Gibt Berlusconi die Macht an Tochter Marina ab?

27.06.2013 | 12:14 |  Susanna Bastaroli (DiePresse.com)

Nach dem Ruby-Urteil sind die alten Gerüchte wieder da: Der Medienzar bereitet die Thronfolge innerhalb seiner Familie vor. Die Tochter dementiert.

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Kaum kommt Silvio Berlusconi in die Bredouille, ist sie, die wohl mächtigste Frau seines Lebens, wieder in den Schlagzeilen: Marina Berlusconi, älteste von drei Töchtern des italienischen Ex-Premiers - und laut italienischen Medien dessen designierte politische Nachfolgerin.

So brodelte auch diesmal, nach dem Ruby-Urteil vom Montag (Berlusconi wurde zu sieben Jahre Haft wegen Anstiftung zur Prostitution mit Minderjährigen verurteilt), die Gerüchteküche: "Marina Berlusconi bereitet sich auf die politische Führung vor", titelten mehrere Tageszeitungen. Die 47-jährige Chefin des Berlusconi-Imperiums Fininvest werde vom Vater die Leitung der Berlusconi-Partei "Volk der Freiheit" zu übernehmen.

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"Marina ist großartig"

Diese Entscheidung soll der Cavaliere höchst persönlich im engsten Familien- und Vetrautenkreis Montagabend, wenige Stunden nach der Urteilsverkündung, bekannt gegeben haben.

Wie bereits schon mehrmals in der Vergangenheit, folgte auch diesmal auf das Gerücht ein trockenes Dementi: "Es handelt sich um Spekulationen ohne Fundament", heißt es in einer Presseaussendung der Fininvest. 

Doch schon allein der Gedanke an eine Machtübergabe an die „Kronprinzessin“ sorgt für Wirbel innerhalb der Partei, in der hinter den Kulissen bereits ein Streit um das politische Erbe des Cavaliere tobt. „Ich mag keine Dynastien, weder monarchische noch demokratische“, ätzt etwa Ex-Minister Renato Brunetta. Anders sehen es die Hardliner des Volkes der Freiheit: „Endlich eine Frau! Und Marina ist großartig. Sie hat nie Politik gemacht? Um so besser. Sie hat viele Dinge im Leben gemacht, und immer war sie darin erfolgreich“, schwärmt die treue Berlusconi-Anhängerin Daniela Santanché.

La Cavaliera

Berlusconis Lieblingstochter selbst hüllt sich indes in Schweigen. Offenbar scheint sie tatsächlich nicht für diesen Schritt in die Politik bereit zu sein – derzeit zumindest. Lieber übt sie weiterhin Einfluss aus dem Hintergrund aus: Von seiner Tochter aus erster Ehe lässt sich der Cavaliere gerne beraten. Von den insgesamt fünf Berlusconi-Kinder gilt sie als die loyalste und unkritischste. Böse Zungen haben ihr bereits den Spitznamen „Cavaliera“ verpasst.

Tatsächlich steht ihre Karriere ganz im Zeichen des Papa. Ihr Wirtschaftsstudium brachte Marina nie zu Ende, aber dafür wurde sie bereits mit 30 Jahren direkt an die Spitze des Konzerns gehievt, der mit 10 Milliarden Euro Umsatz  einer der größten des Landes ist. Laut der US-Zeitschrift "Forbes" ist Marina Berlusconi die einflussreichste Frau Italiens.

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An der Spitze der Fininvest hat die als resolut geltende Berlusconi-Tochter Führungsqualitäten bewiesen. Beliebt ist die Mutter zweier Kinder, die mit einem Ballett-Tänzer verheiratet ist, aber in Italien nicht unbedingt. Auch wird ihr nicht zugetraut, aus dem Schatten des übermächtigen Vaters herauszutreten.

Dort scheint sie sich jedenfalls ganz wohl zu fühlen. Mit Berlusconis neuesten 27-jährigen Verlobten versteht sich Marina offenbar prächtig, in Facebook und auf Fan-Seiten lassen die beiden „Freundinnen“ Fotos kursieren, auf denen sie gemeinsam abgelichtet sind. Auf Kritik gegen ihren Papa reagiert sie jedes Mal erzürnt. Mit dem Cavaliere teilt sie offenbar auch die ästhetischen Ideale: Die falsche Blondine ist ein Fan von Schönheitsoperationen.

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1 Kommentare
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Faltenloses Maskengesicht

Die Dame scheint ja noch Schönheits-OP versessener zu sein, als ihr Vater. Vermutlich kann sie nicht einmal lachen, aus Angst, dass ihr sonst ein paar Nähte platzen.

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