Israel: Streit um Angebot der Arabischen Liga

01.05.2013 | 18:15 |   (Die Presse)

Verhandlungsführerin Livni ist für Landtausch, das Lager von Netanjahu weist dies zurück. Das Angebot hat die israelische Regierung gespalten.

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Jerusalem/Wien/Ag. Das Angebot der Arabischen Liga hat zunächst einmal nur eines bewirkt: Es hat die israelische Regierung gespalten. Erstmals hatte die Liga sich zu Wochenbeginn für einen Landtausch in begrenztem Umfang zur Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts ausgesprochen. Damit sollten die Grenzen von vor 1967 der Realität auf dem Boden angepasst werden.

Der Netanjahu-Vertraute Gilad Erdan wies Gespräche auf Grundlage dieser Grenzen kategorisch zurück. Wenn Israel dies als Ausgangspunkt im Voraus akzeptieren würde, „gäbe es nicht mehr viel zu verhandeln“. Zuvor hatte Verhandlungsführerin Tzipi Livni, deren Position innerhalb der Regierung jedoch schwach ist, den Vorschlag der Liga als „wichtigen Schritt“ bezeichnet. Netanjahu hat mehrmals klargemacht, dass für ihn eine komplette Aufgabe der im Sechs-Tage-Krieg 1967 besetzten Gebiete nicht infrage komme, da Israels Grenzen dann „nicht zu verteidigen“ seien, wie er argumentiert.

 

Abbas: Hamas akzeptiert 1967

Palästinenser-Präsident Mahmoud Abbas hat derweil versichert, dass sogar die im Gazastreifen herrschende radikalislamische Hamas die 1967er-Grenzen akzeptieren wolle. Dies sagte Abbas, der am Dienstag in Wien war, gegenüber der „Kronen Zeitung“. Weiters habe die Hamas zugestimmt, dass „der Widerstand gegen Israel nur noch ohne Gewalt erfolgen“ solle.

Abbas sagte nach einem Arbeitsgespräch mit Bundespräsident Heinz Fischer in Wien, dass er mit der Hamas eine „Regierung der Nationalen Einheit“ bilden wolle. Dies solle über die Vermittlung Ägyptens erreicht werden. Wenn die Hamas die Regierungsbildung unterstütze, sei es „innerhalb kurzer Zeit möglich“, ein Kabinett zu ernennen. Der international angesehene Palästinenser-Premier Salam Fayyad war kürzlich im Streit mit Abbas zurückgetreten.

Dieser bedankte sich für Österreichs Unterstützung bei der Aufwertung der Palästinenser in der UNO und lud Fischer nach Ramallah ein. Zu Gerüchten, dass in Österreich Geheimverhandlungen zwischen Palästinensern und Israelis stattfinden könnten, hielt sich Fischer bedeckt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.05.2013)

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6 Kommentare

Es geht um Frieden und die Menschen...

Hier etwas mehr guten Willen zu zeigen wäre schon angebracht!

Israel,...

als einzige Demokratie in der Region, hat offenbar vollkommen recht seine aggressiven Nachbarstaaten genau zu beobachten und in diesem feindlichen Umfeld entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Abkommen oder eine enge Zusammenarbeit mit diesen feindlichen Ländern scheint in absehbarer Zeit der eigenen Sicherheit halber ausgeschlossen. Immerhin lassen die Unruhen in den muslimischen Ländern die europäischen rotgrünen Träumer und Israel/USA-Hasser noch blöder dastehen als ohnehin schon.

es ist ganz klar netanjhu hat nur ein ziel krieg


wem jetzt noch nicht klart ist wer das übel ist


Re: wem jetzt noch nicht klart ist wer das übel ist

ich bin öfter im mittleren osten. hätte ich auch nur einen israelischen stempel im pass, könnte ich in keines der arabischen länder mehr einreisen. und zwar nur deshalb. gott sei dank sind die israelis so zuvorkommend darauf rücksicht zu nehmen und haben daher ein loses beiblatt eingerichtet wo sie ihren stempel draufgeben.

im vergleich dazu die 'friedens'aktivisten die sich darüber beschweren, dass sie bei der einreise nach israel persönliche informationen preisgeben müssen und womöglich bei den grenzkontrollen zurückgewiesen werden. das sind die selben 'friedensaktivisten' die in ihrer arroganten naivität zu hause zum boykott von israelischen waren aufrufen.

wer das übel ist ? ja, das ist mir klar, aber ihnen offenbar nicht. der grund für ihren hass auf israel ist übrigens der gleiche wie der A.H.s für seinen hass auf die juden. detto amerikahass, hass auf das bürgertum ...

Netanjahu akzeptiert die Grenzen von 1967 nicht,

weil diese nicht zu "verteidigen" wären.

Tolles Argument.

Wenn das auch für alle anderen Staaten gilt,
herrscht bald allerorts Krieg.

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