Südtirol: Nur noch zwei SVP-Kandidaten für Durnwalder-Amt

02.04.2013 | 18:29 |   (Die Presse)

SVP-Obmann Richard Theiner will nicht mehr als Spitzenkandidat bei der Basiswahl antreten. Grund ist Streit in der Partei.

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Bozen/Wien/Apa/Red. Südtirols Volkspartei (SVP) hat ein Nachwuchsproblem: Denn in den 24 Jahren, in denen Luis Durnwalder Landeshauptmann der Autonomen Provinz ist, hat sich die Partei um keinen Nachfolger des Langzeitpolitikers gekümmert. Als Durnwalder vor Monaten ankündigte, bei den Landtagswahlen am 27.Oktober nicht mehr kandidieren zu wollen, stellte sich die Frage: Wer dann?

Beantwortet wird sie am 21.April, dann können alle 51.000 SVP-Mitglieder bei einer Basiswahl über ihren Spitzenkandidaten abstimmen. Doch die Auswahl ist begrenzt: Am Dienstagnachmittag zog nämlich Richard Theiner seine Kandidatur überraschend zurück. Als Obmann der SVP und Durnwalder-Stellvertreter hatte er wohl insgeheim gehofft, sofort als Nummer eins gehandelt zu werden. Doch er hätte sich bei der Basiswahl zwei weiteren Parteimitgliedern stellen müssen: Neben Theiner kündigten auch Gemeindeverbandschef Arno Kompatscher und SVP-Fraktionssprecher Elmar Pichler Rolle ihre Kandidatur an.

Grund für seinen Rückzieher sind innerparteiliche Streitereien: Sein Kontrahent Kompatscher hatte im sozialen Netzwerk Facebook gepostet, Theiner würde Versprechen machen, die er nicht halten könne, nur um die Wahl zu gewinnen – ähnlich wie Ex-Premierminister Silvio Berlusconi. Ein „infamer Angriff“, findet Theiner. Um eine Schlammschlacht zu vermeiden, würde er die Kandidatur zurückziehen.

SVP-Obmann will Theiner übrigens trotzdem bleiben. Bekannt ist der Landeshauptmann-Stellvertreter über Südtirols Grenzen hinaus wohl nicht. Kennen könnte man ihn aber aus einer Folge von „Willkommen Österreich“ vom Februar 2013, in der eine seiner Schwächen gezeigt wird: Bei Interviews braucht Theiner meist mehrere Anläufe, ehe das Gesagte kameratauglich ist.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.04.2013)

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