Barack Obama öffentlich vereidigt

22.01.2013 | 09:08 |   (DiePresse.com)

In Washington legte der wiedergewählte US-Präsident den Amtseid ab. In seiner Rede skizzierte er die Pläne für seine zweite Amtszeit.

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Vor mehreren Hunderttausend Zuschauern hat US-Präsident Barack Obama zweieinhalb Monate nach seiner Wiederwahl auf den Stufen des Kapitols in Washington den Amtseid öffentlich abgelegt. Die Zeremonie am Montag markierte den Höhepunkt zum Auftakt seiner zweiten Amtszeit. Anschließend gab wiedergewählte US-Präsident in seiner knapp 19-minütigen Antrittsrede einen Vorgeschmack auf seine zentralen Anliegen für die kommenden vier Jahre:

"Jedes Mal, wenn wir einen neuen Präsidenten in sein Amt einführen, werden wir Zeuge der großen Stärke unserer Verfassung. Wir bekräftigen das Versprechen unserer Demokratie. Das, was unsere Nation zusammenhält, ist nicht unsere Hautfarbe, nicht unser Glaube oder die Herkunft unserer Namen. Was uns auszeichnet, was uns zu Amerikanern macht, ist unsere Loyalität einer Idee gegenüber, die vor mehr als zwei Jahrhunderten in einer Erklärung niedergeschrieben wurde: "Wir halten diese Wahrheiten für selbstverständlich, dass alle Menschen gleich geschaffen sind; dass sie von ihrem Schöpfer mit bestimmten unveräußerlichen Rechten ausgestattet sind, zu denen Leben, Freiheit und das Streben nach Glück gehören." ... Die Geschichte lehrt uns, dass diese Wahrheiten vielleicht selbstverständlich sind, aber sie stellen sich nicht von alleine ein. Freiheit ist eine Gabe Gottes, aber sie muss hier auf Erden bewahrt werden."

Barack Obama: Präsidenten-Party in Washington

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"Wenn die Zeiten sich ändern, müssen wir uns ändern. ... Der Schutz unserer persönlichen Freiheiten bedarf gemeinschaftlicher Anstrengungen. Das amerikanische Volk kann die Anforderungen der Welt nicht mehr allein erfüllen, so wenig wie amerikanische Soldaten Kommunismus und Faschismus mit Musketen und Milizen bekämpfen konnten. ... Jetzt, mehr als jemals zuvor, müssen wir zusammenarbeiten."

"Ein Jahrzehnt des Krieges endet nun. Die wirtschaftliche Erholung hat begonnen. Amerikas Möglichkeiten sind unbegrenzt, weil dieses Amerika alle Eigenschaften hat, die eine Welt ohne Grenzen verlangt: Jugend, Schwung, Vielfalt und Offenheit, Risikobereitschaft und die Gabe, sich immer wieder neu zu erfinden. Wir sind für diesen Moment gemacht, und wir werden die Chance nutzen können, wenn wir es gemeinsam anpacken."

"Wir, das Volk, glauben, dass unser Land nicht erfolgreich besteht, wenn es einer immer kleiner werdenden Minderheit sehr gut geht und eine immer größer werdende Mehrheit kaum über die Runden kommt. Wir glauben, dass der Wohlstand auf eine breite Mittelschicht verteilt werden muss. ... Wir stehen zu unserem Credo, wenn ein in Armut geborenes Mädchen weiß, dass es die gleiche Chance hat, es zu schaffen, wie alle anderen auch; weil sie Amerikanerin ist, weil sie frei ist, weil sie ebenbürtig ist, nicht nur in den Augen Gottes, sondern auch in unseren."

"Wir glauben nicht, dass Freiheit in diesem Land für die reserviert ist, die Glück gehabt haben, oder Freude nur für wenige. Wie verantwortungsbewusst wir auch leben mögen, jeden von uns können Arbeitslosigkeit oder Krankheit treffen, oder unser Haus wird von einem furchtbaren Sturm weggeschwemmt. Dass wir füreinander einstehen, über die Kranken- und Sozialversicherung, macht uns nicht schwächer, es macht uns stärker. Das macht aus unserem Land kein Land der Nehmer, sondern es befreit uns und gibt uns die Möglichkeit, die Risiken einzugehen, die unser Land so großartig machen."

"Wir, das Volk, glauben an unsere Verpflichtung, nicht nur uns selbst gegenüber, sondern auch der Nachwelt. Wir werden auf die Bedrohung durch den Klimawandel reagieren, weil wir wissen, dass ein Versagen eine Bedrohung für unsere Kinder und künftige Generationen darstellt. ... Der Weg zu erneuerbaren Energien ist lang und manchmal schwierig. Aber Amerika kann sich da nicht raushalten, wir müssen vorweggehen!"

"Wir, das Volk, erklären heute, dass die selbstverständlichste aller Wahrheiten die ist, dass alle von uns gleich geschaffen sind. Und das ist unser Leitstern, nach wie vor. ... Aber wir haben unser Ziel noch nicht erreicht, solange unsere Ehefrauen, Mütter und Töchter nicht das gleiche Geld verdienen. Wir haben unser Ziel noch nicht erreicht, solange unsere homosexuellen Brüder und Schwestern vom Gesetz nicht behandelt werden wie jeder andere auch. Denn wenn wir gleich geschaffen sind, muss auch die Liebe eines Menschen zu einem anderen gleichwertig sein. Wir haben unser Ziel noch nicht erreicht, solange Menschen stundenlang warten müssen, bis sie ihr Wahlrecht ausüben können. Wir haben unser Ziel noch nicht erreicht, ehe wir einen besseren Weg gefunden haben, die Einwanderer in Empfang zu nehmen, die in Amerika immer noch das Land der Möglichkeiten sehen. Und wir haben unser Ziel noch nicht erreicht, ehe alle Kinder von den Straßen Detroits über die Hügel der Appalachen bis zu den stillen Straßen von Newtown wissen, dass man sich um sie kümmert, sie respektiert und sie beschützt. Das ist die Aufgabe unserer Generation."

(APA/dpa)

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22 Kommentare

obamablabla

...er schafft es immer wieder durch nichtssagende Reden die primitiven Massen zu begeistern...

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mr.präsident

der schwächste us präsident aller zeiten. viel versprochen wenig gehalten und schön geredet .

Was hat Obama eigentlich bislang geleistet?


Re: Was hat Obama eigentlich bislang geleistet?

nix

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Re: Was hat Obama eigentlich bislang geleistet?

er hat die Tötungen von Unschuldigen durch ferngesteuerte Drohnen auf fremden Territorien gegenüber der noch relativ zurückhaltenderen Bush Administration verfünffacht. Und der hat ein paar Warme als Berater engagiert - sonst fällt mir nichts ein.

Re: Re: Was hat Obama eigentlich bislang geleistet?

Eine Gesundheitsreform, an der vor ihm fast hundert Jahre alle anderen Präsidenten gescheitert sind. U.v.m

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Die "Gesundheitsreform" ist noch immer nicht auf einem Niveau

eines zivilisierten europäischen Landes. Und diese verschlagenen Hunnen (Wahabitenküsser) spielen weltweit den moralischen, ethischen und militärischen Oberlehrer.

Re: Re: Re: Was hat Obama eigentlich bislang geleistet?

Super Sache, die gibt es bei uns mittlerweile schon ein paar Jährchen, oder?? Die ach so fortschrittlichen Amis haben jetzt eine Gesundheitsversorgung für alle?? Tolle Leistung. Die letzten 100 Jahre war das kein Thema weil die reichen konnten sich das ohnedies leisten, und die armen sind in Amerika jedem egal. Außerdem können die Armen ja zum Militär gehen, dann haben sie auch eine Gesundheitsversorgung. Das ist keine Leistung von Obama sondern eine Schande das es das jetzt erst gibt.

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Wenn Sie einem Ami ein stinknormales Niedrigenergiehaus in unserer Provinz zeigen dann...

glauben die sie kommen aus einer zukünftigen Epoche - die Amis sind so rückständig (wenn es nicht gerade um Mor:dinstrumente gibt) das fasst man nicht.

Re: Re: Re: Was hat Obama eigentlich bislang geleistet?

Gesundheitsreform: Er ist am besten Wege eine gut funktionierendes Gesundheitssystem durch ein Verstaatlichtes zu ersetzen. Er wird in Amerika europäische Verhätlnisse einführen.

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Re: Re: Re: Re: Was hat Obama eigentlich bislang geleistet?

Sie waren wohl noch nie in den USA bzw. mit einem Amerikaner gemeinsam beim Arzt. Ich würde ein Gesundheitssystem in dem ein Arzt einem Patienten mit exzellenter Versicherung(!) die Behandlung aus Sympathie verweigern kann nicht als gut bezeichnen. -> Live so miterlebt.

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Re: Re: Re: Re: Re: Was hat Obama eigentlich bislang geleistet?

Wenn ich den Patientendurchschnitt im AKH ansehe, dann verstehe ich den Arzt. Da darf der Arzt bei der fetten Türkin zur Untersuchung nur durch einen Schlitz im Rock auf ihren fetten Ar...s schauen - während der Gatte, Gebetskette in der Hand wuzelnd, dabei wacht, das nicht zu viel Stoff entfernt wird sonst kriegt der Arzt eine übers Happel...

eine Show

wie in Nordkorea für den Mr. Executive Order und Drohnenkönig!

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Re: eine Show

blöder als deine Aussage, geht nicht

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blöder als deine Aussage, geht doch

dei Aussage mit einem Argument zu widerlegen ist nämlich unmöglich. Obama hat diese illegalen Tö:tungen auf fremden Territorien unter Bruch des Völkerrechts gegenüber der Bush Aera vervielfacht - das ist nun mal Faktum.

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Re: eine Show

Wie kann man nur so verbittert sein? Kopfschuettel...

11 4

eine solche rede

können unsere lächerliche verlogene kleinkarierte politiker nie halten.

Re: eine solche rede

ohne seinen Teleprompter kann der Herr Soetoro nicht mal eine Rede in einer Schule halten!

super Zukunft

Das wird eine tolle Zukunft. Obama hat gesagt das Jahrzehnt des Krieges ist beendet. Guantanamo Häftlinge mögen das sicher kritisch sehen, aber schön wäre es. Er könnte damit ja morgen schon anfangen aus allen Ländern US und private Soldaten ab zu ziehen und keine neuen Kriege anfangen. Oder geht das nicht aus irgendwelchen schwierigen, sehr komplexen Gründen nicht?? Der Iran wird das auch kritisch sehen und sich denken, jetzt dauert es nicht mehr lange und die schlagen los. Wir werden sehen

Re: super Zukunft

Ja, so stellt sich der kleine Maxl die welt vor... Nur eine Frage von vielen: wuerden die europaer dann die Erdoelversorgung sicherstellen? Oder wuerde sich der Mittlere Osten sofort in eine flower-power kommune verwandeln und sich alle lieb haben?

Re: Re: super Zukunft

Ach so, die Kriege werden geführt um die Erdölversorgung zu sichern?? Haben wir Probleme gehabt vor den Kriegen?? Und wenn die Amis Kriege führen wegen Erdöl, dann nur für sich selbst, nicht für Europa. Der Mittlere Osten war die letzten 2000 Jahre keine flower-power Kommune. Und was haben die Amis da bis jetzt positives bewirkt?? Mir fällt nicht wirklich was ein außer deren Kriegsmaschinerie angekurbelt. Die Amis brauchen alleine für ihr Militär pro Jahr Erdöl um 13 Milliarden Dollar.

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Alles Gute, Barack!


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