Mehr als 100 Verletzte bei neuen Protesten in Ägypten

09.02.2013 | 09:04 |   (DiePresse.com)

Nach dem Freitagsgebet protestierten Tausende gegen die Regierung des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi.

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Bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen der Polizei und Gegnern der regierenden Islamisten in Ägypten sind am Freitag mehr als 120 Menschen verletzt worden. Das gab das ägyptische Gesundheitsministerium am Abend nach Angaben lokaler Medien bekannt. Vor dem Präsidentenpalast in Kairo, in Alexandria und mehreren Provinzstädten setzte die Polizei Tränengas ein. Einige Demonstranten warfen Steine und Brandbomben.

Die Proteste auf dem zentralen Tahrir-Platz in Kairo blieben bis zum Abend friedlich. Die Regierungsgegner riefen "Nieder mit der Herrschaft der Muslimbrüder" und "Das Innenministerium ist genauso wie früher, Schlägertrupps, Schlägertrupps". In Tanta, der Heimatstadt eines 23-jährigen Aktivisten, der in Kairo von Sicherheitspersonal zu Tode geprügelt worden war, kam es zu den heftigsten Ausschreitungen. Brandsätze wurden gegen die Polizei geworfen. In anderen Provinzstädten wurde mit Steinen geworfen.

Schon Ende Jänner hatte es schwere Proteste gegen die Regierung Mursi gegeben. 59 Menschen kamen bei den tagelangen Ausschreitungen ums Leben.

(APA/dpa)

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6 Kommentare

Das Problem ist die Überbevölkerung und der Glaubensfanatismus

Bereits 1998 analysierte der Sozialforscher Ernst Gehmacher: „In Ägypten kommen auf einen Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche mehr als 800 Bewohner, in Deutschland sind es 11 Einwohner…Und die Bevölkerung wächst – und Kinder werden groß, die keine Chance auf ein befriedigendes Leben haben, auch nicht bei größter Bescheidenheit. Daraus werden junge Männer, für die der Krieg die beste aller Lebensformen ist. Der Guerillakrieg, der Bandenkrieg, der Terrorkrieg, der Religionskrieg.“

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Re: Das Problem ist die Überbevölkerung und der Glaubensfanatismus

Verhütungsmittel sind schon erfunden.

Aber Polemik bei Seite. Es ist schon richtig was Sie schreiben.

Dublin II Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003

Bevor ihr euch auf ägypt. Zuwanderungbnitte gut durchlesen, liebe österreichische Gutmenschen:

„Dublin-II-Verordnung“

Ziel dieser Verordnung ist es, den für die Prüfung eines Asylantrags zuständigen Mitgliedstaat möglichst rasch zu bestimmen und Asylmissbrauch zu verhindern.

Damit soll erreicht werden, dass ein Asylsuchender innerhalb der Mitgliedstaaten nur noch ein Asylverfahren betreiben kann. Welcher Staat für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig ist, wird durch die in der Verordnung genannten Kriterien bestimmt - also jener Staat in dem der Asylwerber europäisches Territorium erstmals betreten hat.

Hoffentlich kommen diese Menschen die sich gegen die neuen Verfassung wehren ....

... nicht unter die Räder.

Am Anfang des Frühlings waren es islamistische und liberale Gruppierungen die zusammen auf die Strassen gingen um Mubarrak zu stürzen und die ganze Welt hat Druck gemacht, jetzt haben wir die Liberalen die sich gegen die Grundlage der neuen Verfassung bzw. die Gesetzgebung nach streng islamischen Recht protestieren und die ganze Welt schweigt.

Meine Meinung: Die "internationalen Freunde" haben den ersten Fehler gemacht als sie das Chaos unterstützt haben um das alte System zu stürzen, und machen gerade den zweiten Fehler weil sie JETZT schweigen.

Das sind eher die neuen Plagen für Ägypten...


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Wie sagten die LINKSROMANTIKER dazu?

Arabischer Frühling!

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