Mandelas Tochter: Berichterstattung "rassistisch"

27.06.2013 | 10:11 |   (DiePresse.com)

Die Tochter des weiter in Lebensgefahr schwebenden südafrikanischen Nationalhelden vergleicht Reporter mit Aasgeiern.

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Nelson Mandela ringt weiter mit dem Tod. Der Gesundheitszustand des südafrikanischen Ex-Präsidenten  soll sich über Nacht aber verbessert haben. "Es geht ihm viel besser als gestern Nacht, als ich ihn sah", sagte Südafrikas Präsident Jacob Zuma am Donnerstagnachmittag nach einem erneuten Besuch in der Klinik in Pretoria. Mandelas Zustand sei weiterhin "kritisch, aber stabil". Der 94-Jährige befindet sich seit dem 8. Juni mit einer schweren Lungenentzündung im Krankenhaus.

Die Tochter Mandelas sah unterdessen ein "rassistisches Element" in der Berichterstattung. "Nur weil mein Vater einer der einflussreichsten Menschen der Welt ist, können die Menschen nicht seine Privatsphäre oder Würde verletzen." Die das Krankenhaus belagernden Reporter verglich sie mit Aasgeiern, die über dem Kadaver eines Löwen kreisen.

US-Präsident Barack Obama würdigte indes den schwer kranken Friedensnobelpreisträger als einen "Helden für diese Welt". Sollte Mandela sterben, werde sein Vermächtnis über Jahrhunderte bestehen bleiben, sagte Obama während seiner Afrikareise in der senegalesischen Hauptstadt Dakar.

Die zunehmende Sorge um den todkranken Mandela überschattet auch die Vorbereitungen des Südafrika-Besuchs von Obama, der am Freitag am Kap erwartet wird. Mandela war 1994 zum ersten schwarzen Präsidenten seines Heimatlandes gewählt worden und ebnete den Weg zur Aussöhnung von Schwarzen und Weißen in Südafrika.

(APA/Reuters/red.)

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10 Kommentare
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Das ist ein gutes Beispiel

Es gibt einige Keulen, dazu gehört die Rassismuskeule, die man immer wieder gerne einsetzt. Wären keine Journalisten da, hätte man sie aber ebenfalls eingesetzt. Also ein Werkzeug für alle Fälle.

Seine Tochter weiß anscheinend gar nicht, was sie da sagt.

doch, doch ... sie fordert nur Respekt ein

von den Leichenschändern und Aasgeiern.
Recht hat sie.

..... bittet um mehr Respekt.
Pretoria - Südafrikas Ex-Präsident Nelson Mandela ringt mit dem Tod - sein Zustand, so heißt es, ist "sehr kritisch". Das Krankenhaus, in dem der schwerkranke Nobelpreisträger in Pretoria liegt, wird von seinen Anhängern und Reportern belagert. Jetzt hat sich Mandelas älteste Tochter Makaziwe über das Verhalten der ausländischen Medien massiv beschwert: "Sie überschreiten Grenzen", sagte sie dem südafrikanischen Sender SABC laut einem Bericht des "Guardian".

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Es sei verständlich, dass sich Journalisten für den Gesundheitszustand ihres Vaters interessieren, "aber sie übertreiben es", sagte Makaziwe Mandela. Es sei kaum möglich für die Familie, ins Krankenhaus zu gelangen. "Es ist wirklich so, als ob Geier auf die letzten Überreste warten, nachdem ein Löwe einen Büffel gefressen hat."

Die Tochter bezeichnete die derzeitige Situation als "krass". "Wenn sich die Menschen wirklich für Nelson Mandela interessieren würden, sollten sie ihn respektieren", sagte sie. Nicht alles von dem Nobelpreisträger solle in der Öffentlichkeit gezeigt werden, so ihr Appell.

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Re: doch, doch ... sie fordert nur Respekt ein

Es ist leider ein Zeichen der Zeit, dass Respekt nicht mehr einen sehr hohen Stellenwert geniesst und Paparazzitum überall zu finden ist, auch dort, wo Rücksicht angebracht wäre.

Dieses Ansinnen und diese Beschwerde besteht sicherlich zu Recht - nur hat das nichts mit Weiß, Schwarz, Gelb oder was immer zu tun. Also, das ist kein Rassismus und auch diese Anschuldigung besteht ebenso zu Unrecht. Nur wenn man nicht schwarz ist, muss man sich ebenfalls nicht ständig Rassismus unterstellen lassen.

Re: Re: doch, doch ... sie fordert nur Respekt ein

Thematisiert wurde in den Medien bereits seit Monaten, wie sich Mandelas Verwandtschaft schon zu seinen Lebzeiten um das offenbar beträchtliche Erbe balgt. Seine Tochter geriert sich nun offenbar als "Beschützerin", um bei der Verteilung von Mandelas Nachlassenschaft ein paar moralische Gutpunkte zu sammeln. Und aufgrund der allgemeinen körperlichen Hinfälligkeit dieses großen und bewundernswerten Mannes kriegt dieser eh nicht mehr mit, was sich so an medialem Rummel vor der Spital abspielt. Seine Tochter zieht in meinen Augen bloß eine durchsichtige Show ab; einzig allein zu ihrem eigenen Vorteil...

Stünde kein Reporter vor dem Krankenhaus...

Das wäre für Mandelas Tochter wohl erst recht rassistisch.
Ein Mann wie Mandela hat solche Dummheiten aus dem Mund von jemandem aus seiner Familie wohl nicht verdient.

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Der neue W.

Na Hauptsache George W. Obama gibt seinen Senf dazu ab...
Ist er also doch nicht nur damit beschäftigt, Aufdecker äh ich meine natürlich Verräter zu verfolgen...

ohja, sonnenklar

ganz furchtbar rassistisch, alles einfach. na die hat ja den Reflex böse verinnerlicht ^^

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sieht es endlich ein

niemand lebt ewig und auch wenn er eine "legende" ist, muss er einmal sterben

Re: sieht es endlich ein

danke für den Hinweis.

Das haben die Presseredakteure, die Presseleser, wie auch ich nicht gewußt!

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Re: Re: sieht es endlich ein

Taxlaweisheit!

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