Österreichische Geisel: "Sonst werden sie mich töten"

23.02.2013 | 20:35 |  von Iris Bonavida (Die Presse)

In einer dramatischen Videobotschaft fleht der im Jemen entführte Österreicher die Regierung an, die Forderungen seiner Geiselnehmer zu erfüllen.

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Eine Waffe ist auf ihn gerichtet, er kämpft mit den Tränen, ringt um Worte, spricht zuerst auf Englisch, dann auf Deutsch: Ein Video, das den im Jemen mit zwei Finnen verschleppten Österreicher zeigt, ist offenbar bereits vergangenen Donnerstag auf dem Video-Portal Youtube im Internet aufgetaucht. Die österreichische Geisel Dominik N. stellt sich darin vor: „Ich bin ein österreichischer Staatsbürger. Ich wurde am 21. Dezember 2012 von einem jemenitischen Stamm als Geisel genommen. Sie wollen Lösegeld" Dann folgt ein Appell an die Regierungen Österreichs, des Jemen und der „anderen betroffenen Staaten" die Forderungen zu erfüllen - „andernfalls werden sie mich sieben Tage nach Veröffentlichung dieses Videos töten". Zum Schluss sendet er noch eine Botschaft an seine Familie: „Bis jetzt bin ich in guter Gesundheit". Dann ist die einminütige Aufnahme vorbei. Welche Forderungen die Entführer genau stellen, geht aus der Botschaft nicht hervor. Das Ultimatum läuft jedenfalls am 28. Februar ab.

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Das Video sei authentisch, sagte der Leiter der Presseabteilung des Außenministeriums in Wien, Martin Weiss, am Samstagabend. Es handle sich um den „ersten Beweis", dass N. „am Leben und gesund ist". Der Krisenstab des Außenministeriums tage und das Video werde genau untersucht. Die österreichische Regierung stimme sich außerdem eng mit den Regierungen Finnlands und des Jemen ab. Weitere Informationen wolle man zum gegenwärtigen Zeitpunkt allerdings nicht geben, sagte Weiss.

Auszug aus dem Wortlaut der Botschaft
"Mein Name ist Dominik N. Ich bin ein österreichischer Staatsbürger. Ich wurde am 21. Dezember 2012 von einem jemenitischen Stamm als Geisel genommen. Sie wollen Lösegeld. Ich appelliere an die jemenitische Regierung, die österreichische Bundesregierung, die Europäische Union und alle anderen Staaten, ihre Forderungen zu erfüllen. Andernfalls werden sie mich sieben Tage nach Veröffentlichung dieses Videos töten." Dann wandte sich N. in persönlichen Worten an seine Familie und versicherte ihr: "Bis jetzt bin ich in guter Gesundheit."
Gregor Kössler, österreichischer Botschafter für den Jemen, besuchte am Samstag das jemenitische Außenministerium. Auch vier österreichische Mitarbeiter des Nachrichtendienstes sollen sich im Land aufhalten, um den Fall zu lösen. Experten halten es für möglich, dass sich Dominik N. mittlerweile in Gewalt des Terrornetzwerks al-Qaida befindet. Er könnte von Stammesmitglieder entführt und dann weiterverkauft worden sein. Möglich sei auch, dass politische Forderungen folgen und nicht nur Lösegeld verlangt wird. Bemerkenswert sei auch, dass sich die Geisel im Video an die jemenitische Regierung wendet.

Schicksal von entführten Finnen unklar

Über das Schicksal des entführten finnischen Paares gibt es indes keine Hinweise. Das finnische Außenministerium hält es für möglich, dass ein ähnliches Video mit den finnischen Geiseln auftauchen könnte. Drei Tage vor Weihnachten, am 21. Dezember, wurden der österreichische Student und das finnische Paar von bewaffneten Männern aus einem Elektronikgeschäft nahe dem Tahrir-Platz in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa entführt. Während die beiden Männern länger im Jemen lebten, war die Finnin nur zu Besuch.

Lange wurde darüber spekuliert, wer hinter der Entführung stecken könnte. Der Jemen-Experte Johann Heiss vom Institut für Sozialanthropologie der Uni Wien meinte etwa, das Schicksal der Geiseln hänge „maßgeblich davon ab, ob sie sich in der Gewalt von Stämmen oder von religiöse Fundamentalisten befinden". Weitaus gefährlicher ist al-Qaida. Das Terrornetzwerk kontrolliert mittlerweile ganze Teile des Landes. Ihre Kämpfer werden immer wieder von amerikanischen Drohnen angegriffen.

 

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479 Kommentare
 
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Der Dominik

achtet die Kultur des Jemens und die arabische Sprache, sagt die Mutter.
Das ist sehr löblich.

Weniger löblich ist allerdings die Tatsache, dass sich Dominik allen Warnungen zum Trotz sich in die Höhle des Löwen gewagt und seine Entführung riskiert hat.

Warum in den Jemen und nicht nach Marokko zum Sprachstudium??

dieses forum

offen zu lassen ist hochgradig respektlos der familie gegenüber. die kommentare sind tw nicht nur von unüberbietbarer dummheit, mehr noch aggressiv verletzend und herabwürdigend.

1 5

Re: dieses forum

Ich gebe Ihnen ja eigentlich recht. Andererseits ist es auch recht informativ (und desillusionierend) was sich in Österreich so an selbstgerechtem Pöbel rumtreibt. In solchen Foren wird für mich immer wieder schmerzhaft das Niveau der Klientel, die die österreichischen Gegenstücke von italienischen "Clowns" (Zitat Steinbrück) zweifelsohne wählen wird, evident: einseitige Sichtweise, rambomäßige Pseudolösungen, Unwissen und Rücksichtslosigkeit. Tja, wie Sie schon sagten, Dummheit eben.

8 3

Das Außenministerium warnt seit Monaten vor Reisen in den Jemen

und fordert alle Österreicher/innen auf, das Land zu verlassen (siehe deren homepage). Solche Warnungen zu negieren und dort noch dazu zu studieren, zeugt von einer Naivität sondergleichen. Solche Leute gehen dann im Sinne der österreichischen Versorgungsmentalität davon aus, der Staat wird's schon wieder richten.

spindis comment

erschüttert die entführer bis ins mark.

3 5

Vielleicht sollte man zahlen

und Regress an die Regierung stellen.

Sollte die Geisel dann freikommen, könnte auch eine Verpflichtung auf Rückzahlung an die Geisel gestellt werden, sollten aus diesem Titel Gelder für Interviews, Bücher, Filme, etc... lukriert werden.

2 0

Re: Vielleicht sollte man zahlen

nope, ab dem zeitpunkt ist jeder österreicher ein potentieller "filmkandidat".

wenn sich der staat auch nur einmal erpressen lässt, ist seine funktion nicht mehr gegeben!

die verwandten haben die möglichkeit ihre assets zu verkaufen!

18 0

Könnte nicht unser BP H.Fischer

Sich in die Verhandlungen begeben ,der hat das doch so toll in der Votivkirche gemacht,seine Erfahrung und weltpolitische Gewandheit sollten unbedingt ins Spiel kommen.

6 0

Da wird sich der jemitische Staatschef freuen

Wenn über Umwegen Geld aufs Konto kommt ,er ist genauso wie unsere auch, eben ein Politiker .

14 0

Irgendwie ist da was faul an dem Ganzen


12 0

Vorschlag

informiert die Entführer, dass wir Faymann zum Verhandeln schicken ... wir hätten dann ein Ergebnis, dass wir das Doppelte des verlangten Lösegeld bezahlen und 2 weitere österreichische Geiseln in den Fängen der Entführer .... hätte evtl. den Effekt, dass die Entführer als Mitleid die Geisel freilassen, denn sie sehen, dass wir Österreicher mehr als bestraft sind mit diesem Politgesi'n'del

Re: Vorschlag

SChickten wir Dr. Schüssel zahlten wir noch mehr.

2006 (Sshüssel) Nettozahlung max 0,33% des BIP
2013 (Faymann) Nettozahlung max 0,31% des BIP

6 1

Die letzte Hoffnung wäre wohl nur, wenn er...

zum Islam konvertiert. Dann ist es gegen ihr Gesetz ihn zu töten. (Vorrausgesetzt es sind Muslime)

4 0

Re: Die letzte Hoffnung wäre wohl nur, wenn er...

Ja sieht man jeden Tag im Irak, Afghanistan, Syrien wie Moslems sich nicht gegenseitig töten. Auf Spon haben sie in irgendeiner Themenserie zum Islam ein Interview mit einem Selbstmordattentäter. Seine Aussage über die Opfer: "Allah wird sie bitten mir zu verzeihen"

Die sind so krank im Hirn, das ist für einen normalen Menschen nicht mehr annähernd zu verstehen.

Holt ihn aus dieser Situation heraus.

Allerdings frage ich mich, warum wir Österreicher Soldaten bzw. Sanitäter nach Mali schicken müssen (Frankreich beruft sich auf den Vertrag von Lissabon) und es noch immer keine europäische Anti-Terroreinheit gibt. Für jeden Mist wird das Geld herausgepresst und dann hinausgeworfen aber eine Spezialeinheit bekommt die EU nicht hin - was für ein Verein.
Zu dem Entführungsopfer: klar ist es Leichtsinn sich in ein solches Gebiet zu begeben, aber man sollte ihm helfen. Man lässt keinen Mitbürger in den Händen von Verbrechern. Denken Sie nur an Gilad Schalit - der israelische Soldat wurde gegen knapp 500 Gefangene getauscht.

Österreich leicht erpressbar

Bürger aus einem Land, das relativ leicht erpressbar ist (Arigona Zogaj, Votivkirche) sind für islamische Kriminelle natürlich besonders attraktiv. Die Chancen zu Lösegeld zu kommen sind ungleich größer als wenn etwa eigene Landsleute entführt und freigepresst werden sollten...

Wo sind EU und NATO?

EU und NATO sollten sich mal überlegen, ob man solche Länder in denen irgendwelche Stämme ständig Staatsbürger westlicher Länder kidnappen, vl mal angreifen sollte.

Nicht falsch verstehen, ich bin kein Kriegsfanatiker, aber irgendwo muss halt Schluss sein.

Re: Wo sind EU und NATO?

Vielleicht aber geht es einfacher: die westlichen Staatsbürger reisen einfach so weit als irgendwie möglich dort nicht hin. Daher sollten dann dort nur noch "Westler", die beruflich dort sein müssen.
Was ich mich auch noch frage,warum werden eigentlich keine Russen entführt? Sind die dort nicht oder behandeln die solche Dinge anders?

Re: Re: Wo sind EU und NATO?

Russland ist ein grosse Land, bekannt für seinen Ruf. Den Winzling Österreich kennt niemand, und man hat auch keine Angst vor uns.

4 0

Re: Wo sind EU und NATO?

Winziges Problem dabei: Weder Österreich noch Finnland sind bei der NATO...

1 0

Re: Re: Weder Österreich noch Finnland sind bei der NATO

Das gibt doch noch Hoffnung!

Re: Wo sind EU und NATO?

Wieso haben Sie dann das Posting geschrieben?

1. Ist meiner Meinung nach jeder selbst Schuld wenn er in solche Länder reist.

2. Haben viele Soldaten auch eine Familie zuhause - und die würden Sie opfern?

3. Gewalt erzeugt IMMER noch mehr Gewalt!

18 0

Besser Kopfgeld als Lösegeld...

Man sollte lieber den halben Betrag des geforderten Lösegeldes als Kopfgeld für die Erlegung der Entführer aussetzten, falls der Entführte nicht binnen einer Woche freigelassen wird.
Das mag zwar bei dem einen Entführten schlecht ausgehen, aber in der Zukunft werden sich Terroristen hüten, Österreicher zu entführen...

1 8

Re: Besser Kopfgeld als Lösegeld...

Die fürchten sich schon!

Wie bitte sollte man in solchen Ländern Entführer dingfest machen??? Und wie festnehmen und vor ein internationales Strafgericht bringen???

Probieren Sie es einmal - auch für Sie würde dann Lösegeld gefordert werden.

Re: Re: Besser Kopfgeld als Lösegeld...

Wie bitte sollte man in solchen Ländern Entführer dingfest machen???

dafurgibt es doch die hier im forum sonst so verteufelten amerikanischen (jetzt auch mit osterr. komponenten) DROHNEN!

Re: Re: Re: Besser Kopfgeld als Lösegeld...

oder die Eliten wie Navy Seals. Oder aber auch Geheimdienste (der Mossad machte das gerne mit Na..-Verbrechern).

 
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