Kongo: Rebellenführer Ntaganda trifft in Den Haag ein

23.03.2013 | 09:16 |   (DiePresse.com)

Ntaganda werden unter anderem mutmaßliche Beteiligung an der Ermordung von 800 Dorfbewohnern, der Rekrutierung von Kindersoldaten und der Missbrauch von Frauen als Sexsklavinnen vorgeworfen.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Der mutmaßliche Kriegsverbrecher und kongolesische Rebellenführer Bosco Ntaganda ist am Freitagabend beim Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag eingetroffen und inhaftiert worden. Das teilte der IStGH in der Nacht auf Samstag mit. "Bosco Ntaganda ist in der Strafvollzugsanstalt des IStGH angekommen", erklärte das Weltstrafgericht via Kurznachrichtendienst Twitter, ohne weitere Details anzugeben.

Mehr zum Thema:

Ntaganda war zuvor aus der ruandischen Hauptstadt Kigali ausgeflogen worden. Er hatte sich am Montag überraschend in der dortigen US-Botschaft gestellt. Der etwa 40 Jahre alte ehemalige General war vom IStGH per Haftbefehl gesucht worden. Am Dienstagvormittag soll er zu einer ersten Voranhörung erscheinen.

Die Verbrechen, die Ntaganda zur Last gelegt werden, wurden in den Jahren 2002 und 2003 begangen. Es geht es unter anderem um seine mutmaßliche Beteiligung an der Ermordung von mindestens 800 Dorfbewohnern, der Rekrutierung von Kindersoldaten und den Missbrauch von Frauen als Sexsklavinnen in der Demokratischen Republik Kongo. Vor Ntaganda hatte sich noch niemand freiwillig dem Internationalen Strafgerichtshof gestellt.

Ntaganda wurde in Ruanda geboren und ist ein früherer Verbündeter des kongolesischen Milizenchefs Thomas Lubanga, der vom IStGH wegen Kriegsverbrechen verurteilt wurde. Später schloss er sich einer kongolesischen Tutsi-Rebellengruppe an und wurde anschließend General in der kongolesischen Armee. Im Frühjahr 2012 desertierte er und wurde anschließend beschuldigt, den Aufstand der Rebellengruppe M23 im vergangenen Jahr angeführt zu haben.

(APA/AFP/Reuters)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

AnmeldenAnmelden