Der georgische Oligarch und Regierungskritiker Badri Patarkazischwili ist am Dienstag in London gestorben. An Feinden mangelte es ihm nicht: Das Schweizer Bundesamt für Polizeiwesen charakterisiert ihn als „kriminelle Autorität“. Die russische Staatsanwaltschaft sucht ihn wegen guter Verbindungen zu georgisch-russischen Kriminellen. Und die georgische Staatsanwaltschaft ermittelte wegen "Verschwörung zum Hochverrat" gegen ihn.
Der Gegenspieler des georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili starb am Dienstagabend völlig überraschend an Herzversagen, wie die russische Agentur Interfax meldete. Die britische Polizei hat die Todesumstände des Oppositionellen in London allerdings als "verdächtig" eingestuft.
Patarkazischwili war in seiner Heimat zuletzt von der Justiz beschuldigt worden, ein Attentat auf einen Politiker geplant und einen Staatsstreich vorbereitet zu haben. Patarkazischwili galt als wichtiger Financier der Opposition und war Präsidentschaftskandidat. Ihm wurde von der georgischen Staatsanwaltschaft vorgeworfen, treibende Kraft hinter den November-Unruhen gewesen zu sein, die Saakaschwili dazu veranlassten, die vorgezogene Präsidentenwahl vom 5. Jänner auszurufen.
Reich geworden ist Patarkazischwili in den „wilden“ Neunzigerjahren in Russland an der Seite von Boris Beresowskij und Roman Abramowitsch. 2000 witterte er, dass in Russland ein anderer Wind aufkam und ging in seine Heimatstadt Tiflis zurück, wo er das Medienimperium „Imedi“ (Hoffnung) aufbaute. Das hat er inzwischen an Rupert Murdochs „News Cooperation“ verkauft. Das georgische Bankkonto des Milliardärs wurde per Gerichtsbeschluss eingefroren. (Ag/Red.)