Italien: Berlusconi will Wirtschaftsminister werden

07.01.2013 | 10:24 |   (DiePresse.com)

Der Wahlpakt von Berlusconis Partei mit der Lega Nord sieht vor, dass im Fall eines Wahlsiegs PdL-Chef Alfano das Amt des Regierungschefs übernimmt.

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Der ehemalige italienische Regierungschef Silvio Berlusconi sieht sich als Wirtschaftsminister in der nächsten Regierung, sollte seine Mitte-Rechts-Partei "Volk der Freiheit" (PdL - Popolo della Libertà) die Parlamentswahlen im Februar gewinnen. Das Amt des Premiers würde PdL-Parteichef Angelino Alfano übernehmen, erklärte Berlusconi in einem Interview mit dem Radiosender RTL am Montag. Er habe sich zu diesem Schritt im Rahmen einer Wahlallianz mit der rechtspopulistischen Föderalismus-Partei Lega Nord entschlossen.

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Der Wahlpakt mit der Lega Nord, der in der Nacht auf Montag abgeschlossen wurde, sieht vor, dass Berlusconi zwar Chef der Mitte-rechts-Allianz sei, aber Alfano das Premieramt übernimmt.

Der 76-jährige Berlusconi braucht die Unterstützung der Lega Nord, um sich in den norditalienischen Regionen zu behaupten, in denen die föderalistische Gruppierung stark verankert ist. Die Lega ist ihrerseits auf Berlusconis politische Hilfe angewiesen, um die Kandidatur ihres Parteichefs Roberto Maronis für das Amt des Präsidenten der Region Lombardei bei den Regionalwahlen im Februar zu unterstützen.

Der TV-Unternehmer bekräftigte seine Kritik an dem scheidenden Premier Mario Monti. "Ich glaube nicht, dass es mit ihm Möglichkeiten für einen Dialog gibt. Er hat als parteiunabhängiger Premier Italien regiert, jetzt geht er mit alten Polit-Profis in den Wahlkampf", kritisierte Berlusconi. "Montis Technikerkabinett hat dem Land geschadet. Nach einem Jahr unter seiner Regierung hat sich die Rezession in Italien verschärft", so Berlusconi.

(APA)

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4 Kommentare
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Gibt es in ganz Italien

keinen vernünftigen Mensch, der diesen Widerling aus dem weg räumt?
In nicht wenigen Ländern würde man so ein Schw....ein hängen

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italy think about what are you doing - if you can

i don`t think that italy needs this gangster

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Diese ital. schwarze Komödie sollte eigentlich allen klar machen, an welch' absurden Gemeinschaften wir teilnehmen

Wenn ein Governor eines US-Bundesstaates aus der Reihe tanzt, so wird das kaum ärgere Auswirkungen haben auf die Union. Hier genügt ein Provinzregent, um die ganze EuroZone und letztlich die EU in Gefahr zu bringen.

Es ist schlicht und einfach eine Schnapsidee gewesen, einen solchen Verbund in der Währung einzugehen, aber auch bereits einen Verbund auf EU-Ebene bei dem 27 nationale Häuptlinge und 27 EU-Häuptlinge den Unionsbrei verderben. Aufgebläht und unentschlossen torkelt diese Union ins Chaos.

Ein Friedensprojekt bedarf und verdient mehr Überlegung zuvor, um nicht selbst Anlass zum Unfrieden oder gar zur Gefahr des Verlust jedes Wohlstandes zu werden.

Kluger Schachzug

Wohl ein (weiterer) kluger Schachzug Berlusconis, denn in einer Regierung "PdL/Lega" hätte er natürlich nach wie vor das Sagen. Angelino Alfano ist seit jeher ein Ziehsohn Berlusconis und hätte sich selbst als Premier den Weisungen Berlusconis zu unterziehen. Die Wahlchancen der PdL allerdings, werden durch den Verzicht Berlusconis auf das Premieramt gewaltig steigen, zumal die Lega wohl andernfalls ihre Gefolgschaft aufgekündigt hätte.

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