Burma: Wenn Mönche Moscheen zerstören

27.03.2013 | 18:15 |  von unserem Korrespondenten SASCHA ZASTIRAL (Die Presse)

Buddhisten setzen moslemische Gebetshäuser in Brand und prügeln Moslems nieder. Für viele Burmesen steckt das Militär dahinter.

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Der Ruf des Muezzins hallt durch die geschäftige Marktstraße in der Innenstadt von Burmas alter Hauptstadt Rangun. Hunderte Menschen drängen sich an den Ständen von fliegenden Händlern vorbei, die auf der Straße Handys, Geldbeutel und Ledergürtel verkaufen. Viele der Männer haben lange Bärte und tragen weiße Kappen. Einigen von ihnen ist anzusehen, dass ihre Vorfahren aus Indien stammen.

Hier, in einem der größeren Moslemviertel von Rangun, sprechen die Menschen seit Tagen fast nur noch über das, was sich in der Kleinstadt Meiktila – rund 500 Kilometer weiter im Norden – abspielt.

Vor einer Woche war dort ein moslemischer Goldhändler mit zwei buddhistischen Kunden in Streit geraten. Der Streit eskalierte, es kam zu einer Schlägerei. Kurze Zeit später zog ein randalierender Mob durch das Geschäftsviertel, brannte Häuser, Geschäfte und Moscheen nieder und ging auf Menschen los. Als drei Tage später die Armee ihre Soldaten auf die Straßen schickte, hatten die Gewalttäter ganze Stadtteile niedergebrannt, Dutzende Menschen ermordet und tausende vertrieben. Augenzeugen berichten von zum Teil komplett verkohlten Leichen, die noch Tage später mitten auf den Straßen lagen. Etwa tausend Moslems flüchteten in ein Stadion und saßen dort tagelang fest.

 

Nur eine Schein-Demokratisierung

Inzwischen haben sich die ethnischen Unruhen auch auf andere Teile Zentralburmas ausgeweitet. In der Stadt Nattalin, etwa 150 Kilometer nördlich von Rangun, setzten etwa am Mittwoch 200 randalierende Buddhisten eine Moschee in Brand und zerstörten mehrere Häuser. Am Wochenende waren in Yamethin 43 Gebäude in Flammen gesetzt worden. Über mehrere Städte wurden gestern Ausgangssperren verhängt.

„Das hatte einen politischen Hintergrund“, ist Yusuf überzeugt. Er wohnt im Geschäftsviertel in Rangun. „Viele Moslems in Rangun glauben, dass die Armee und einige Regierungspolitiker die Gewalt angefacht haben, um daraus politisches Kapital zu schlagen.“ Die Armee kontrolliere immer noch alles. „Die haben nur den Namen des Systems in ,Demokratie‘ geändert“, sagt Yusuf verbittert. Seine Theorie: Viele Offiziere hätten Angst, für ihre Verbrechen aus der Zeit der Militärdiktatur zur Rechenschaft gezogen zu werden, sollte es einen wirklichen Wandel geben. Ausschreitungen, die das Land unregierbar erscheinen ließen, spielten alten Regimevertretern in die Hände.

Auch der ehemalige politische Gefangene Aung Thein Lwin gibt den Behörden die Schuld daran, dass die Gewalt derartig eskaliert ist. Er ist Mitglied der „Generation der 88er-Studenten“, einer einflussreichen Pro-Demokratie-Organisation. In Meiktila sei viel Militär stationiert, auch gebe es dort viel Polizei. „Wieso haben die die Randalierer nicht aufgehalten? Die Gewalttäter haben vor den Augen der Polizei Menschen getötet und Häuser niedergebrannt.“ Diese gewaltsame Auseinandersetzung, fügt er hinzu, solle den Eindruck vermitteln, dass es in Burma keinen Frieden und keine Ordnung mehr gäbe. „Das könnte als Vorwand für einen Putsch dienen.“

 

Angreifer in Mönchskutten

In der Tat glauben viele Burmesen, dass die Regierungspartei USDP in die Gewalt in Meiktila involviert ist. Nicht ohne Grund: Immer wieder war die Partei, die noch bis vor zwei Jahren eine Dachorganisation des Militärs war, in extreme Gewaltakte verwickelt. Im Jahr 2003 haben tausende Schläger – die meisten von ihnen vermutlich USDP-Mitglieder – einen Konvoi von Demokratieführerin Aung San Suu Kyi angegriffen und etwa 70 Parteiarbeiter ihrer Nationalliga für Demokratie (NLD) ermordet. Suu Kyi kam nur knapp mit ihrem Leben davon. Viele der Angreifer trugen buddhistische Mönchskutten. Die staatlich kontrollierte Presse vermeldete damals, dass Anwohner sich über Suu Kyis Besuch so sehr geärgert hätten, dass sie gewalttätig geworden seien.

Auch bei den Protesten buddhistischer Mönche 2007 holte das Regime LKW-Ladungen voller Schläger aus dem Umland nach Rangun, die in die Klöster eindrangen und Mönche krankenhausreif prügelten und abtransportierten. Die Einwohner von Meiktila sagten Journalisten, dass die Randalierer aus dem Umland gekommen seien.

 

Nobelpreisträgerin bei Militärparade

Dass nun ausgerechnet Aung San Suu Kyi gestern erstmals an einer Militärparade teilnahm, kommt bei vielen Burmesen nicht gut an. Die Friedensnobelpreisträgerin saß als Ehrengast in der ersten Reihe. Suu Kyi war nach jahrelangem Hausarrest 2010 freigekommen, wenige Monate bevor die Junta sich von einer zivilen Regierung unter Führung von Ex-Generälen ablösen ließ.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.03.2013)

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22 Kommentare
1 0

ich bin ein in oesterreich...

...geborener tuerkischstaemmiger osterreichischer akademiker. wenn ich mir die postings hier lese, lauft es mir kalt den ruecken runter. echt beaengstigend die einstellung der waschechten oesterreicher den muslimen gegenueber. woher ruehrt nur dieser hass, hand aufs herz, wer muss vor wem angst haben?

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Dauergrinser

Und ich dachte die Buddhisten sind diese friedfertigen im freundlich bzw bescheiden Lächelnden.

Erkenntnis

Alle, außer die Europäer, haben schon erkannt, dass der Islam alles andere als friedlich ist und man Intoleranten nicht mit Toleranz begegnen kann.

Re: Erkenntnis

der Klügere gibt so lange nach, bis die Dummen die Welt regieren.

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Die Moslems werden in Burma wie in Thailand wie in Indien

genauso geliebt wie in Österreich ....

Warum eigentlicht?


"Mönche"

Seit wann gibt es denn "USraelische Mönche"?

Wenn...

man über eine Religion auf dieser Erde sagen kann, dass sie den Heiligen Krieg nicht kennt und den bewaffneten Kampf von ihren Anhängern nie verlangt hat, dann ist es der Buddhismus. Dennoch kommen die Buddhisten auch nicht drumherum, den aggressiven und gewalttätigen Muslimen irgendwann mit Gewalt zu begegnen. Aber das trifft ja überall dort zu, wo der Islam in seiner Expansion auf fortschrittlichere nichtmuslimische Kulturen trifft! Überall. Auch in Berlin. Auch in Paris, in Schweden oder London und Russland. Wo lebt der Islam friedlich zusammen mit nichtmuslimischen Kulturen? Wo versuchen aggressive Muslime nicht, den Islam und die Scharia einzuführen? Wo?

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die bevölkerungs myanmar

sieht was im nachbarland thailand, sowie in indonesien, indien, phillipinen und weltweit durch muslime zu erwarten ist und wehrt sich.

Womit wieder einmal bewiesen wurde:

JEDE Religion ist Volksverblödung.

So viel zum Märchen, dass der Buddhismus friedlich ist.


Ich bin sofort dafür, ...

... etliche buddhistische Mönche nach Österreich zu holen.

Die Verwandlung Burmas

Die international gefeierte "Wandlung" Burmas von einer Militärdiktatur zur Demokratie wurde von der US-Diplomatie vorangetrieben. Aung San Suu Kyi wurde zum Aushängeschild der friedlichen Revolution gemacht. Hillary Clinton verkündete ihren persönlichen Verhandlungserfolg und manifestierte diesen in der Rehabilitierung von Aung San Suu Kyi.
Die Sanktionen gegen Burma wurden eingestellt, Kreditschulden teilweise abgeschrieben. Natürlich war auch der IWF rasch zu Stelle um neue Investitionen und Handelsverträge zu unterbreiten. Hauptstoßrichtung: Liberalisierung und Privatisierung voranzutreiben. Der Dollar-Ausverkauf der großen Ressourcen wurde gestartet.
In der Realität ist Burma keineswegs eine Demokratie, die ehemalige Militärjunta wurde gekauft und die "Demokratiepuppe" Aung San Suu Kyi ins Schaufenster gestellt.
Die großen Rohstofflager Burmas und die Aussicht, chinesische Entwicklungsambitionen bremsen zu können reichten der US-Diplomatie, das Gütesiegel "Demokratie" zu vergeben.

Mit der Präsenz von US-Diplomaten ist auch der Zutritt des CIA gesichert. Und der ist bestens darin geschult, Operationen unter falscher Flagge zu organisieren. Eine echte Demokratisierung wäre für diese Agenten eine Bedrohung und wird daher geflissentlich hintertrieben!

Die Verwandlung einer Militärjunta zu einer CIA-Demokratie

Die international gefeierte "Wandlung" Burmas von einer Militärdiktatur zur Demokratie wurde von der US-Diplomatie vorangetrieben. Aung San Suu Kyi wurde zum Aushängeschild der friedlichen Revolution gemacht. Hillary Clinton verkündete ihren persönlichen Verhandlungserfolg und manifestierte diesen in der Rehabilitierung von Aung San Suu Kyi.
Die Sanktionen gegen Burma wurden eingestellt, Kreditschulden teilweise abgeschrieben. Natürlich war auch der IWF rasch zu Stelle um neue Investitionen und Handelsverträge zu unterbreiten. Hauptstoßrichtung: Liberalisierung und Privatisierung voranzutreiben. Der Dollar-Ausverkauf der großen Ressourcen wurde gestartet.
In der Realität ist Burma keineswegs eine Demokratie, die ehemalige Militärjunta wurde gekauft und die Demokratiepuppe Aung San Suu Kyi ins Schufenster gestellt.
Die großen Rohstofflager Burmas und die Aussicht, chinesische Entwicklungsambitionen bremsen zu können reichten der US-Diplomatie, das Gütesiegel "Demokratie" zu vergeben.

Mit der Präsenz von US-Diplomaten ist auch der Zutritt des CIA gesichert. Und der ist bestens darin geschult, Operationen unter falscher Flagge zu organisieren. Eine echte Demokratisierung wäre für diese Agenten eine Bedrohung und wird daher geflissentlich hintertrieben!

Eigenartig!

Dass niemand ueber die schweren Kaempfe im Dezember und Jaenner zwischen der Armee von Myanmar und den Kachin berichtet hat. Nicht einmal eine Randnotiz. Auch hier schwieg die beruehmte Friedensnobelpreistraegerin und der Westen, ja er lehnte sogar ein Hilfeersuchen der Kachin ab. Kann es sein, dass die christlichen Kachin, niemand interessiert?

Religion

Das sagt ueber Religion doch wohl alles ! Die friedliebenden Buddhisten, hatten auch keine Probleme nach einer sogenannten Wahl in den 80'er Jahren, 8000 ihrer eigenen Landsleute auf offener Strasse abzuknallen ! Karl Marx auf den neuen Stand gebracht : Religion ist nicht Opium fuer das Volk, es ist hochgradiges, vebloedendes, ermordendes Heroin !

Religion

Das sagt ueber Religion doch wohl alles ! Die friedliebenden Buddhisten, hatten auch keine Probleme nach einer sogenannten Wahl in den 80'er Jahren, 8000 ihrer eigenen Landsleute auf offener Strasse abzuknallen ! Karl Marx auf den neuen Stand gebracht : Religion ist nicht Opium fuer das Volk, es ist hochgradiges, vebloedendes, ermordendes Heroin !

Wenn an dieser Stelle Christen aufstehen würden ...

... um die Verfolgten zu unterstüzen, wäre das ein Beispiel für die Lehre ihres Gottes.
Aber was rede ich als Abkömmling von seinerzeitigen Wegschauern ...

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die Buddhisten sind sehr friedliebend und geduldig

Aber wenn es ihnen reicht, schlagen sie zu!

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Re: die Buddhisten sind sehr friedliebend und geduldig

Durchaus gut so.

gehört wohl dazu heutzutage

als riedensnobalpreisträger fest beim militär dabeizusein. von den usa bis birma.

Nur Europa ist zu schwach sich gegen den Islam zu wehren.

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Re: Nur Europa ist zu schwach sich gegen den Islam zu wehren.

18,5 Millionen Menschen waren im September in den Euro-Ländern ohne Job. Sollte die 25 Millionen Marke geknackt werden, dann muss man kein großer Prophet sein, um vorauszusagen, dass sich bezüglich der von Ihnen genannten Ideologie etwas bewegen wird.

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