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McCain: Syrische Luftwaffe zerstören

02.02.2013 | 20:15 |  von Helmar Dumbs (DiePresse.com)

Der republikanische Ex-Präsidentschaftskandidat kritisiert die Politik seines Heimatlandes - und fordert eine rasche Intervention in Syrien.

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Wenn John McCain dabei ist, die demokratische US-Regierung zu stärkerem Engagment in Syrien aufzufordern, kann es schon einmal vorkommen, dass sich der republikanische Senator aus Arizona selbst überdribbelt: „Wir sollten die syrische Luftwaffe mit cruise missiles am Boden zerstören", forderte er am Sonntag auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Und dann müsse man noch eine Flugverbotszone einrichten, sagte er, hielt kurz inne, und korrigierte sich dann: „Wobei, die braucht man dann ja gar nicht mehr."

Bereits am Vorabend hatte McCain in harschen Worten Präsident Barack Obama Führungsschwäche vorgeworfen: "Die Lage in Syrien wird durch unser schändliches Versagen immer schlimmer. Die Gegner einer Intervention warnten vor schlimmen Dingen, die bei einem Eingreifen passieren würden. Nun, wir haben nicht interveniert. Und jetzt sickern immer mehr Jihadisten aus allen Ecken der Welt ein", sagte McCain am Samstagabend vor Journalisten. Dass man die Syrer in der Stunde der Not nicht unterstützt habe, sei ein dunkles Kapitel in der Geschichte der westlichen Allianz.

"Es braucht halt Führungsstärke"

Der ehemalige republikanische Präsidentschaftskandidat des Jahres 2008 griff seinen damaligen Kontrahenten, den jetzigen Präsidenten Barack Obama (D) scharf an: "Der Präsident soll sich hinstellen und sagen, warum wir den Menschen nicht helfen, sich gegen die Massaker zu verteidigen. Wer sagt, dass wir das nicht können? Natürlich können wir. Es braucht halt Führungsstärke des Präsidenten."

Seit langem plädiert der Senator für massive Waffenlieferungen an die syrischen Rebellen, da ja auch die Armee immer mehr Waffen von Iran und Russland geliefert bekomme: "Das ist kein fairer Kampf." Jüngst habe er ein Lager für syrische Flüchtlinge in Jordanien besucht, berichtete McCain. Dort habe ihm eine Lehrerin gesagt, dass die nächste Generation Rache nehmen werde an jenen, die heute nicht helfen würden: "Wir züchten da eine neue Genration Jihadisten heran.
So sehr er die Regierung Obama kritisierte, so viel Lob spendete er zwei ultra-konservativen Golfmonarchien: „Es gibt allerdings Länder, die den Menschen in Syrien beistehen", sagte er und erwähnte explizit Saudiarabien und Katar, deren Vertreter mit ihm am Podium saßen. Problematisch sei allerdings, fügte McCain an, dass die Waffenhilfe manchmal in falsche Hände gerate - und erntete dafür entrüsteten Widerspruch von Katars Regierungschef und Außenminister Sheikh Hamad bin Jassim al-Thani: „Da haben sie falsche Informationen. Alles, was wir an Waffen geliefert haben, war mit den USA und der Türkei koordiniert."

Der UN-Sicherheitsrat sei durch sein Nicht-Handeln im Syrien-Konflikt - Russland und China haben mehrfach Syrien-kritische Resolutionen im höchsten UN-Gremium boykottiert - direkt dafür verantwortlich, dass sich die Lage in dem Land so dramatisch verschlimmert habe, klagte Katars Premer: „Durch das zögerliche Verhalten entwickelt sich das immer mehr zu einem Vulkan."

Dass dem Sicherheitsrat offenkundig die Hände gebunden sind, hat Diskussionen um eine Reform des Gremiums wieder angefacht. Dies würde vor allem eine Vergrößerung bedeuten. Länder wie Deutschland, Brasilien, Japan oder Südafrika spekulieren auf einen permanenten Sitz (ein eigener EU-Sitz ist hingegen kaum mehr Thema). Jean-Marie Guéhenno ist allerdings skeptisch, ob ein vergrößerter Rat im Syrien-Konflikt irgendetwas bringen würde: „Natürlich ist eine Reform des Rates wichtig", sagte der ehemalige UN-Untergeneralsekretär für Friedenseinsätze im Gespräch mit der „Presse Online": „Aber das heißt noch nicht, dass ein größerer Rat leichter zu einer Entscheidung kommen würde."

 

 

 

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16 Kommentare

ja so wie in Afghanistan, den Terroristen erst Waffen liefern

und dann auf den "10. September" warten ...

äußerst clever ...

Sich von den USA lösen!

Derartige Äußerungen können eine von den USA vollkommen autonome Außenpolitik der EU - ein Wunschtraum! - zur bestärken.

super Idee

Ja, super Idee. Schickt Waffen an die "gute Al Kaida", das hat super geklappt die letzten male. Wenn die dann weiter ziehen nach mutieren die wieder zur "schlechte Al Kaida" und ein neuer Krieg kann begonnen werden. Vielleicht ziehen die dann sogar in Richtung Iran und dann kanns los gehen. Andere Frage: Gibt es in China eigentlich keine Al Kaida?? Oder trauen sich die Amis dort keine Al Kaida Leute aus zu machen um Unfrieden zu stiften??

Re: super Idee

solange die Chinesen nicht auf die Idee kommen ihre T-Bonds zu verkaufen wird es dort wahrscheinlich auf absehbare Zeit keine Alquaida geben...

zweischneidig

äußerst zweischneidig.
Wie viele Dschihadisten bekommen dann modernste Waffen gegen die US aus den USA? Wie lange werden solche Hohlköpfe in Washington noch das Sagen haben... aber ich weiß, Lernfähigkeit gibts in den USA nicht...

0 1

Re: zweischneidig

Doch, auch in den USA gibts lernfähige Menschen. Viele. Und sie haben weit mehr Möglichkeiten als in Europa, gehört zu werden.

Er redet wirres Zeug

Einerseits beschwert er sich über die Jihadisten, andererseits will er sie mit Waffen beliefern.

Die USA haben schon immer Gegner geschaffen um sie später bekämpfen zu können. Von Saddam Hussein, den Taliban, Al Kaida. Auch der Kommunismus würde ohne die tatkräftige Unterstützung der USA nicht existieren.


3 1

Er meint wohl direkte Waffenlieferungen.

Denn indirekt geschieht das jetzt auch schon über Saudi Arabien.

die Waffen werden

doch schon seit Jahren über die demokratischen Staaten Qatar und Saudi Arabien geliefert, aber schön, dass dieser Hohlkopf es auch öffentlich thematisiert - Divivde an Conquer zur Erhaltung der Menschenrechte...man denke an die Millionen Tote im Iraq, Afghanistan, Lybien etc. Der einzig produktive Beriech in den USA sind noch die Rüstungskonzerne und die brauchen Aufträge um die sinkende Wirtschaft anzukurbeln!

0 1

Wenn er Waffen an die Aufständischen in Syrien schicken will,

muss er auch Waffen an die Palästinenser schicken.

Beide werden von einer überlegenen Militärmacht ermordet.

Im Unterschied zu den USA

hat Assad schon viele Terroristen beseitigt, während die USA den Terror finanzieren, organisieren und groß gemacht haben - für die Rüstungsindustrie.

Iran Kontra aufgewaermt?

Dem McCain seine politischen meister wollen krieg und profit.

Richtungslos

"Seit langem plädiert der Senator für massive Waffenlieferungen an die syrischen Rebellen, ..."

Mit Sicherheit der richtige Weg. Hat ja schließlich in Afghanistan auch geklappt.....

"Wir züchten da eine neue Generation Jihadisten heran"."
Na was jetzt, Herr Senator?

Richtungslos

"Seit langem plädiert der Senator für massive Waffenlieferungen an die syrischen Rebellen, ..."

Mit Sicherheit der richtige Weg. Hat ja schließlich in Afghanistan auch geklappt.....

"Wir züchten da eine neue Generation Jihadisten heran"."
Na was jetzt, Herr Senator?

0 1

Die Palästinenser werden auch niedergemacht

und dort liefern wir sogar den schlachtenden Regierungstruppen Waffen.

Wenn er schon in Jordanien ist,
kann er auch die anderen Flüchtlinge dort befragen.

15 1

Militärschädel

mit militärischen Scheuklappen :-(