechen an der Österreichischen Bevölkerung mit einem Volk

Bei allem Verständnis für Ihre Kritik: WEN haben denn wir gewählt?

Faymann ist besser?
Spindelegger?

3 0

na

wenns einen HAUShaltsmister gibt - super, wo ist unserer?

Re: na

hamma vielleicht noch immer zuwenig Minister, Beamte und sonstige Steuergeldverbrater?!?!?!?!?!?!?

wie werden wir diese korrupten Sozialpsychopaten nur los

demokratisch geht's nicht mehr, da die Mehrheit bereits vom Staat lebt.

Re: wie werden wir diese korrupten Sozialpsychopaten nur los

So wie man jeden Sozialismus los wird.

Einfach dessen Pleite abwarten.

Sozialismus...

Dazu fällt mir nur folgendes ein:

Was passiert, wenn in der Wüste der Sozialismus eingeführt wird? 10 Jahre nichts, dann wird der Sand knapp!

in einem freien markt bildet sich ein preisequilibrium fuer die anzahl an geldeinheiten pro geleisteter arbeitseinheit, wo die gesamtheit an arbeitsnachfrage der gesamtheit an arbeitsangebot enspricht und die arbeitslosigkeit wuerde auf 0 sinken


24 0

Nach dem Wahlsieg von Hollande

hat sich unser Inseratenkanzler bei ihm angebiedert und sich von Merkel abgewendet. Das erfolgreiche Hollande-Wahlprogramm gefiel ihm: Reichensteuer, der Slogan "Gerechtigkeit", auf den die einfachen Geister abfahren und dann noch die Wahlzuckerln für die Sozialhilfe-Empfänger. Es bleibt zu hoffen, dass selbst er, mit seinem einfachen wirtschaftlichen Verständnis, die Auswirkungen nach so kurzer Zeit in Frankreich überzuckert.

Re: Nach dem Wahlsieg von Hollande

Da überschätzen Sie unseren Faymann wohl maßlos!!

Re: Nach dem Wahlsieg von Hollande

Da überschätzen Sie unseren Faymann wohl maßlos!!

33 3

Frankreich droht unter Arbeitslosigkeit und Staatsschulden zu ersticken

Wie bitte? Ein Sozialist hat das Ruder übernommen und dann diese Schlagzeile?
Aber wie bei allem, Schuld sind:
* die Reichen
* die böse Privatwirtschaft
* die Deutschen mit ihrem Fleiß
Daher: NOCH MEHR UMVERTEILUNG!

11 2

griechenland, portugal, Spanien und nun in FR; an Hollande sieht man wieder mal wie substanz- u. unsozial die sozialisten in wirklichkeit agieren und den bankenmärkten die steuergelder in die hände spielen.


Ich versteh sein Problem nicht ...

... er hat doch deutlich erklärt, dass alles mit noch mehr Schulden gelöst werden kann.
:-)

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sozialistisches lehrbeispiel

man erhöhe die steuern und vertreibe jegliche industrie aus dem land, dann sitzt man auf massenweise arbeitsloser - die aus steuermittel gefüttert werden wollen. also zapft man die besserverdiener und die reichen massiv an, die flüchten ins ausland und ein land geht den bach runter.
dieses muster ist in jedem sozialistischen land zu beobachten und wird auch in österreich in den bankrott führen, wenn wir nicht schnell massiv umdenken!

Aber der Sozialismus

is tdoch in seiner REINEN Form noch nie verwirklicht worden. Wir müssen doch nur endlich diese Negativbeispiele a´la DDR verdrängen. Ist halt so ähnlich wie der Heilige Gral!

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Re: Aber der Sozialismus

schauen sie sich die väter des sozialismus an! schauen sie sich leute wie marx oder lenin an! aus welchen schichten kommen sie? wer finanzierte sie?
was soll sozialismus in REINER form sein?
sozialismus funktioniert in reiner form nicht einmal innerhalb einer familie. wenn einer nie etwas tut und die anderen für ihn (oder sie) immer mitbezahlen müssen, dann sorgt das buchstäblich für böses blut. AUSSER: der- oder diejenige ist tatsächlich ein pflegefall.
theoretisierer politischer ideologien vergessen immer auf gewisse, biologische grundfakten.
desweiteren ist, wie man im ostblock sehen konnte, ein sozialistisches system immer innovationsfeindlich. das ist der grund, warum in österreich kaum mehr jemand mit einer eigenen entwicklung, einer erfindung, ein unternehmen aufbauen kann. die gründung eines solchen ist, bei unseren umverteilungsbedingten steuern, fast selbstmörderisch und die aussicht, mit einem noch so genialen produkt in österreich niemals reich werden zu können, hemmt weiter jegliche innovation.

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Re: Aber der Sozialismus

Der Sozialismus an sich (nicht Sozialdemokratie), ist eigentlich nichts anderes als eine Religion. Man glaubt an das Gute im Menschen. Das mag ja schon sein, daß in jedem Menschen ein Quentchen Anständigkeit ist, daran glaube ich sogar ganz fest. Aber was kann man mit Anständigkeit in einer Welt anfangen, wo sich die Biosphäre von sich selbst ernährt, das heißt nichts anderes als fressen oder gefressen werden.
Und so bleibt halt der Sozialismus eine schöne Theorie, die bestenfalls nur in Ansätzen verwirklicht werden kann. Daran ist auch die Führungsebene der Sozialisten schuld. Denn da gibt es kaum Asketen, die leben aus dem Vollen. Die Enthaltung predigen sie lediglich für das Fußvolk und daran wird sich kaum was ändern.
Und so bleibt der eiserne Satz, jeder Mensch muß an sich selbst zuerst denken, denn ein anderer tut es nicht, es sei denn er verfolgt damit eine bestimmte Absicht.

Mir wäre es auch lieber es wäre anders. Aber möglicherweise ist das Leben, wie wir es kennen, in einer anderen Form gar nicht möglich!

 
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