Nach einem Bombenanschlag auf den Schnellzug von Moskau nach St. Petersburg hat die russische Justiz am Dienstag Ermittlungen wegen Terrorverdachts aufgenommen. Mindestens 60 Menschen wurden verletzt, als der Zug am Montagabend bei Tempo 130 entgleiste. Zuvor war dort ein selbstgebauter Sprengsatz explodiert. Die Behörden kündigten eine Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen an.
Die Lokomotive und ein Dutzend Waggons sprangen bei Nowgorod, rund 500 Kilometer nördlich von Moskau, aus den Gleisen. Mindestens drei Waggons kippten um. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, es seien Terror-Ermittlungen eingeleitet worden. Die offenbar selbst gemachte Bombe habe eine Sprengkraft von zwei Kilogramm TNT gehabt.
Der Chef des Geheimdienstes FSB, Nikolai Patruschew, kündigte ein Paket von zusätzlichen Maßnahmen an, die auf Vorbeugung gegen terroristische Akte und mögliche Notfälle gerichtet seien. Es dürfe nicht zugelassen werden, dass mögliche terroristische oder extremistische Handlungen die Lage im Land destabilisierten, sagte der Leiter des Nationalen Anti-Terror-Komitees. Vor allem tschetschenische Rebellen und ihnen nahestehende Extremisten aus der Kaukasusregion hatten in den vergangenen Jahren häufig Anschläge auf zivile Ziele in Russland verübt. Zuletzt waren bei einem Bombenanschlag auf einem belebten Moskauer Markt im August vergangenen Jahres elf Menschen getötet und 45 verletzt worden.
Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Der Verdacht fiel aber umgehend auf Rebellen aus dem Kaukasus. Die Nachrichtenagentur Interfax meldete, Kabel und weiteres an der Unglücksstelle sichergestelltes Material ähnelten dem, das bei einem Bombenanschlag auf einen Zug von Grosni nach Moskau 2005 benutzt worden sei.
(APA)