Rüstung: „Made in China“-Waffen boomen weltweit

18.03.2013 | 00:01 |  Von unseren Korrespondenten Felix Lee und Hannes Gamillscheg (Die Presse)

Nicht nur erhöht die asiatische Supermacht ihre Militärausgaben um mehr als zehn Prozent und brüskiert damit die Nachbarn. Die Volksrepublik ist inzwischen auch zum weltweit drittgrößten Waffenexporteur aufgestiegen.

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Peking/Stockholm. Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt als Chinas Premier beklagte Li Keqiang am Sonntag, mit den ständig steigenden Staatsausgaben könne es so nicht weitergehen. Da durch den Aufbau eines Sozialsystems notwendige Ausgaben bevorstünden, müsse in anderen Bereichen gespart werden. Das Militär fällt für Li aber nicht darunter.

Trotzdem stimmte gestern der Volkskongress mit großer Mehrheit für eine deutliche Erhöhung der Militärausgaben: Sie sollen im Vergleich zum Vorjahr um 10,7 Prozent steigen. Dabei stieg der Militäretat 2012 bereits um real 11,6 Prozent auf rund 90 Mrd. Euro. Chinas Aufrüstung betrachten die Nachbarstaaten der Volksrepublik und die USA mit großer Sorge. Japan, die Philippinen und Vietnam streiten mit China um Territorium im Ost- und Südchinesischen Meer. Vor allem der Inselstreit mit Japan drohte im vergangenen Herbst zu eskalieren.

Obwohl die USA mit 45,3 Prozent der weltweiten Verteidigungsausgaben dominierende Militärmacht bleiben, holt China auf: Die Volksrepublik liegt bei den Militärausgaben inzwischen auf Platz zwei weltweit. Wenn das Wirtschaftswachstum  anhalte, könne das Land die USA zwischen 2025 und 2028 eingeholt haben, so Experten.

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Chinesische Waffen für Pakistan

Auch auf dem internationalen Waffenmarkt ist China im Kommen: 2012 war das Reich der Mitte der drittgrößte Lieferant von Kriegsmaterial, das geht aus den Zahlen über den globalen Waffenhandel hervor, die das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri heute veröffentlicht. China steigerte seine Verkäufe um 162 Prozent, angekurbelt durch Großaufträge aus Pakistan. „Peking etabliert sich mehr und mehr als Versorger einer wachsenden Zahl wichtiger Abnehmerstaaten“, sagt Paul Holtom, Direktor von Sipris Programm für die Waffenhandelskontrolle.

Beherrscht wird der Rüstungsexport von den USA (30 Prozent) und Russland (26 Prozent). Der weltweite Waffenhandel nahm 2008–2012 gegenüber 2003–2007 um 17 Prozent zu. Die USA und Russland steigerten das Volumen ihrer Verkäufe um 16 respektive 28 Prozent. Weltmarktführer USA belieferte 85 Länder, mit Südkorea als wichtigstem Kunden. Auch der Irak und Afghanistan steigen mit dem Abzug der US-Truppen zu immer wichtigeren Abnehmern auf.  Russland ist größter Lieferant von Rüstungsmaterial an Indien und China und für mehr als 70 Prozent der Waffenlieferungen an Syrien verantwortlich.

In Europa sanken die Waffenimporte in den letzten fünf Jahren um 20 Prozent, ein Trend, der sich weiter verstärken dürfte, wenn die Krisenjahre in der Statistik voll durchschlagen. Deutschland – ebenfalls unter den ersten fünf Großexporteuren – lieferte 35 Prozent seines Rüstungsexports an andere europäische Staaten, neben Griechenland, Spanien und der Türkei ist Südkorea wichtigster Abnehmer.

Blühende Fernost-Geschäfte

Doch die größten Waffenkunden sitzen in Fernost. Asien stand 2008–12 für fast die Hälfte der globalen Importe, wobei Indien China den Rang als größter Käufer abgelaufen hat. Dahinter folgen mit Pakistan, Südkorea und Singapur drei weitere asiatische Staaten. Während Indien seine Ausgaben um 59 Prozent erhöhte und nun – vor allem in Russland – zwölf Prozent der weltweiten Käufe tätigt, sattelte China von Importen auf Eigenproduktion um. Neue chinesische Waffen sind aber  weiterhin mit ausländischen Komponenten ausgerüstet: So trägt Chinas erster Flugzeugträger eine ukrainische Hülle, die wichtigsten Kampfflugzeuge fliegen mit russischen Motoren.

Auf einen Blick
China spielt beim weltweiten Waffenhandel eine führende Rolle. Laut Friedensforschungsinstitut Sipri war die Volksrepublik 2008–2012 erstmals unter den fünf wichtigsten Exporteuren von Rüstungsgütern. Vor China lagen die USA, Russland, Deutschland und Frankreich. 2012 war China bereits drittstärkster Exporteur.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.03.2013)

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31 Kommentare
 
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Re: Deutschland an dritter Stelle hinter den USA und Russland

Die liefern wenigstens Qualität :-))

das sind alles Länder die von uns Geld GESCHENKT bekommen

und wo große Teile der Bevölkerung auf Mittelalterniveau dahinvegetieren

USA geben für das Militär.....

so viel aus wie der rest der Welt zusammen!!!

Während China langsam zur Weltbdrohung wird, ist die USA bereits eine Weltbedrohnung.

China greift nach umstrittenem Terrotorium dass man irgendwie als Chinesichen Ursprungs interpretieren kann (was sicherlich nicht OK ist). Im Gegensatz dazu, ist die USA bereits dabei mehrere Kriege anzuzetteln die das Potential haben sich zu einem Weltkrieg zu entwickeln (Syrien, IRAN) und hiermit die Westliche Welt (NATO) mithineinzureissen.

Dieser und viele anderen Artikel klingen nach Propaganda. Nach Propaganda um die Menschen auf einen Krieg (gegen das Böse und den Terrorismus) einzuschwören.

Re: USA geben für das Militär.....

Was schreiben sie da für einen Müll zusammen.

Wo bedroht die USA die Welt??????????

Verteidigen sie etwa den Iran der zu Medizinischen Zwecken mehr als 20% angereichertes Uran benötigt (wobei selbst für Kraftwerke 5% genügen?) die Therapie wo man eine Mittelstreckenraketen (mit Atomsprengköpfen bestückbar) benötigt würde ich echt gerne sehen.

Syrien hat schon lange vorher gebrodelt. Vielleicht sind es ja auch die Russischen Waffen die für ein Chaos sorgen.

Und im Übrigen sorgt die USA weltweit vorallem im Arabischen Meer und Indischen Ozean für Sicherheit. Würde die Navy ihre Arbeit einstellen würde die Chineische Handelsmarine selbst für ihren Schutz sorgen müssen. Könnten sie aber nicht.

Ob es ihnen passt oder nicht sie sind vom Schutz des "bösen" Uncle Sam abhängig.

Re: Re: USA geben für das Militär.....

Nicht der LustigeHegel, sondern Sie, Black John-SCHREIBEN DEN MÜLL!!
Nehmen Sie einen Zettel zur Hand mein Herr, und listen Sie alle Kriege auf, seit dem WorldWarII-und Sie werden sich sehr wundern!!
Abgesehen von kleinen und mittleren lokalen Scharmützeln-HABEN DIE YANKEES ALLE INTERNATIONALEN GROSS-KRIEGE-selbst begonnen,oder waren/sind-MASSGEBLICH DARAN BETEILIGT!
Ergänzt wird "dieses Bild des Friedens" durch das Schlachtfeld in den USA selbst, ein Land in dem-MEHR PRIVATE WAFFEN VERKAUFT UND GENUTZT WERDEN, als in allen anderen Ländern der Welt zusammen, können Sie mir folgen, Sir?!
Der Inhalt meiner Ausführungen-IST UNBESTREITBAR!!

Re: Re: USA geben für das Militär.....

ein USA fan!!! od vielleicht sogar ein US-Amerikaner.

Syrien und IRAN und Russland und China sind militärisch verbandelt. China hat den USA bereits gedroht od. gewarnt in IRAN einzugreifen und würde dazu auch militärische Mittel ergreifen. Während der IRAN in den letzten Jahrzehnten keine Kriege geführt haben (bis auf den durch USA mitinitierten Krieg IRAK gegen IRAN), haben die USA im durchschnit kein Jahr ausgelassen ohne ein Krieg zu führen. Darüberhinaus sind es die USA die bisher als einziger Atomwaffen in einem Krieg eingesetzt haben bzw. den Krieg gegen Japan sogar hinausgezögert um Atomwaffen einsetzten zu können (als drohgebärde gegen die damalige UDSSR). Es ist übrigens ein offenes Geheimnis, dass große Umstürtze (wie in Ägypten, Lybien, Georgien ... und auch Syrien) durch große US-Amerikanische Geldgeber unterstützt werden. Es ist jedenfalls nicht von der Hand zu weisen, dass die US-Amerikaner selbst für die Unruhen sorgen, für die sie sich später rühmen diese niederzuschlagen bzw. für Schutz zu sorgen.

Dank des US-Amerikansicen Schutzes dürfen jedenfalls Irakische Frauen in der Öffentlichkeit nur noch bedeckt unterwegs sein und es vergehen in Bagdad kein Tag ohne politische Morde od. ohne Terroranschläge. usw. usf.

Also ihre Betrachtungsweise ist leider (extrem) oberflächlich.

4 4

das amerikanische Militär ist in 125 Länder stationiert

Wo findet man chinesisches Militär außerhalb Chinas?

Für mich zu hoch.

China ist auf dem Weg, die Amerikaner als wichtigste Exportnation ganz allgemein zu überflügeln.
Dass da auch die Militärexporte betroffen sind ist ja wohl einleuchtend.
Die USA haben dutzende Flugzeugträger. Warum "provoziert" China die Nachbarn, wenn es jetzt einen einzigen in Dienst stellt, den es noch dazu gebraucht von der UKraine erworben hat.?

DIE CHINESEN-Nr.5 der Waffenexporteure

Na, da sind wir aber platt, ÜBER-WIEDER EINMAL-DIE GELBE GEFAHR!!
Hätten die PRESSE-Redakteure LEE und GAMILLSCHEG ein bisschen mehr Ahnung vom sogenannten-"Chart Reading", dann müßten Sie uns auch,und vor allem wohl dies mitteilen:
Die Nr.1/USA und die Nr.2/RUSSLAND exportieren gemeinsan weit mehr/größer 50%!/, als die Summe der an Nr.3 bis Nr.20 Gereihten-DAS LEUTE WÄRE DIE EIGENTLICHE SENSATION, für Statistik-Experten,klar?!
ABER: AUF diese Weise kann man natürlich weniger dramatisch-MIT DER "GELBEN GEFAHR" DROHEN,oder, LEE & GAMILLSCHEG?!

Kalter Krieg ist die bessere Variante

als die Diktatur einer einzigen Grossmacht.

Ich sehe es positiv, wenn Länder erstarken und sich eine Balance bildet.

Eigentlich befinden wir uns schon in einem kalten Krieg

Wenn so viele Staaten der Welt sich in einem Wettrüsten befinden dann kann man das eigentlich nicht mehr verleugnen

Re: Eigentlich befinden wir uns schon in einem kalten Krieg

Richtig. Der Clash wird fürchterlich, und trotz unserer Neutralität werden uns die Trümmer treffen.....

Re: Re: Eigentlich befinden wir uns schon in einem kalten Krieg

Wären wir neutal, würden uns weniger Trümmer treffen. Aber da wir im Konfliktfall mangels Bewaffnung nicht in der Lage sind, unsere Neutralität zu bewahren, wird uns wohl mehr treffen.

Re: Re: Re: Eigentlich befinden wir uns schon in einem kalten Krieg

Dann macht man es einfach wie die Schweizer und die Schweden im Zweiten Weltkrieg, erteilt die Genehmigung zu Waffen- und/oder Truppentransporten durchs Land, in der Neuzeit auch per Luftfracht, und schon ist die Sache geritzt...

Re: Re: Re: Re: Eigentlich befinden wir uns schon in einem kalten Krieg

Die Schweizer hatten aber doppelt Glück, nämlich

1.) dass die Deutschen wegen Verletzung der Neutralität nicht einmarschiert sind und

2.) dass die Amerikaner gewonnen haben.

Und ansonsten hatten die Schweizer stets ein ausgezeichnet ausgerüstetes Heer am Stand der Zeit.

Re: Re: Re: Eigentlich befinden wir uns schon in einem kalten Krieg

Denke, bei der irrwitzigen Größe und Bedeutung unserer Heimat ist das ziemlich irrrelevant, ob wir eine Steinschleuder in der Hand haben oder zwei....

Re: Re: Re: Re: Eigentlich befinden wir uns schon in einem kalten Krieg

Gerade in Europa ist im Konfliktfall kein Land unbedeutend, denke ich. Gerade hinter dieser Aussage verstecken wir uns ja immer wieder, ein schwerer Fehler, wie ich meine.
Und wenn Konflikte mal das Thema Wasser haben (O. T.), dann können wir gar nicht so schnell schaun, wie wir in den Mittelpunkt des Interesses rücken ...

Oh...



10sur...schlimm...!

Mein Computer kommt auch aus China


Re: Mein Computer kommt auch aus China

Designed in California steht da drauf....

USA

Warum wundert sich niemand das die USA 5 mal soviel Geld für Rüstung ausgeben wie China?? China hat fast 5 mal so viele Einwohner. Wieso wird nicht weltweit die USA angegriffen wegen der hohen Ausgaben?? Wofür brauchen sie das Militär?? Um Angriffskriege zu machen und unter irgend einem Vorwand irgendwo eingreifen zu müssen weil die dort wirtschaftliche oder strategische Interessen haben. Ist das ok??

Re: USA

wenn man pleite ist, braucht man Militär

Re: Re: USA

Da müssten wir ja eine der modernsten und größten Armeen haben :-))

Hm...



..und was ist wenn weltweit die Waffenlager voll sind,...???

Wer wird diese Lager öffnen,...wer wird diese Waffen und vorallem wo "verbrauchen" um für neue Anschaffungen in den Rüstungsindustrien zu sorgen,..??


Re: Hm...

Volle Waffenlager? Reichen ihnen die weltweiten Konflikte noch nicht?

 
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