Geiseldrama in Algerien: Armee findet weitere Leichen

20.01.2013 | 20:10 |   (DiePresse.com)

Algerien verteidigt seine umstrittene Militäraktion. Die Terroristen hätten vorgehabt, alle Geiseln zu töten.

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Die Opferbilanz bei dem Geiseldrama auf einem algerischen Gasfeld dürfte sich weiter erhöhen: Wie der algerische Privatsender Ennahar am Sonntag unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete, wurden bei der Durchsuchung des Geländes die Leichen von 25 Geiseln gefunden.

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Nach der bisherigen Bilanz der algerischen Regierung starben bei Geiselnahme und Befreiung 23 Geiseln. 32 Terroristen seien getötet worden. Mit den nun gefundenen Opfern würde sich die Zahl der Toten auf insgesamt 80 erhöhen. Befreit wurden während des mehrtägigen Geiseldramas 685 algerische Beschäftigte und 107 ausländische Mitarbeiter, darunter auch ein Österreicher ("Die Presse" berichtete).

"Terroristen wollten wahres Massaker anrichten"

Das Geiseldrama ging am Samstag mit der Erstürmung der Gasanlage bei In Amenas im Osten des Landes blutig zu Ende. Algerien verteidigt die umstrittene Militäraktion verteidigt. "Der Einsatz ist die Antwort auf eine Entscheidung der Terroristen gewesen, alle Geiseln zu töten und ein wahres Massaker anzurichten", zitierte die Tageszeitung "El-Khabar" am Sonntag einen Armeesprecher.

Für ihr gewaltsames Vorgehen, das international offenbar nicht im Detail abgestimmt war, erntete Algerien Kritik aus mehreren Ländern, darunter Großbritannien und Japan. Frankreichs Präsident Francois Hollande hat die Befreiungsaktion verteidigt. Es seien noch nicht alle Elemente bekannt, doch bei einem Geiseldrama mit so "kaltblütigen Terroristen", die zum Töten bereit sind, habe Algerien keine andere Wahl gehabt.

Ende der Mali-Intervention gefordert

Islamisten, offenbar mit Verbindungen zur radikal-islamischen al-Qaida, hatten die Anlage mitten in der Wüste Mittwoch früh gestürmt. Sie forderten ein Ende der französischen Militärintervention in Mali. Einen Tag später griff die algerische Armee ein, doch erst am Samstag konnte sie die Geiselnehmer offenbar endgültig überwältigen.

Die Lage rund um das Gasfeld In Amenas blieb aber unübersichtlich. Nach Angaben des staatlichen algerischen Energiekonzerns Sonatrach, der die Anlage gemeinsam mit Statoil und der britischen BP betreibt, hatten die Extremisten auf dem Gelände Sprengfallen verlegt. Soldaten seien dabei, diese zu räumen.

(APA/dpa)

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8 Kommentare

Keine Gnade den Terroristen!


Wenn man überlegt, welche Verbrechen weltweit im Namen Gottes (welcher Religion auch immer) verübt wurden/werden, wird mir ganz schlecht.

Algerien hat völlig recht. Gegen Terroristen hilft nur maximale Brutalität.


Re: Algerien hat völlig recht ...: maximale Brutalität.

Fern jeder Ordnung?

"Zahn um Zahn" muss in dem Fall auch die Gegenseite üben?

Re: Algerien hat völlig recht. Gegen Terroristen hilft nur maximale Brutalität.

vor allem in Syrien!

Respekt !

so ist es richtig !

Algerien hat verstanden.....

Algerien hat verstanden, dass man immer auf gleicher Ebene kommunizieren muss, da widrigenfalls keine Kommunikation stattfinden kann.
Sosehr es wider unser Rechtsempfinden ist Terroristen einfach niederzuschießen, sosehr wird ein solches Vorgehen von kriminellen verstanden!

Ein "Gotteskrieger" wird sich dreimal überlegen ob er Geiseln nimmt, wenn er gewiss sein kann, dass er dann ohne Gnade an einem Bauchschuß verrecken wird.

Auch die "Selbstmordattentäter", welche ich zutiefst bemitlede, weil sie sich von Kriminellen verführen ließen, würden wohl vor ihrer Tat etwas mehr nachdenken, wenn man einmal anständig kommunizieren würde wieviele Imane und sonstige Prediger selbst schon den "Gürtel" genommen haben.
Empfehlt doch einmal den armen Kerlen einfach ihren Iman/Prediger an der Hand zum Attentat mitzunehmen!

pro lege

Re: n hat verstanden, dass man immer auf gleicher Ebene kommunizieren muss?

Die Staatsmacht ist in jeder Epoche neu zu verstehen: Zu Beginn des allgemeinen Zusammenbruchs wurden "Zersetzer der Wehrpflicht" (oder wie sie es damals nannten) und deren Verweigerer auch ohne zu zaudern, auch noch in den letzten Tagen "Laternisiert" - aus damaliger Sicht ein souveräner Staat? - so ist das Leben!

In Afrika muss doch auch jederzeit gerechnet werden, dass sich der Wind der Macht dreht und "Terroristen" die anderen sind?

20

Recht so!

Mit Geiselnehmern verhandelt man nicht, Die Armee hat genau das richtige getan!!

Wenn das immer so gemacht würde würde es ganz sicher weniger Geiselnahmen geben.

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