Nach der Wahlniederlage seiner nationalkonservativen Partei "Recht und Gerechtigkeit" (PiS) hat Polens scheidender Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski Wahlsieger Donald Tusk und dessen rechtsliberale Bürgerplattform (PO) beschuldigt, die "Vierte Republik" zerstören zu wollen. Eine Beteiligung seiner Partei an einer Regierungskoalition mit der PO schloss Kaczynski am Dienstag in Warschau aus.
Die PiS werde in die Opposition gehen, betonte der Premier. Das Wahlergebnis sei ein Beweis dafür, "dass in einer Demokratie Fehler passieren", sagte er.
Die drei polnischen Republiken sind die Adelsrepublik mit Wahlkönigen, die bis zur Dreiteilung des Landes 1795 (durch Russland, Preußen und Österreich) bestand. 1791 erhielt Polen unter seinem letzten König Stanislaus II. Poniatowski - vier Monate vor der französischen - die erste geschriebene Verfassung auf dem europäischen Kontinent.
Die Fremdherrschaft dauerte bis zur Wiedererrichtung des souveränen polnischen Staates nach dem Ersten Weltkrieg und der 1918 erfolgten Ausrufung der Zweiten Republik (bis zum deutschen Überfall 1939). Die Dritte Republik wurde 1990 von Lech Walesa bei seiner Vereidigung als Staatspräsident proklamiert. Die nach dem Zweiten Weltkrieg unter kommunistischer Führung errichtete Volksdemokratie wird dabei nicht mitgerechnet.
(APA)
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