Italiens verlorene Generation

23.02.2013 | 21:55 |  von Susanna BastarolI (Die Presse)

Wie junge Italiener versuchen, in einem Land zu überleben, das ihnen nichts mehr zu bieten hat.

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Die kleine Pizzeria mit den grünen Holztischen wirbt mit „Pizza Precaria“ für vier Euro. Daneben lockt eine Bar mit günstigem „Krisen-Aperitivo“. Hier, im hippen Viertel Isola in Mailand, sind Yuppies mit dicken Geldbörsen eine vage Erinnerung aus dem vergangenen Jahrhundert. Heute ist man auf bescheidenere Kundschaft angewiesen: auf junge Leute, die sich trotz mageren Einkommens einen ausgelassenen Abend leisten.

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Wenige Schritte entfernt, im Lokal „Pianoterra“, spielt laute Musik, zwei Männer matchen sich beim Tischfußball. „Sind die anderen schon da?“, ruft ihnen Piera gut gelaunt zu. Heute Abend trifft sich hier „San Precario“. Die Organisation bringt Menschen mit ähnlichem sozialen Hintergrund zusammen: oft gut ausgebildete Jugendliche mit befristeten Arbeitsverträgen und einem Monatsgehalt von durchschnittlich 836 Euro. Zu dieser Kategorie gehört in Italien fast jeder zweite Beschäftigte unter 35 Jahren.

Piera holt sich ein Bier und lässt sich ins Sofa fallen. Sie habe ihren Karrierehöhepunkt schon hinter sich, sagt die 35-Jährige achselzuckend. Die ausgebildete Handelskauffrau mit dem schwarzen Lockenkopf arbeitet heute als Telefonistin – „von 8.30 bis 17.30 Uhr“, wie sie sarkastisch präzisiert. Das Schwierigste an ihrem Job: „Ich darf nicht zu schnell und zu genau arbeiten. Wenn ich den Eindruck erwecke, überqualifiziert zu sein, wird mein Vertrag nicht erneuert.“ Von ihrer Karriere in einem großem Telekommunikationskonzern vor etwa zehn Jahren weiß ihr Chef deshalb nichts.

Damals ließ sich Piera als Personalmanagerin ausbilden. Schnell stieg sie auf, bald vertraute ihr die Firma das Training von Mitarbeitern in mehreren Filialen des Landes an. „Ich reiste durch Italien. Damals dachte ich, meine Karriere hängt nur von meinen eigenen Fähigkeiten ab. War ich naiv!“

Pieras Unternehmen ging 2007 in Konkurs, sie verlor den Job. Da sie die Miete nicht mehr zahlen konnte, zog sie wieder zu ihren Eltern. „Ich hab mich daran gewöhnt“, sagt sie resigniert. Sie ist einfach nur froh, etwas zu verdienen: In den letzten zehn Jahren haben 1,5 Millionen junge Italiener ihre Arbeit verloren. Mehr als 36 Prozent der Jugendlichen haben heute keinen Job, im Süden ist sogar jeder Zweite arbeitslos.

Verantwortlich dafür ist nicht nur die lahme Konjunktur, sondern auch der rigide Arbeitsmarkt: Während ältere Angestellte nur sehr schwer gekündigt werden können, stellt man junge Menschen erst gar nicht ein. Premier Mario Monti hat versucht, das zu ändern. Doch mehr als einen unbefriedigenden Kompromiss mit den Gewerkschaften hat er nicht erreicht. Piera wird wütend, wenn es um die Gewerkschaften geht. „Die vertreten die Interessen ihrer alten Klientel. Wir sind ihnen egal.“


Muttersöhnchen wider Willen. Nicht nur die Gewerkschaften lassen die jungen Italiener im Stich. „Das ist kein Land für junge Menschen: Italien ist in Händen der über 60-Jährigen – sie dominieren Politik und Wirtschaft. Jugendliche können sich hier nicht entfalten, es wurden nie die Grundlagen dazu geschaffen“, sagt der Mailänder Demograf Alessandro Rosina zur „Presse am Sonntag“. „Junge Erwachsene werden in Italien nicht als volle Staatsbürger wahrgenommen, sondern als ewige Söhne und Töchter. Der Staat überlässt sie den Familien, die seit jeher die Säule unserer Gesellschaft sind.“ Das Ergebnis: In kaum einem anderen EU-Land leben so viele 30-Jährige daheim. Viele sind nie ausgezogen. Mehr als 70 Prozent kehren nach Hause zurück, wenn sie ihren Job verloren oder ihr Studium beendet haben. Zwei Drittel davon wären lieber unabhängig geblieben, konnten es sich aber nicht leisten, ergab eine Umfrage der Mailänder Universität Cattolica.

Noch können viele italienische Eltern ihre erwachsenen Kinder unterstützen, die private Sparquote ist in Italien hoch. Doch in der Krise sind die Ersparnisse geschmolzen. Rosina warnt vor einer „sozialen Zeitbombe“ – zumal die Zahl junger Menschen, die daheim wohnen und nichts tun, rasant steigt. Diese Jugendlichen haben wegen mangelnder Perspektiven Jobsuche und Ausbildung aufgegeben: „Da wächst ein Heer an neuen Armen heran.“

Itala Rana (26) ärgern all die Stereotype über die „italienischen Muttersöhnchen“.„Wir haben es satt, so bezeichnet zu werden – vor allem von Politikern, die nichts über uns wissen. Glauben die, wir wohnen freiwillig daheim?“, fragt die Doktorandin. Die lebhafte Soziologin aus Apulien erzählt von der Freundin, die einen 800-Euro-Job hat, aber nicht bei den Eltern leben will. „Um zu sparen, heizt sie im Winter nicht.“ Itala selbst hat in Mailand für ein deutsches Marktforschungsinstitut gearbeitet. Sie kann sich vorstellen, nach Deutschland auszuwandern, auch wenn sie die Sprache nicht spricht. „Dort kommt man weiter. Hier nicht.“ Geschätzte 60.000 junge Italiener emigrieren jährlich, viele sind Akademiker. Kaum einer kehrt zurück. „Wir verlieren unsere besten Leute“, seufzt Rosina.

Antonio Aloisi (23) glaubt aber an eine Zukunft in Italien. Immerhin studiert er an der Mailänder Elitewirtschaftsuni Bocconi. „Für qualifizierte Leute gibt es auch hier Chancen“, ist er überzeugt. Seine Studienkollegin, Giulia Bifano (19), nickt. „Wir müssen bleiben, das Land verändern.“ Den Politikern trauen sie aber nicht zu, Italien zu verbessern. „Seit Jahrzehnten sind das doch immer dieselben Leute.“ Dass Ex-Komiker Beppe Grillo unter Jungwählern beliebt ist, verstehen beide nicht: „Ein 60-jähriger Clown soll uns vertreten, nur weil er das Internet kennt?“

Widerliche Politik. Laut der Umfrage der Universität Cattolica ist jeder dritte Jugendliche „von den Parteien und Politikern angewidert“. Das bedeutet aber nicht, dass junge Italiener keine politischen Erwartungen haben. Ihre Wünsche sind sehr konkret: Fast jeder Zweite will „Maßnahmen zur Innovation“. Für bessere Perspektiven würden die meisten Einschnitte in Kauf nehmen.

Itala bezweifelt inzwischen, dass Opfer zu Veränderungen führen können. „In meiner Heimatstadt gibt es einen Barockplatz, Autos parken da, Müllsäcke liegen herum“, erzählt sie. Im Sommer hätten Freunde dort ein Konzert organisiert. Sie überzeugten die Stadtverwaltung, vorübergehend den Parkplatz zu sperren. „Wir räumten den Müll weg. Wir stellten Holzbänke auf und Palmen. Die Piazza wurde zur Oase.“ Nach dem Konzert wollte die Stadtregierung von einer autofreien Zone nichts mehr wissen: Es gebe kein Geld für neue Parkplätze. Bald war alles beim Alten: Autos parkten auf der Piazza, der Müll häufte sich. „Später erfuhren wir, dass doch Geld da war: 60.000 Euro. Dafür hat sich der Bürgermeister Büromöbel gekauft.“

Jugend ohne Perspektiven

Kein Job.
Die Jugendarbeitslosigkeit in Italien beträgt 36,4 Prozent – insgesamt sind knapp elf Prozent der Italiener ohne Arbeit. 2001–2010 haben 1,5 Millionen Italiener unter 34 Jahren ihren Job verloren – in keinem anderen EU-Land sind es so viele.

Keine Sicherheit.
Fast jeder zweite Beschäftigte unter 35 Jahren hat einen Zeitvertrag und verdient durchschnittlich 836 Euro im Monat.

Keine Unabhängigkeit.
Immer mehr flüchten zurück in die Familie: In kaum einem anderen EU-Land leben so viele unter 30-Jährige daheim.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.02.2013)

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38 Kommentare
 
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Nur einmal kurz in den Raum geworfen

Mir ist klar, dass die Misere in vielen europäischen Ländern mehrere Dimensionen hat.
Was jedoch sofort auffällt, ist, dass die Länder, bei denen die Sozialisten es geschafft haben, ins Arbeitsrecht einzugreifen, am schlechtesten dastehen.
Dass die Arbeitslosenzahlen in Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland in die Höhe schnellen liegt in erster Linie an dämlichen, sozialistischen Regelungen. Es ist etwa in Spanien und Frankreich, laut dem Artikel aber auch in Italien, extrem schwierig bis unmöglich, Arbeitnehmer zu kündigen. Was natürlich ein Traum für Gewerkschaften und linkslinke Utopisten ist erweist sich in der Realität - no na - als tödliche Falle. Denn was nutzt es Italienern, dass sie nicht gekündigt werden können, wenn sie keinen Job bekommen? Es ist an sich simpel: Wenn ich meine Arbeitnehmer nicht loswerden kann, egal wie inkompetent sie sind oder wie schlecht die wirtschaftliche Lage ist, werde ich weniger einstellen oder gar abwandern. Das ist passiert. Die Konsequenz: Es gibt immer weniger Arbeitsplätze. Die Lösung wäre recht einfach (zumindest in Spanien, dort habe ich mich etwas genauer mit der Situation beschäftigt): Lähmende arbeitsrechtliche Vorschriften abschaffen. Hat vielleicht kurzfristig einen negativen Effekt auf Arbeitnehmer - abgesehen davon dass es dann wieder Arbeitnehmer gibt. Aber das wollen Gewerkschaften ja nicht...

Danke Sozialismus...

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Re: Nur einmal kurz in den Raum geworfen

was die sozialisten mit der krise in diesen laendern zu tun haben kann ich beim besten willen nicht nachvollziehen. fuer mich ist in italien Berlusconi mit liga nord schuld daran.
in spanien wohl die imobilienblase. bei gr kenn ich mich nicht aus.
aber das mit den sozialisten in italie koennten sie wohl naeher ausführen.
mfg

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Re: Re: Nur einmal kurz in den Raum geworfen

Sie sind sehr naiv wenn Sie davon ausgehen, dass sogenannte "Konservative" oder "Rechte" keine sozialistische Politik verbrechen...

Für Italien sei erwähnt, dass die rigorosen arbeitsrechtlichen Bestimmungen deutlich älter sind als die Regierungsbeteiligung von Herrn Berlusconi. Ja, auch das gibt es. Und dass 1996 und 2006 Romano Prodi die Wahlen gewann scheinen Sie auch "vergessen" zu haben.

Und wo wir gerade dabei sind, selbst als regelmäßiger Kronenzeitungleser sollte man mitbekommen haben, dass die Immobilienblase nur ein Teilaspekt der Krise in Spanien war/ist. Was gerne vergessen wird in dem Zusammenhang: die strukturellen Schwächen des spanischen Arbeitsmarkt haben schon lange vor der Krise dazugeführt, dass das Land an horrender Arbeitslosigkeit leidet. Arbeitslosenzahlen, die sich an die 20% annähern, gibt es in Spanien seit den 80ern.

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Re: Nur einmal kurz in den Raum geworfen

Sehr treffend und richtig beschrieben.
Aber für sozialistische Betonköpfe dennoch nicht nachvollziehbar - leider!

Warum soll es Italien denn besser gehen als der Ukraina oder Rußland?

Geld und Arbeit gibt es da wie dort genug.

Aber leider sind die Bürokratie und die Korruption eben zu groß, weswegen sich niemand selbständig machen kann und will.

Für Angestellte andererseits, insbesonders frische Uni-Absolventen, sind die Gehälter ein Witz. In Italien bei so ca. bei einem Drittel von D oder A, oder einem Viertel von CH. Kein Wunder, daß die gut ausgebildeten jungen Leute alle ins Ausland davonlaufen.

die junge Generation

wurde wohl auch in Italien von den Medien und
der Werebindustrie ordentlich eingeseift.
Ich meine das jetzt nicht ideologisch.
(Ich lebe seit etlichen Jahren in Irland, habe hier
sowie in den USA die Krise direkt miterlebt.)
Die junge Generation wurde erst mal in der
letzten Dekade gezielt umworben, umschmeichtelt,
als sehr erfolgreich und gebildet hingestellt und
vereinnahmt. Und entsprechend auf Lifestyle und shopping, die Markennahmen und deren Prestigewerte getrimmt. Also gab es mal die grosse Lifestyleorientierung. Ein Leben in
Luxus, mit gehobenen Ansprüchen wurde
regelrecht garantiert. Von den Medien und der
Werbung.
Nur um dann unversehens eine ganz andere
Realität vorzufinden, die Erfahrung machen
zu müssen dass der akademische Grad
einfach nichts wert ist. (Aus Irland sind deshalb
auch sehr viele junge Leute weggezogen, so
wie in früheren Zeiten.)
Diese trügerische Idylle war ein Aspekt der
jüngeren Gegenwart.
Sehr wesentliche Krisenvorsorge besteht
denn auch in reduziertem Medienkonsum,
Sparen beim ohnehin erkenntlichen Unsinn, der
Niveaulosigkeit, und beim Kleingeld,


ital. Schicksal

2 junge Leute wollen die Nacht miteinander verbringen.
Früher: casa mia o casa tua?
Heute: casa dei miei genitori o casa dei tui genitori?
Tut mir wirklich leid für diese jungen Leute...

Italien

war doch immer schon ein chaotisches Land. Warum jetzt die Aufregung?

Re: Italien

Weils früher linkes Chaos war. Da ist Kritikfreiheit angesagt, wie bei aller linker Destruktion.

Re: Italien

Früher haben die Italiener schamlos die Lira abgewertet, um konkurrenzfähig zu bleiben.
Jetzt wo das nicht mehr möglich ist, gehen sie früh oder später pleite, so wie der ganze Süden der EU. Griechenland, Spanien, Portugal und Italien sind mehr durch …Dazu kommt noch der verarmte Balkan und der schwache Osten. Ich freue mich schon auf den nächsten Pleitekandidaten- Kroatien …

Se viva sempre!

Ähnlich wie Griechenland, hat auch die €-Einführung Italien in den Preise-Grössenwahn getrieben.
Aber ich kenne dieses Land in allen Winkeln seit Jahrzehnten, sogar besser als Österreich.
"La crisi" gab es in Italien schon immer. Und überlebt hat bella Italia glücklicherweise auch noch immer.
Mit oder ohne EU. Evviva!

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Re: Se viva sempre!

das Überleben war aber durch Abwertung der Lira deutlich leichter. Gebt den Italienern ihre Währung zurück und das Land wird aufblühen.

ob

in italien gerade soziologen gefragt sind?

und dann nach deutschland auswandern, ohne sprachkenntnisse?

deutschland hat soziologen en masse. wer sonst nichts kann, studiert soziologie oder will was "mit medien" machen.

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Die Kernfrage ist wohl WELCHE Jungen bekommen keinen Job?

Da handelt es sich wohl wieder einmal um den Geisteswissenschaftler-Überschuss der Universitäten die oft reiner Kostenfaktor sind. Soziologen, Politologen, Philosophen usw. danach besteht nun einmal keine wirtschaftliche Nachfrage. Diese können allenfalls hoffen in artfremden Tätigkeiten (Taxifahren, Regalschlichten u.ä.) unterzukommen bzw. in der (öffentlichen) Verwaltung eine Anstellung zu finden. Nur fallen schuldenbedingt die öffentlichen Anstellungen mittlerweile fast komplett aus und auch in der Privatwirtschaft wird in Krisenzeiten vor allem beim Kostenfaktor Verwaltung gespart.
Anstatt weiter tausende Junge ins Verderben rennen zu lassen, sollte man bei diesen Studienfächern Zugangsbeschränkungen einführen. Auch Politologen, Soziologen, Psychologen, Philosphen usw. haben natürlich ihre Berechtigung, wir brauchen jedoch nicht so viele von ihnen. Dass diese jungen Menschen dann frustriert sind, denn sie sind ja Akademiker, ihr akademischer Abschluss ist aber de facto (geld-)wertlos, verwundert nicht.

Der von EU's Gnaden eigesetzte Technokrat Monti

hat laut EU Aussagen Italien so erfolgreich in Grund und Boden gewirtschaftet, dass sogar die 3% Verschuldungsmarke eingehalten wurde. Monti hat so lange zusammen gestrichen, bis die Wirtschaft nicht mehr funktionierte. Jetzt sind die jungen Italiener ohne Zukunft - welch ein tolles Friedensprojekt!
Darüber hinaus möge man berücksichtigen, wieviel ältere Menschen in Pensionskassen usw. einbezahlt haben, einfach denen Gelder zu reduzieren ist naiv. Junge oder auch alte Menschen sind nicht das Problem - die grenzenlose Gier, Gaunertum und Unfähigkeit der Politik ruinieren jede Wirtschaft.
Doch davon wollen bestimmte politische Gruppen nichts hören und sehen. Vielleicht schafft es das größte Friedensprojekt sogar junge und alte Menschen gegeneinander aufzuhetzen.
Menschenmassen stehe ohnehin schon (auch heute) in Spanien, Griechenland, Bulgarien usw. auf der Strasse. Und die EU sollte Gelder einsparen - z.Bspl. Brüssel oder Strassburg aufgeben und das Geld für die Jugend bzw Arbeitsplätze verwenden. Oder keine riesige, leerstehende Flughäfen und sinnlose Autobahnen bauen.......oder Gehälter von EU-Beamte und deren Pensionen kürzen, oder aufzuhören Gurken per Verordnung gerade biegen zu wollen, Arbeitsplätze zu vernichten und Menschen durch Glühlampenverordnung zu gefährden............
All' das Geld hätte man für Forschung und Bildung von jungen Menschen ausgeben können, das schafft Arbeitsplätze und bescheidenen Wohlstand.

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Re: Der von EU's Gnaden eigesetzte Technokrat Monti

Gute Infrastruktur ist ein wesentlicher Faktor für Wirtschaftswachstum.
Das Problem in den Südstaaten ist die mafiose Struktur, massive Korruption und zu hoher Kündigungsschutz der Unternehmen abschreckt mehr Leute anzustellen als unbingt notwendig. Man stellt lieber "schwarz" ein.
Hier alles der EU in die Schuhe zu schieben zeugt von ihrem Nichtwissen oder bestenfalls gefährlichem Halbwissen.

Re: Re: Der von EU's Gnaden eigesetzte Technokrat Monti

Lol, vom Nichtwissen unserer Abgeordneten wurden wir bereits überzeugt. Die kennen keine Summen vom EFSF und ESM, keine Summen der Haftungen usw.

Im übrigen beruhen meine Erläuterungen auf Tatsachen, während sie versuchen, Stigmatisierung als dogmatische Argumentation zu benutzen.

Weiters dürfte ihnen entgangen sein, dass alle Problemländer auch bereits vor der EU existierten und teilweise weniger Probleme hatten.

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Re: Der von EU's Gnaden eigesetzte Technokrat Monti

Und wie sollte es ohne den Technokraten Monti weitergehen?

Bunga-Bunga bis in den Abgrund?

Dauerstreik wie in Griechenland?

Italien wählt, also werden wir es bald wissen!

Re: Bunga Party

Naja, alle Bunga Partys von Berlusconi zusammen haben wesentlich weniger gekostet als eine einzige Monti/Dhragi Bankenaktion. Nach meinem Wissensstand sind ohnehin umfangreiche Ermittlungen der Staatsanwaltschaft im Zuge der Antonveneta-Übernahme durch MPS sowie der Projekte Santorin und Alexandria Im Gange. So gesehen ist Berlusconi die erste Wahl, denn wie grotesk die politische Ebene in Italien aussieht, zeigt eindrucksvoll die Kandidatur des ital. Komikers.
Es wird ja auch grossteils verschwiegen, dass bereits seit längerer Zeit die no-Monti-Days mit beachtlichen Zulauf durchgeführt werden.

Der lange Weg zur Revolution dort wie da.

Irgendwann ist die Schmerzgrenze erreicht.

Auch in Oesterreich wird die Politik von Penionisteninteressen dominiert

Nur arbeiten die Jungen hier eben haerter. Von der Zukunft sind sie aber ebenso abgeschnitten.

„Die vertreten die Interessen ihrer alten Klientel. Wir sind ihnen egal.“

Ja genau. Sauerei. Die Alten wollen sich nicht feuern lassen, damit Piera Karriere machen kann.

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Re: „Die vertreten die Interessen ihrer alten Klientel. Wir sind ihnen egal.“

Der Witz ist ja:
Abgesehen davon, dass niemand bis jetzt in einem der Länder, in dem die Aufweichung des Kündigungsschutzes als Allheilmittel und die Erhöhung des Pensionseintrittsalters als vom Produktivitätswachstum unabhängige Notwendigkeit dargestellt wird, erklären konnte was man dann mit den massenhaften 50+ Arbeitslosen macht (auf die hat der Arbeitsmarkt sicherlich gewartet) gibt es auch nicht den geringsten Hinweis darauf, dass die schöne Vorstellung "die alten geben etwas ab" und "die Jungen kriegen dafür einen Job" überhaupt funktioniert. Wenn nicht expandiert wird, sind neue junge Arbeitskräfte genauso nicht zu gebrauchen wie alte. Folgerichtig gibt die italienische Confindustria (so etwas wie die IV) auch unumwunden zu, dass auf eine Lockerung des Kündigungsschutzes keineswegs ein Arbeitsplatzwunder zu erwarten ist.
Und das traut sich keine italienische Regierung: Die Familienväter kündigen, die Jungen aber weiterhin arbeitslos lassen - bei inexistentem Sozialstaat und miesen öff. Leistungen. Im übrigen würde mich die Verbindung dieser Piera zu San Precario interessieren. Ich kann mir kaum vorstellen, dass diese Vereinigung als Organ der Altenhetze dargestellt werden will.

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europas junge ausgebildete bekommen keine jobs mehr u werden im stich gelassen; u.die älteren will man in zukunft nach 40 versjahren mit asvg almosenpensionen abspeisen; diese eu-eurobankenunion macht ihre arbeit echt gut -leider nur für die spekulanten- u bankenmärkte;


Na super

Was war denn an meinem Kommentar so schlimm, dass er nicht erscheinen darf?

Re: Na super

Schließlich habe ich nur zu bedenken gegeben, dass in Italien Millionen von Immigranten sehr wohl einen Job finden, für den sich die Jugend halt nur zu gut ist. Aber das darf hier wohl nicht gesagt werden.

 
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