Putin verabschiedet sich

24.05.2007 | 13:43 |   (DiePresse.com)

Der russische Präsident hat seinen Staatsbesuch in Österreich mit einer Kranzniederlegung am Schwarzenbergplatz beendet.

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Der russische Präsident Wladimir Putin hat heute mit einer Kranzniederlegung beim "Heldendenkmal der Roten Armee" auf dem Wiener Schwarzenbergplatz seinen Staatsbesuch in Österreich beendet. Gemeinsam mit SP-Nationalratspräsidentin Barbara Prammer gedachte er der im Zweiten Weltkrieg gefallenen russischen Soldaten. Putin schüttelte auch ehemaligen russischen Soldaten die Hand und unterhielt sich mit ihnen.

Vor dem Hintergrund des Konflikts um die Verlegung eines russischen Ehrenmals aus dem Stadtzentrum in der estnischen Hauptstadt Tallinn hatte Putin Österreich am Vortag demonstrativ dafür gedankt, dass es den in den Weltkriegen gefallenen Russen Respekt erweise. Nach sowjetischen Angaben fielen allein im Kampf um Wien 18.000 sowjetische und 19.000 deutsche Soldaten.

Auf dem Flughafen ist Putin noch von Bundespräsident Fischer verabschiedet worden, bevor er nach Luxemburg weitergeflog. Dort sind Treffen mit dem Großherzog Henri und dem Ministerpräsidenten Jean-Claude Juncker geplant.

Gutes Klima am Mittwoch

Am Mittwoch war das Klima zwischen Russland und Österreich entspannt. Bei der gemeinsamen Pressekonferenz von Putin und Präsident Fischer wurden kritischere Themen umschifft, tatsächliche Meinungsunterschiede wie in der Kosovo-Frage nicht eigens betont.

Nur bei der Frage nach der geplanten US-Raketenabwehr zeigte Putin sich angriffslustig. Von seiner Position gegenüber dem US-System will er nicht abrücken, die Gespräche mit Außenministerin Condoleezza Rice in Moskau haben offensichtlich nicht gefruchtet.

Putin warnt vor Wettrüsten

„Was passiert denn so Negatives in Europa, dass wir den Osten des Kontinents mit neuen Waffensystemen auffüllen müssen?“ Putin spielte dabei nicht nur auf die geplante amerikanische Raketenabwehr (mit einer Radaranlage in Tschechien und zehn Abfangraketen in Polen), sondern auch auf die Verlegung von US-Truppen auf neue Stützpunkte in Bulgarien und Rumänien an. Eindringlich warnte er vor einer neuen Spirale des Aufrüstens: „Das wäre schädlich für uns alle.“

Weitere Themen am Mittwoch

•Wirtschaftsbeziehungen: Lob von Fischer und Putin für die gute Entwicklung. Aber für Putin gehen die Fortschritte noch zu langsam: „Mit Österreich beträgt unser Handelsumsatz fünf Milliarden Dollar, mit Tschechien aber 7,4 Milliarden. Österreich sollte dem Beispiel seines nördlichen Nachbarn folgen.“ Am Rande des Staatsbesuches hat unter anderem der Baukonzern Strabag drei neue Verträge im Volumen von zwei Milliarden Euro unterzeichnet.

•Kritik an Menschenrechtslage: „Wir in Russland sollten uns die Kritik von außen anhören. Aber die westlichen Länder sollten nicht vergessen, dass sie selbst genügend ähnliche Probleme haben.“ Auch im Umgang Österreichs mit Migranten sei nicht alles bestens, seien Menschenrechtsverletzungen aufgetreten.

•Russland-EU-Beziehungen: Moskau habe keine größeren Probleme mit der EU, „aber wir hatten Schwierigkeiten mit einigen unserer Nachbarn“. Diese Probleme seien von diesen auf die europäische Bühne getragen worden. Wichtig wäre, dass sich alle in Europa von den „Phobien der Vergangenheit“ befreiten. Österreich könne bei Problemen zwischen Russland und der EU eine Vermittlerrolle spielen.

•Kosovo-Frage: Österreich unterstützt, wie Fischer betonte, weiter den Ahtisaari-Plan, dem Putin weiter kritisch gegenübersteht. Beide stimmten aber überein, dass keiner der Parteien eine Lösung aufgezwungen werden dürfe. (APA/Red.)

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21 Kommentare
Gast: Fragezeichen
01.12.2009 01:21
0

Russen, Polen und Juden

Hier ist oft die Rede von Ukrainern, Russen, Polen und Juden. Ich verstehe die Zuordunung nicht ganz, da der Begriff Juden doch eher eine Religionszugehörigkeit beschreibt. Es gibt also ukrainische, russische, polnische Juden...

Mein Kommentar

http://karikatur.augsten.at/#_0721

Gast: Panarek
24.05.2007 20:29
0

Abschied

Denkmal steht immer noch, Nabucco Project begraben.
Voller Erfolg!

Geschichtskenntnisse nahe Null

Ich bitte Sie meine 3 vorredner, bitte lernen Sie Geschichte. Hitler hat Russland angegriffen und einen riesigen Schaden angerichtet. Mit Hitler, die treuen österreichischen Vasalen. Österreich war damals Teil des Aggressors Nazideutschland. Erst wie sich die Amerikaner zu Rettung Europas aufrangen, gab es 3 weitere Mächte, die leider aber natürlich dem Schauder ein Ende setzte. Fragen Sie Ihre Eltern warum die Russen kamen. "Natürlich" waren die Soldaten nicht handzahm. vorher starb einmal paar Hunderttausend Russen und wurde deren Vermögen geraubt und deren Frauen vergewaltigt. Ich habe mit Russland nicht am Hut, möchte nur nicht alles so schnell vergessen lassen. Wir waren halt nicht die Überfallenen sondern die Mittäter.

Antworten Gast: Hajos
25.05.2007 09:06
0

"Soldaten nicht handzahm"

Aus Rezension Jörg Friedrich: Hubertus Knabe. Tag der Befreiung. Propyläen 2005.
"Huberts Knabe zitiert den Bericht eines pommerschen Pfarrers über den Einzug der Roten Armee in Lauenburg:
In Rudeln standen sie vor jedem Haus, bis zu 45 vergewaltigten sie e i n e deutsche Frau, ohne Rücksicht, ob sie schließlich im Sterben lag. 78-jährige Frauen, 9-jährige Kinder fielen ihnen zum Opfer. Es ist zu verstehen, warum in jener schrecklichen Nacht 600 Einwohner freiwillig in den Tod gingen.“ ..... "Der Kriegsausbruch war .. ein Komplott, Hitler hatte einen Partner, den zweiten Schützen. Zeitgleich mit Hitler ... fiel auch Stalin in diverse Staaten ein. Sein erstes Opfer wurde Polen, das der Moskauer Außenminister Molotow 1939 als 'Missgeburt' des Versailler Vertrages bezeichnete. An zwei Fronten griffen am 17. September über eine Million Rotarmisten die völlig überraschte polnische Armee an. Stalin eignete sich mehr als 50 Prozent des polnischen Staatsgebietes an."

Re:

Nun, ohne Sympathie zu Molotow zu hegen, er hatte recht.

"Ostpolen" ist ein witziges Wort der Geschichte. Östlich der Curzonlinie war die Bevölkerung, ukrainisch, weißrussisch, litauisch, jüdisch, alles nur nicht polnisch. Nicht mal Lemberg hatte eine polnische Mehrheit. Dieses 180000 km2 große Gebiet wurde von den Polen erst 1919-21 erobert. Nach dem Krieg wurde es zum Tauschobjekt für Ostdeutschland. Dieser Vorgang wird "Westverschiebung" Polens genannt.

Antworten Antworten Antworten Gast: Jao
25.05.2007 21:29
0

Re: Re:

Ostpolen wurde nicht erst 1919-1921 erobert. Es wurde ZURÜCKgewonnen und in diesem Zusammenhang verweise ich auf die Landkarte Polen aus der Zeit kurz vor dessen erster Teilung. Dass die Polen nach dem Ersten Weltkrieg in MANCHEN Regionen Ostpolens (Lemberg zählt nicht dazu, denn anteilsmäßig gab es dort in den 30-er Jahren des 20. Jahrhunderts wohl mehr Polen als in Warschau) keine Mehrheit mehr darstellten, ist darauf zurückzuführen, dass die Russen in den 123 Jahren der Teilungen Polens die polnische Bevölkerung von dort ausgesiedelt ("vertrieben" so zu sagen) und an ihre Stelle Russen angesiedelt hat. Diese Praxis ist z.B. auch den Balten wohl bekannt.

Re: Re: Re:

Was erzählen sie da ? In Lemberg gab es 1939 - trotz 20jähriger intensiver Polonisierung - nur 120000 Polen, aber 160000 Juden und 80000 Ukrainer (nach ukrainischen Angaben von Olexia Horbatsch). Oder: Mayers Konservationslexikon von 1908 beziffert den polnischen Anteil der Bevölkerung im russisch-litauischen Gouvernement Wilna mit lediglich 8,2%, während Weißrussen 61,2, Litauer 17,6 und Juden 12,8 Prozent ausmachten.

Wenn sie nun behaupten anstelle der Polen waren Russen angesiedelt worden, so sind diese in den Statistiken nicht zu finden.

Und das der polnische Staat vor seiner (von Russland initiierter) Teilung nur einen Bruchteil polnischer Bevölkerung vorzuweisen hatte war ein Teil seines Problems. Weise Selbstbeschränkung auf das eigene Siedlungsgebiet kannten die Polen nicht. Dafür aber maßlose Ausdehnung in alle Richtungen.

Antworten Gast: Brunski
24.05.2007 22:55
0

Re: Geschichtskenntnisse nahe Null

Lernens Geschichte! Übrigens Rußland hat unlängst den SIEG über Deutschland gefeiert. Von Befreiung war da nicht die Rede. Auch Eisenhower hat gesagt, das Ziel war Deutschland zu besiegen, nicht zu befreien! Österreich hat übrigens niemand erwähnt.....

Re: Geschichtskenntnisse nahe Null

Du hast ja schön den Schulgeschichtsstoff auswendig gerlernt. Aber bitte nicht das schöne Wort "Überfall" vergessen. Wenn zwei gegeneinander aufmarschieren und der Deutsche ein kleinwenig früher angreift nennt man das so.

Antworten Gast: Kominform
24.05.2007 18:25
0

PISA-King

Diese Generation-Gehrer-People sind doch immer wieder erfrischend.

Gast: Hajos
24.05.2007 14:44
0

Treppenwitz

Dass ausgerechnet eine Frau einem der letzten stalinistischen Ehrenmale und der Roten Armee des Jahres 1945 ihre Reverenz erweist, entbehrt nicht der Originalität und dürfte bei mancher ihrer zigtausend vergewaltigten Geschlechtsgenossinnen eigentümliche Emotion hervorrufen. Von Opferbeleidigung einmal ganz zu schweigen; da würde man unserer Präsidentin zuviel an Sensibilität abverlangen.

Antworten Gast: Graf Gudenus
24.05.2007 21:39
0

ausgerechnet eine Frau,

diese steht für die Österreicher, die in Russland Frauen über Frau vergewaltigten

Antworten Antworten Gast: Meister Anton
24.05.2007 22:21
0

Re: ausgerechnet eine Frau,

Wo fanden in Rußland Vergewaltigungen statt, die nicht durch deutsche Kriegsgerichte geahndet worden wären? Heraus mit den Fakten, Signor Contino!

Antworten Gast: Untouchable
24.05.2007 18:31
0

Re: Treppenwitz

Ja schon, aber für sie selbst hätte ja nie eine solche Gefahr bestanden, da wäre selbst die vierte Usbekische Front unter Hilferufen in die Taiga geflüchtet.

Antworten Gast: Graf Gudenus
24.05.2007 17:27
0

Treppenwitz, Wiederholen

des Betragens der Austrianskis und Germanskis in Russland währfend des II. Weltkrieges. Gleichzeitig, da wie dort, Blutauffrischung. Russen sind im übrigen oft blauäugig und blond; Vikingerblut. Die Frau gilt als le repos du guerrier. Russe war der Angreifer nicht.

Antworten Antworten Gast: Beaumarchais
25.05.2007 23:08
0

Re: Treppenwitz, Wiederholen

A propos Blutauffrischung, Sie aristokratischer Zyniker: Vielleicht sind auch Sie das Produkt einer "Blutauffrischung" durch einen muskulösen Stallburschen oder stämmigen Gärntner. Wer weiß?Pater semper incertus! Im übrigen gehören Sie zum Pöbel aller Stände.

Antworten Antworten Gast: Graf Gudenus
24.05.2007 18:19
0

Wiederholung,

es wiederholte sich Napoleon in Moskau, der Russe in Paris; danz Berlin und Wien. Ein Begleiter des Korsen war jener zu dessen Ehren der Schwarzenbergplatz errichtet wurde, zur Straf war diesem bzw. dem Palais einiges abgezwickt. Aus austriakischer Adelsfresserei wiederholt man in Wien nicht das Spiel von Talinn (Estland).

...

“Putin hat das Milchglas der beruhigenden Worte und konzilianten Gesten bewusst zertrümmert und tritt unverstellt als rücksichtsloser Vertreter russischer Großmachtinteressen auf.” (Spiegel, 21/2007, S. 25)

Das ist derzeit in Österreich zu sehen. Vor dem Riesen Sowjet-Denkmal in der Wiener Innenstadt kann er zu seiner Zufriedenheit feststellen das Österreich nicht Estland ist; hier das bolschewistische Geschichtsverständnis für die wortführende Schicht dieses lächerlichen Staates immer noch den Status einer Zivilreligion hat.

Die glücklichsten Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit.

Antworten Gast: tc_t
24.05.2007 14:40
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Re: ...

wie wahr --- leider... nur eines finde ich faszinierend... woher kamen auf einmal russische soldaten, noch dazu welche die im WK2 gekämpft haben? haben wir uns gar verblödet, diese um steuergeld einfliegen zu lassen...?? nun ja zuzutrauen ist unseren politikern alles...

Antworten Antworten Gast: Kominform
24.05.2007 18:43
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Welcome Service

Na, die waren doch eh ganz lieb und harmlos; die Taiga-Burschis aus Gusis Heimat wollten nur schauen, ob die Ösis wieder Uhren haben und ob es wieder Spiritus und Frostschutzmittel zum Trinken gibt. Qualtinger meinte zum anschließenden Empfang: "B¿soffen war ma! Lauter so Burschen wia i! Die Russen ham si g¿furchten!". Und das ist gut so!

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