Am Donnerstag erlebte Bagdad mit der Operation "Phantom Phoenix" das umfassendste US-Bombardement seit langem. Binnen zehn Minuten wurden Bomben mit einem Gesamtgewicht von rund 40 Tonnen auf mutmaßliche al-Qaida-Stellungen im südlichen Teil der irakischen Hauptstadt abgeworfen, wie die US-Streitkräfte mitteilten. Bei zehn Angriffswellen seien 40 Ziele im Stadtteil Arab Jabour getroffen worden. Der Einsatz stand im Zusammenhang mit der am Dienstag begonnenen Großoffensive gegen al-Qaida im Irak und weitere Extremisten.
Die US-Armee hat im Irak im vergangenen Jahr 900 Soldaten verloren. 2007 war damit das verlustreichste Jahr für die amerikanischen Truppen seit der Besetzung des Landes im Frühjahr 2003. Seit Beginn der Invasion im März 2003 starben im Irak nach Pentagon-Angaben insgesamt mehr als 3900 US-Soldaten. Der Kommandant der US-Truppen im Irak, General David Petraeus, hatte trotz der jüngst abflauenden Gewalt vor Rückschlägen bei der Sicherheit gewarnt. Er hatte sich anlässlich des ersten Jahrestags der Hinrichtung von Ex-Diktator Saddam Hussein am Sonntag geäußert.
Studie: Bis zu 223.000 Tote im Irak
Nach einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der irakischen Regierung wurden in den ersten drei Jahren nach Kriegsbeginn im März 2003 rund 151.000 Zivilpersonen im Irak getötet. Die genaue Zahl liege wahrscheinlich zwischen 104.000 und 223.000 Todesopfern, hieß es in dem Bericht, der in der Zeitschrift "New England Journal of Medicine" veröffentlicht wurde.
Dafür besuchten Mitarbeiter des irakischen Gesundheitsministeriums Ende 2006 und Anfang 2007 Haushalte in allen 18 Provinzen des Landes. Sie fragten rund 10.000 Familien, ob es bei ihnen Todesfälle gegeben habe und ob Gewalt die Ursache gewesen sei. Mehr als 100 Stadtteile, die meisten in Bagdad und in der Provinz Anbar, konnten die Behördenmitarbeiter aus Sicherheitsgründen nicht besuchen. (APA/Red.)

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