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Karikaturen-Streit: Schwedischer Zeichner taucht ab

18.09.2007 | 18:32 |  Von unserem Korrespondenten HANNES GAMILLSCHEG (Die Presse)

Lars Vilks zeichnete Mohammed als Hund. Islamisten wollen ihn deshalb „schlachten“.

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STOCKHOLM. Lars Vilks durfte nur noch einige persönliche Sachen aus seiner Wohnung holen. Dann musste Schwedens derzeit wohl prominentester Karikaturen-Zeichner auf dringenden Rat der Polizei hin untertauchen. Eine irakische Terrorgruppe hatte ein Kopfgeld auf Vilks ausgesetzt, weil er ihrer Ansicht nach den Propheten Mohammed geschändet habe. Vilks hatte in mehreren Zeichnungen den Propheten Mohammed als Hund dargestellt.

In einer im Internet verbreiteten Videobotschaft rief die Gruppe „Islamischer Staat Irak“ deshalb zur Ermordung „dieses Verbrechers“ auf und verspricht dafür eine Belohnung von 100.000 Dollar sowie 50.000 Dollar extra, wenn Vilks „wie ein Lamm geschlachtet“ werde. Die Gruppe gilt als Ableger des Terrornetzwerks al-Qaida und hat sich zu zahlreichen Selbstmordanschlägen bekannt. Auch gegen Ulf Johansson, den Chefredakteur der Zeitung „Nerikes Allehanda“, richtet die Organisation eine Morddrohung und bietet ein Kopfgeld von 50.000 Dollar. Johansson hatte einen Leitartikel über Meinungsfreiheit mit einem von Vilks Zeichnungen illustriert.


Polizei: Drohung ist äußerst ernst

Die schwedische Polizei ist in ständigem Kontakt mit Vilks, um die notwendigen Entscheidungen zu treffen. Noch vor Tagen hatte der Zeichner die Morddrohung sehr gelassen genommen und sie als „Schrecktaktik“ bezeichnet. Der Preis sei etwas niedrig: „Was bekommt man denn heutzutage schon für 100.000 Dollar“, sagte der Zeichner damals in einem Telefonat mit dem Schwedischen Rundfunk. Er werde sich künftig „über die Schulter sehen, ehe ich über die Straße gehe“, hatte er gemeint.

Mittlerweile habe ihm die Polizei aber deutlich gemacht, dass die Botschaft der Islamisten äußerst ernst zu nehmen sei. Auch Chefredakteur Johansson sagte, er nehme die Drohung ernster als die anonymen Attacken, die er bisher erhalten habe, bedaure jedoch das Publizieren der Zeichnung nicht.

Auch schwedische Firmen wie Ikea, Volvo, Electrolux, Scania und Ericsson wurden Repressalien angedroht, wenn sich die schwedische Regierung nicht für die Zeichnungen entschuldige. Die betroffenen Unternehmen forderten ihre Mitarbeiter in islamischen Staaten auf, vorsichtig zu sein. Ericsson holte deshalb vor Tagen alle Fahnen mit Firmenlogo ein. Wirtschaftlich würde ein Boykott in muslimischen Ländern schwedische Unternehmen wenig treffen, nur ein geringer Teil des Umsatzes wird im Nahen Osten erwirtschaftet.

Schwedens muslimische Verbände verurteilten die Mord-Drohungen gegen Vilks und Johansson in aller Schärfe. Ihr Vorsitzender Mahmoud Aldebe forderte die irakische Gruppe in einem Brief auf, die Todesbotschaft zurückzuziehen. Drohungen gegen Individuen oder Institutionen seien unannehmbar: „Wir können unsere Konflikte in Schweden selbst lösen.“


„Klug gemacht, Reinfeldt“

Genau das hatte Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt auch versucht: Das Beispiel des dänischen Karikaturen-Streits des Jahres 2006 vor Augen, setzte er ganz auf Dialog. Sein dänischer Kollege Anders Fogh Rasmussen hatte ein Treffen mit Botschaftern aus islamischen Ländern brüsk abgelehnt. Die Lage eskalierte, dänische Einrichtungen im Nahen Osten wurden angegriffen; in Damaskus brannte gar die dänische Botschaft.

Reinfeldt lud nun von sich aus die Botschafter ein, und erntete sogar seitens des iranischen Vertreters in Stockholm Lob. „Klug gemacht, Reinfeldt“, streute die Zeitung „Expressen“ dem Premier Rosen. Als der Konflikt gerade aufkeimte, hatte sich der Premier zur Kalmierung der Situation auch mit Vertretern der rund 400.000 in Schweden lebenden Muslime in einer Moschee getroffen. Gegen ausländische Extremisten nützen alle diese Gesten freilich nichts.

DIE HUNDE-KARIKATUR

In Schweden werden Kreisverkehre gerne mit Hundestatuen verziert, sogenannten „Rondellhunden“. Für eine Ausstellung zum Thema lieferte der Zeichner Lars Vilks den Propheten Mohammed als Rondellhund, die Kuratoren lehnten den Beitrag ab. Ulf Johansson, Chefredakteur der Zeitung „Nerikes Allehanda“ schrieb daraufhin einen Kommentar gegen Selbstzensur und illustrierte den Text mit Vilks' Zeichnung. Mittlerweile hat auch die Zeitung „Dagens Nyheter“ die Karikatur nachgedruckt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.09.2007)

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19 Kommentare
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Alle bei sich selber

Extremisten gibt es überall. In Frieden leben kann man dann, wenn seinesgleichen dafür sorgt, dass Extremisten nichts zu melden haben. Wenns die Gegenseite sagt, ist es ja bloß Provokation und schaukelt die Dinge auf. Letzendlich findet jeder beim anderen Fehler um sein eigenes Versagen schön zu reden.

Im Idealfall fragen christlich sozialisierte Europäer die skandinavischen Zeichner ob das notwendig ist. Und die gemäßigten Moslems weisen jene Glaubensbrüder scharf zurecht, die meinen man müsse welche umbringen, die im Rahmen einer anderen Kultur agieren.

Die Frage ist also: Wo funktioniert die Selbstreinigung besser?

Ich als Grüner habe für die Moslems Verständnis

Die westliche Welt ist an ihrem Untergang selber schuld

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Re: Ich als Grüner habe für die Moslems Verständnis

Ich als Schwarzwähler gebe Ihnen recht, hätten wir schwarzen nicht anders gemacht.

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Provozieren

Wenn ein Stafford- Terrier einen Menschen beißt, würde jemand diesen Hund ohne Überlegen oder überhaupt angreifen wollen?----Ich nicht.Soll heissen: Jeder Normalo weiß doch,daß dieses Thema rund um Mohammed- Karikaturen gefährlich sein kann.Also, warum tut einer trotzdem so etwas? Wahrscheinlich möchte er dadurch prominent werden oder sowas?! Hat der keine besseren Ideen?

Ophicus
19.09.2007 15:26
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Re: Provozieren

Ohne Überlegen wohl nicht, aber es gibt so Leute die nennen sich Hundefänger. Deren Aufgabe ist es - wohlüberlegt - so beißende Terrier sicher zu stellen, damit die eben niemanden mehr beißen.
Ein Karrikaturist hat im Prinzip eine ähnliche Aufgabe. Wer mit heißen Eisen hantiert verbrennt sich die Finger, aber wenn sie niemand angreift dann lösen sie früher oder später einen Brand aus.

panda82
19.09.2007 11:06
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Ich suche diesen Karikatiristen!!!

Ich möchte ihm ein Auftrag geben.

Er möchte für mich den Moment des unbefleckten Empfangnisses zeichnen..

stefania
19.09.2007 11:43
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Re: Ich suche diesen Karikatiristen!!!

Na und ?
Man würde Sie für geisteskrank halten und zur Tagesordnung übergehen !
p.s. es heißt "die unbefleckte Empfängnis"
(für spätere postings)

ecowriter
19.09.2007 09:40
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NEIN, ICH WARS

wir sollten mal probieren, ob es etwas nutzt, wenn jeder europäer bereits in der schule eine karrikatur von jedem religiösen "oberhaupt" anfertigt - das wird dann ins netz gestellt und in der schülerzeitung veröffnetlicht.

wer soll dann wen verfolgen? wer hat grund jemanden zu verfolgen? wird dann bei den einzelnen (selbsternannten) hütern der religionen eine auswahlkommission eingerichtet, die alle karrikaturen bewerten muß und entscheidet, welches kind nun umzubringen ist?

naja....

freundlichst, ihr
eco

Gast: tc_t
19.09.2007 09:38
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soviel

zum thema toleranz und islam...

Gast: Crusader
19.09.2007 08:59
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Soviel

zum Islam und der Multikultiwelt...

Gast: jeo ka
19.09.2007 00:11
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islamische glaubensgemeinschaft

gut zu wissen daß islam frieden heißt! die lieben vertreter der islamischen glaubensgemeinschft werden dies sicherlich bestätigen und uns auf unse eigenen fehler wie islamophobie, ausländerhass, diskriminierung etc. hinweisen!

alice
19.09.2007 15:40
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friede

tja grabesfriede nachdem der schwede ausblutete........religion ist krank

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Re: friede

Jeder hat eine "Religion". Jeder glaubt etwas, was ihm keine Wissenschaft erklären kann.
Ich habe mich dazu entschieden eine hochentwickelte Religion zu nehmen. Mein Bereich des "Nichtwissens" ist also ausgefüllt. Ich bin ungefährlich. Ich glaube also nicht an Rapid, oder an bestimmte Menschen, auch nicht an politische Konzepte (Letztere "Religionen", die sich betont areligiös gaben, haben ja mit Abstand die allermeisten Menschen umgebracht).

Was schlagen Sie vor, was man den Menschen vorsetze, wenn sie sich die letzten Fragen stellen? Wenn es ans Sterben geht. Oder simpel darum, nicht eine Sekunde Zukunft vorhersagen zu können.


Gast: Beobachter2
18.09.2007 21:09
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Presse - Künstlerfreiheit - ?

nachdem wir ja nicht ? in einer Diktatur leben und Presse- bzw. künstlerische Freiheit Pfeiler unserer Gesellschaft sind - mit der typischen Ausnahme wenn es um Antisemitismus geht - werden sich der Künstler und der Redakteur ja bestimmt nicht feige verkriechen und auf unsere Kosten von der Polizei beschützen lassen - denn nur ein großes Maul zu haben ist wohl ein bischen zu wenig und wenn man "berüchtigt" werden will wie diese beiden Herren offensichtlich - muß man auch die sich gekränkt fühlende Seite "ein wenig verstehen"

Antworten Gast: friedliche Welt
19.09.2007 09:55
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Re: Presse - Künstlerfreiheit - ?

"nur" weil den Juden so schlimmes angetan wurde, darf man diese nicht kritisieren, ich verabscheue den Holocaust an den Juden natürlich auch, aber die Moslems bilden ihren Propheten überhaupt nicht ab, oder in Filmen wird sein Gesicht nicht gezeigt, auch im Alten Testament steht ja "Macht euch kein Abbild", dies ist um nicht zu vergessen, dass Allah/Gott der Schöpfer ist und nicht der Prophet der jeweiligen Religion. Mohammed ist heilig u. wichtig für den Islam, aber oder deshalb wird er nicht abgebildet, man soll ihn ehren/lieben, weil er der Prophet ist, der diese Offenbarungen mit den Menschen geteilt hat, sowie Jesus, Moses, Noah etc. all dies Propheten sind im Islam wichtig und heilig, ich sehe es selber nicht gern wenn man Jesus als Karikatur abbildet, weil mir das als Moslem wehtut, aber die Christen müssen selber wissen, wie sie mit ihrem Heiligtum umgehen. Aber bitte es hat nichts mit Künstlerfreiheit zu tun wenn man Mohammed-Karikaturen zeichnet, provoziert die Molems nicht.

Ophicus
19.09.2007 15:34
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Re: Re: Presse - Künstlerfreiheit - ?

Natürlich hat es was mit Kunstfreiheit zu tun wenn man Mohammed-Karikaturen zeichnet. So wie es mit Meinungsfreiheit zu tun hat, wenn man sich auf den Petersplatz stellt und sagt "Es gibt keinen Gott und der Papst ist überflüssig".
Man darf glauben was man will und zeichnen was man will.
Wer daran glauben will, dass Mohammed heilig ist darf das tun. Wer es nicht glauben will muss es auch nicht - und hat daher keinen Grund ihn nicht zu zeichnen oder sich auch - mehr oder weniger geschmackvoll - über ihn lustig zu machen.

Sisyphus
19.09.2007 06:50
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Re: Presse - Künstlerfreiheit - ?

Lustig...Sie meine also "Schächten von Menschen" sollte bei uns "Gesellschaftsfähig" werden?

Naja. Im Kanzleramt werdens darüber wohl während dem Iftar diskutiert haben... Wie war das nochmal..Ahja..Islam ist Frieden..Und wer es nicht glaubt wir weggebombt oder darf geschächtet werden (is ja nix schlechtes..mir hat ein Moslem erklärt..ich hab gemeint das es doch recht als Tierquälerei ausschaut..nana..wennst genau hinschaust merkst das der Hamel lacht...vor FREUD das er für Allah stirbt...)..

robocop
19.09.2007 00:44
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bla

naja, nur muss man sich ja nicht gleich umbringen lassen um dem vorwurf der feigheit zu entgehen. außerdem kann man vielleicht durch diese kleinen provokationen erreichen, dass die moslems langfristig in ihrer bereitschaft, sich provozieren zu lassen, abstumpfen und ein bisschen toleranter werden.

Gast: Beobachter
18.09.2007 21:02
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wo ist der feine Unterschied


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