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„Halbgott“ Gore ziert sich bei seinem Comeback

15.10.2007 | 09:05 |  Von unserem Korrespondenten NORBERT RIEF (Die Presse)

USA. Seine Anhänger flehen den frisch gebackenen Nobelpreisträger an, noch einmal als Präsident zu kandidieren.

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WASHINGTON. Es war kein gutes Wochenende für Rush Limbaugh. Das Sprachrohr der amerikanischen Konservativen redete sich in seiner millionenfach gehörten Radioshow gegen Al Gore heiser. Dass ausgerechnet dieser Faktenverdreher den Friedensnobelpreis bekommen habe, diskreditiere die Auszeichnung für alle Zeiten. „Jetzt glaubt er wahrscheinlich auch noch, als Präsident kandidieren zu müssen.“

Für Rush Limbaugh eine Horrorvorstellung. Vielleicht auch deswegen, weil Gore schon einmal einen Republikaner geschlagen hat, aber dennoch George W. Bush dank des US-Höchstgerichts Präsident wurde. Doch jetzt, 2008, sei die Zeit für Al Gore reif: „Wählen wir ihn wieder“, lautet der Aufruf auf der Internet-Diskussionsseite „democraticunderground.com“.

Seit Gore den Friedensnobelpreis für seinen Einsatz gegen den Klimawandel zugesprochen bekommen hat, rotiert die US-Politik. Auf dem größten demokratischen Internet-Forum überschlagen sich Diskutanten vor Euphorie: „Und wenn wir ihn auf das Podium zerren müssen“ – Gore müsse kandidieren, heißt es dort.

Die Beiträge klingen deswegen leicht verzweifelt, weil der einstige Vizepräsident wenig Anstalten macht, ins Rennen zu gehen. Und das trotz des Friedensnobelpreises und des in Amerika vielleicht noch wichtigeren Oscars, den er für seinen Film „Eine unangenehme Wahrheit“ bekommen hat.


Gore will Hillary nicht schaden

Gore schweigt zu allen Spekulationen und beschränkte seine öffentlichen Auftritte seit Freitag auf eine kurze Dankesrede für den Preis. In einem Interview vor mehreren Tagen mit dem Harvard-Magazin „02138“ sagte er aber: „Ich habe eine Rückkehr in die Politik nicht völlig ausgeschlossen. Ich bezweifle aber, dass es jemals passieren wird.“ Derzeit sei er für eine Kandidatur jedenfalls nicht bereit.

Warum – dafür gibt es viele Begründungen. Einmal wolle er nicht seiner guten Freundin Hillary Clinton schaden, die derzeit die unumstrittene Favoritin unter den demokratischen Kandidaten ist, lautet eine. Eine andere: Er wolle sich nicht seinen guten Ruf, den er jetzt genieße, mit einer möglicherweise wieder nicht erfolgreichen Kandidatur zerstören.

„Warum soll er als Präsident kandidieren, wenn er ein Halbgott sein kann“, sagte der Abgeordnete Rahm Emanuel, ein ehemaliger Top-Berater in Bill Clintons Administration. Ein früherer Gore-Mitarbeiter erklärte, der Vizepräsident habe mit der Politik abgeschlossen, er wolle sich nun ganz seinem Leibthema widmen: dem Klimawandel.


Nobelpreis als Abfuhr für Bush

Möglicherweise ist es auch Kalkül. Denn selbst wenn Al Gore eine Kandidatur verkünden würde, hätte das wenig Auswirkungen auf das Kandidatenfeld. Zwei brandaktuelle Umfragen sehen ihn trotz des Gewinns des Nobelpreises deutlich hinter Clinton.

Wenn es um den politischen Nutzen Gores geht, dann hat er seinen Höhepunkt jedenfalls erreicht und den Sieg gegen den Erzfeind aller Demokraten, George W. Bush, errungen: Kaum eine Zeitung, die Gore nicht mit Bush vergleicht und feststellt, um wie viel besser die Arbeit Gores für Amerika ist. Der Friedensnobelpreis für den Demokraten sei eine weitere deutliche Abfuhr an einen unpopulären Präsidenten, schrieb etwa die „Washington Post“.

FAKTEN

Den Nobelpreis hat Al Gore für den Kampf gegen den Klimawandel erhalten. Seine Anhänger wollen, dass er sich nochmals für das Präsidentenamt bewirbt.
Aktuelle Umfragen
sehen Gore aber deutlich hinter Hillary Clinton – eine mit einem Abstand von fast 30 Prozentpunkten an zweiter Stelle. In einer Gallup-Umfrage ist er sogar nur Nummer drei.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.10.2007)

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12 Kommentare
Paco
16.10.2007 10:53
0 0

Gut geheiratet ...

AIPAC, ADF und Konsorten täten ihn sicher unterstützen ...

http://en.wikipedia.org/wiki/Jacob_Schiff
[...]
Great-grandson: David Schiff
Great-great-grandson: Dr. Andrew Schiff, husband of Karenna Gore Schiff and son of David Schiff [...]

http://en.wikipedia.org/wiki/Karenna_Gore_Schiff
[...] August 6, 1973 - ) is an attorney, author and journalist. She is the eldest daughter of former Vice President Al Gore and Tipper Gore. [...]

da wuzzi
15.10.2007 16:20
0 0

Wenn es Gore wirklich ernst meint ....

... dann pfeift er auf eine Kandidatur. Er hat so sicherlich mehr erreicht als wenn er damals das Rennen um die Präsidentschaft für sich entschieden hätte. Geht er jetzt wieder in die Politik, kann er nur mehr seine Boni verspielen, denn mit all den anstehenden Problemen (Kriege, Soziale Lage u.v.m.) und den übermächtigen Lobbies im Weißen Haus lassen sich auch für den Klimaschutz keine Lorbeeren erzielen.

Antworten Gast: IC
15.10.2007 17:22
0 0

Re: Wenn es Gore wirklich ernst meint ....

Richtig erkannt! Sehr gut.

0 0

Latein-Kauderwelsch

"Si non candituisses, philisophus mansisses".
Die Deppen vom Nobelkomitee machen es sich sehr leicht:
1. ist es einfacher, zu verzapfen, wie man es richtig macht, ohne es beweisen zu müssen (ein Presse-Journalist nannte das vollkommen zu recht die "Verheinzfischerung" der Politik)
2. gab es schon unter Clinton Attacken der USA gegen den Irak
3. gab es schon unter Clinton Attacken gegen die USA (z.B. der 1.Angriff aufs WTC 95)
4. wurden die Pläne zum 9.11er in einer Zeit entwickelt, als es gar nicht einmal noch feststand, ob GWB antreten wird (also auch Clinton Ära).
Hätte ein eventueler Präsident Gore am 9.11.01 etwa sagen sollen: "Sorry guys. Eurer Protest war ein bisschen scharf formuliert, aber wir geloben uns Besserung, dass wir eure Darlings werden!"?
PS: der amerikan. Paradelinke Gore Vidal, ist sein Onkel. Ob das die Schwäche des Nobelkomitees für linke Obskuranten mitbeeinflust hat?

Gast: Messalina
14.10.2007 22:45
0 0

Buchempfehlung

"Die Israel-Lobby" von Johm L. Mearsheimer / Stehphen M. Walt

zwar nicht ganz so mein Ding (die beiden Autoren sichern sich unabläßig ab), aber der geneigte Leser erfährt dann wenigstens, daß es Hans wie Friedrich ist, wer da den nächsten Präsidenten spielt

außerdem ist es wirklich ein Jahrhundertwitz den Vizekanzler von einem Land, dessen Präsident willkürlich Angriffskriege gegen mißliebige Länder führt, zum Friedensnobelpreisträger zu küren

ich entsinne mich, daß für eine Weile sogar Bush selbst im Gespräch für diesen Preis war

da wuzzi
15.10.2007 16:16
0 0

Preis eher als contra statt pro

Dieser Nobelpreis war wohl eher als contra auf Schorsch Dabbljuchu gedacht.

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Wie kann ein Klima-Lügner

ein Halbgott sein?

Noah von der Arche am Berg der Freude

da wuzzi
15.10.2007 16:10
0 0

Ach was!

Bist ja nur stinkig, weil dich noch keiner gefragt hat, ob du den Präsi-Job dort drüben machen willst.

Antworten Gast: thomas
15.10.2007 00:49
0 0

wieso lügner

weisst du schon wieder mehr als der rest der welt, herr lehrer?

da wuzzi
15.10.2007 16:09
0 0

Ja!

Er weiß alles, denn er ist als All-wissend (lt. eigenen Angaben ist er ein auf Terra gestrandeter Alien ... brauchts noch mehr?)

Michael
15.10.2007 14:09
0 0

Re: wieso lügner

Herr Fischhof ist eben nicht nur Halbgott, sondern gleich ein ganzer :-) und somit als Oberlehrer mehr als geeignet.

Vor lauter Erhabenheit verwendet er aber keine nachvollziehbaren Argumente, sondern eben einfach simple, nicht nachvollziehbare Aussagen, welche meist nicht widerlegbar sind - und wie man das bei der Religion sieht, funktioniert das über Jahrtausende.

da wuzzi
15.10.2007 16:08
0 0

Korrekt!

Schon vor Jahren behauptete der, der sich da Aaron F. nennt, dass er auf dem Weg der Gottwerdung sei ...

leider ist er noch immer auf dem Weg ...

und als klimatischer Mullah wackelt er noch immer auf irdischen Pfaden lautstark dahin ...

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