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Cherie Blair kämpft für österreichischen Spion

24.09.2007 | 17:54 |  (DiePresse.com)

Paul Rosbaud hat 1939 das deutsche Atomwaffenprogramm an London verraten. Seine Akte liegt seither beim britischen Geheimdienst unter Verschluss. Nun fordert seine Familie eine Veröffentlichung.

Der österreichische Wissenschaftsjournalist Paul Rosbaud, der zu Zeiten des Dritten Reiches die Briten mit den Atomplänen Hitlers versorgt hat, soll allgemeine Anerkennung erhalten. Seine Familie will die Veröffentlichung seiner Akte erreichen, die seit 68 Jahren vom britischen Geheimdienst unter Verschluss gehalten wird.

Cherie Blair: Antrag auf Veröffentlichung

Die britische Anwältin und Ehefrau von Ex-Premier Tony Blair, Cherie Blair, legte in einer Anhörung am Freitag einen Antrag der Familie auf Veröffentlichung der MI6-Akte vor. Darin erklärte sie, dass Rosbaud heldenhafte arbeit geleistet habe, für die er auch allgemein anerkannt werden solle. Der MI6 reagierte zurückhaltend: Anwalt Jonathan Crow erklärte, es müsse bewiesen werden, dass die Veröffentlichung der Rosbaud-Akte im nationalen britischen Interesse sei.

"The Griffin"

Paul Rosbaud versorgte 1939 unter dem Decknamen "Griffin" ("Greif") den britischen Geheimdienst SIS mit detaillierten Informationen über das deutsche Atomwaffenprogramm. Der in Graz geborene Rosbaud war studierter Chemiker und mit einer Jüdin verheiratet . Allein die Tatsache der Judenverfolgung ließ ihn die NS-Diktatur verachten. Dennoch hatte er gute Kontakte zu einflussreichen Nationalsozialisten, die er für seine Spionagedienste an London nutzte.

Rosbaud hat vielen namhaften Wissenschaftlern zur Flucht verholfen, darunter Niels Bohr und Lise Meitner. Er selbst kam nach dem Hitler-Attentat durch Graf Stauffenberg 1944 in schwerste Bedrängnis, aus der ihm wiederum nationalsozialistische Freunde helfen konnten. Paul Rosbaud starb am 28. Jänner 1963 in London an Leukämie.

(APA/Ag./Red.)


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