Der ehemalige italienische Regierungschef Silvio Berlusconi sieht sich als Wirtschaftsminister in der nächsten Regierung, sollte seine Mitte-Rechts-Partei "Volk der Freiheit" (PdL - Popolo della Libertà) die Parlamentswahlen im Februar gewinnen. Das Amt des Premiers würde PdL-Parteichef Angelino Alfano übernehmen, erklärte Berlusconi in einem Interview mit dem Radiosender RTL am Montag. Er habe sich zu diesem Schritt im Rahmen einer Wahlallianz mit der rechtspopulistischen Föderalismus-Partei Lega Nord entschlossen.
Der Wahlpakt mit der Lega Nord, der in der Nacht auf Montag abgeschlossen wurde, sieht vor, dass Berlusconi zwar Chef der Mitte-rechts-Allianz sei, aber Alfano das Premieramt übernimmt.
Der 76-jährige Berlusconi braucht die Unterstützung der Lega Nord, um sich in den norditalienischen Regionen zu behaupten, in denen die föderalistische Gruppierung stark verankert ist. Die Lega ist ihrerseits auf Berlusconis politische Hilfe angewiesen, um die Kandidatur ihres Parteichefs Roberto Maronis für das Amt des Präsidenten der Region Lombardei bei den Regionalwahlen im Februar zu unterstützen.
Der TV-Unternehmer bekräftigte seine Kritik an dem scheidenden Premier Mario Monti. "Ich glaube nicht, dass es mit ihm Möglichkeiten für einen Dialog gibt. Er hat als parteiunabhängiger Premier Italien regiert, jetzt geht er mit alten Polit-Profis in den Wahlkampf", kritisierte Berlusconi. "Montis Technikerkabinett hat dem Land geschadet. Nach einem Jahr unter seiner Regierung hat sich die Rezession in Italien verschärft", so Berlusconi.
(APA)
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