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Wahl in Kroatien: Kopf-an-Kopf-Rennen

26.11.2007 | 13:47 |   (DiePresse.com)

Sowohl die Kroatische Demokratische Gemeinschaft (HDZ) unter Ivo Sanader als auch die Sozialdemokraten unter SDP-Chef Zoran Milanovic geben sich optimistisch.

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Auch am Tag nach der Wahl hat sich noch kein klarer Sieger bei den Parlamentswahlen in Kroatien herauskristallisiert: Es ist unklar, ob der EU-Beitrittskandidat weiter von den Konservativen oder von den Sozialdemokraten regiert wird.

Sowohl der amtierende kroatische Premier und Chef der regierenden Kroatischen Demokratischen Gemeinschaft (HDZ), Ivo Sanader, als auch die Sozialdemokraten unter SDP-Chef Zoran Milanovic gaben sich während der Stimmenauszählung optimistisch.

Nach Auszählungen von 95 Prozent der Stimmen lag die Kroatische Demokratische Union (HDZ) von Ministerpräsident Ivo Sanader zwar mit 60 Sitzen in Führung und Sanader erklärte sich bereits zum Wahlsieger. Die Sozialdemokraten (SDP), die wohl auf 57 Mandate kommen, kündigten indes die unverzügliche Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit kleineren Parteien an.

Erste Gespräche in zehn Tagen

Sanader habe bereits mit Präsident Stipe Mesic gesprochen und ihm gesagt, dass er davon ausgehe, das Mandat zur Bildung der neuen Regierung zu erhalten, erklärte Sanader in einem ersten öffentlichen Statement.

Mesic ließ allerdings mit der Aussage aufhorchen, derzufolge er nicht automatisch die stimmenstärkste Partei mit dem Auftrag zur Regierungsbildung ausstatten wolle, sondern jene Partei, die eine Mehrheit von zumindest 77 Abgeordneten im neuen Parlament und somit eine stabile Regierung garantieren könne. Das Staatsoberhaupt ließ außerdem durchklingen, dass er sich mit der Erteilung des Auftrags zur Regierungsbildung nicht beeilen werde. Die ersten Gespräche mit dem Beauftragten werden demzufolge frühestens in zehn Tagen erwartet.
Mesic zeigte sich vom "toten Rennen" der beiden Großparteien nicht überrascht, allerdings hätten einige Kleinparteien unerwartet gute Ergebnisse erzielt. Dies gebe den führenden Parteien nun mehrere Möglichkeiten zur Koalitionsbildung, so Mesic. Die Bildung einer "Großen Koalition", die vom Staatsoberhaupt selbst immer wieder ins Spiel gebracht worden war, dürfte damit immer unwahrscheinlicher werden.

HMS hofft auf Machtwechsel


Die Sozialdemokraten und ihr potenzieller Koalitionspartner, die bürgerlich-liberale Volkspartei (HNS), hoffen indes trotz der knappen Führung der regierenden HDZ unter Premier Ivo Sanader auf einen Machtwechsel im Land. SDP-Chef Milanovic erklärte in einer ersten, knappen Stellungnahme, dass man ab sofort an der Bildung einer Regierung arbeite. Er sei mit den vorläufigen Ergebnissen zufrieden, berichtete die kroatische Nachrichtenagentur Hina.

Seine Hoffnung, den HDZ-Vorsprung in den großen Städten wieder wettmachen zu können, schien am späten Wahlabend allerdings nicht ganz aufzugehen. Laut der kroatischen Wahlkommission (DIP) hat laut vorläufigen, noch unvollständigen Auszählungen die Regierungspartei in zehn größeren Städten die Nase vorn, unter anderem in Split, Dubrovnik, Slavonski Brod oder Karlovac, während die Sozialdemokraten in acht größeren Städte vorne liegen, so etwa in der Hauptstadt Zagreb, Rijeka oder Pula. HNS-Chefin Vesna Pusic bewertete die Chancen der linken Parteien für einen Machtwechsel dennoch als gut. "Wir werden alles daran setzen, um eine Regierung des linken Zentrums zu bekommen", so Pusic.

Laut dem Auszählungsstand von Montag, 01:30 Uhr, lag die HDZ mit 59 Mandaten vor der SDP (57) in den zehn Wahlkreisen in Kroatien. Bei den ersten veröffentlichten Zahlen hatte der Vorsprung der Regierungspartei noch neun Mandate betragen. Die Exit Polls (Wählerumfragen) hatten allerdings im Gegenteil die SDP in Front gesehen. Die Stimmen des elften Wahlkreises, der Auslandskroaten, wurden noch nicht berücksichtigt: Das Ein-Kammer-Parlament in Zagreb hat 148 Sitze, dazu kommen die Abgeordneten der kroatischen Diaspora im Ausland. (APA)

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