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DiePresse.com-Reportage: "Einen größeren Tag gibt es nicht"

17.02.2008 | 17:49 |  Maria Kronbichler (DiePresse.com)

Der Kosovo feiert seine Unabhängigkeit - auch auf dem Wiener Heldenplatz. Nur eine Party für die einen, die Erfüllung eines lange gehegten Traums für die anderen.

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Mergims Augen leuchten. Die Begeisterung des Fünfjährigen gilt aber nicht den rot-schwarzen albanischen Flaggen an dem Stand mitten auf dem Heldenplatz, sondern den bunten Lutschern direkt daneben. Beides gibt es an diesem Tag gratis, und beides findet reißenden Absatz. Die Kosovo-Albaner in Österreich feiern die Unabhängigkeit des Kosovo, und auch die Kleinsten sollen etwas davon haben. Schließlich hat der Kosovo die jüngste Bevölkerung Europas.

Auch die Feier am Wiener Heldenplatz wird von jungen Menschen geprägt. Kleine Kinder tragen die albanische Fahne als Cape, Babys schlafen zugedeckt unter der schwarz-roten Flagge im Kinderwagen. Vor allem aber: Unzählige Jugendliche, die singend und tanzend über den Heldenplatz ziehen.

"Wir wollen Party", lässt ein Mädchen keinen Zweifel daran, warum sie heute hier ist. Ihre Freundin Adriane sieht die Angelegenheit schon etwas ernster: "Wir haben lange auf die Unabhängigkeit des Kosovo gewartet", sagt sie. Die 19-Jährige lebt seit ihrem ersten Lebensjahr in Österreich und kennt den Kosovo nur von gelegentlichen Urlaubsreisen. Trotzdem ist der Kosovo auch ein Stück Heimat für sie. Den Serben steht sie misstrauisch gegenüber: "Als Freunde will ich sie nicht". Warum, das kann sie nicht näher begründen. "Wir können nicht vergessen, was sie uns angetan haben", springt ihre Freundin Liridona ein. Mit "uns" meint sie die Kosovo-Albaner, denn persönlich kennt sie Serben nur als Schul- und Arbeitskollegen - und angetan haben die ihr bisher noch nichts. Aber jedes der Mädchen kennt von ihren Verwandten Geschichten vom Krieg und von getöteten Verwandten und Bekannten.

Rückkehr in die alte Heimat?

Avdullah hingegen kennt den Konflikt zwischen Serben und Kosovo-Albanern nicht nur aus Erzählungen. "Ich bin von der serbischen Polizei bewusstlos geschlagen worden", erzählt er. Das war Anfang der 90er Jahre, und Avdullah war in seiner alten Heimat gerade beim Radfahr-Training. Die Farben seines Trikots waren rot und schwarz, wie die Flagge Albaniens. Das habe den Polizisten als Anlass gereicht. Kurze Zeit später ging er nach Österreich, und er ist "dankbar, dass ich aufgenommen wurde".

Für Avdullah ist die Feier am Heldenplatz daher weit mehr als nur eine Party: "Einen größeren Tag gibt es nicht". Jetzt, wo der Kosovo unabhängig sei, könne er sich auch eine Rückkehr vorstellen. Es werde mit dem Land jetzt auch wirtschaftlich wieder bergaufgehen - der kosovarische Premier Thaci wisse schließlich besser, was gut für das Land sei, als die serbische Regierung.

Der Name Thaci erklingt heute oft auf dem Heldenplatz. Am häufigsten sind aber die "Kosova, Kosova"-Sprechchöre. Und schlichter Jubel, der zwischen Auftritten von Tanzgruppen und Reden immer wieder aufbrandet.

"Es ist ein Wunder", ruft Mekaj. Ein Wunder, an das er eigentlich schon nicht mehr geglaubt hat. Der 72-Jährige kam vor 36 Jahren aus dem Kosovo nach Österreich. Aber: "Heimat ist Heimat", sagt er wehmütig und erzählt von seinem Traum, seine letzten Lebensjahre im Kosovo zu verbringen. Er glaubt an den wirtschaftlichen Aufschwung und an eine friedliche Zukunft - auch mit der serbischen Minderheit im Kosovo. "Wir haben versprochen, dass den Serben nichts passiert, und daran halten wir uns", sagt er. Das einzige, was jetzt zähle, sei die "Freude über die Freiheit".

"Irgendein türkisches Fest"

"Kosovo unabhängig - danke Österreich!" ist auf einem Transparent vor dem Reiterdenkmal zu lesen. Österreicher ohne kosovarischen Hintergrund finden sich unter den rund 2000 Besuchern aber nur wenige. Die meisten Passanten, die auf ihrem Sonntagsspaziergang zufällig vorbeikommen, wissen gar nicht, was hier gefeiert wird. "Was ist denn das?", fragt ein Mann kopfschüttelnd. "Irgendein türkisches Fest", vermutet eine ältere Frau. Ein deutsches Touristenpaar wurde von der Musik angezogen: "Was gibt es hier, eine Kirmes?", fragt die Frau hoffnungsfroh. Als sie den wahren Anlass des Spektakels erfahren, kehren die Beiden enttäuscht um: "Kosovo? Ach so!".

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11 Kommentare
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Unrecht !

Es ist nicht zu fassen.Nun soll der Kosovo selbsständig werden.Somit steht die tür wagenweit offen für Drogen und Menschenhandel.
Allgemein bekannt ist doch,das sämtliche Drogenleiferung schon heute über den kosovo geschleust werden und Menschenrechte im Kosovo nicht exestieren.Nicht nur die Serben wurden und werden vertrieben,ebenso die Bulgaren,zigeuner und restliche minderheiten.Ganz zu schweigen von den Terroristischen Machthabern.Die während der letzten 15 jahren im namen der UCK für die Säuberung verantwrtlich waren.Diese sind nun Präsident und Minister !!!
Ebenso unglaublich erscheint mir das schon wieder gegen die UN-Resulution verstossen wird.Indem man gegen Serbien interviniert.
Selnst vor einer Besetzung des Serbischen Staudamms,der die Strom und Wasserversorgung des Kosovo¿s regelt schreckt Die Nato/Eu nicht zurück!
Wo soll das noch enden ? Kann ernsthaft von Serbien erwartet werden sich zu beugen und mit sich machen zu lassen was für die Eu und USA von bedeutung ist !

Antworten Gast: Dani
20.02.2008 13:15
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Niveau?

Man muss schon selbst etwas mit Kosovo verbinden um die Freude und Wichtigkeit zu spüren...wir spüren es :D und das ist schön. Die Welt wird sehen ob sie sich richtig entschiedene hat. Den Kosovo Albanern wurde die Chance gegeben, warten wir ab. ich bin zuversichtlich.

Ich wundere mich schon recht welch ein Niveau hier herrscht, von Hetzer, Leugner bishin zu offenen Rassisten.

Schade dass sich die Redaktion nicht verpflichtet fühlt ihre Seite sauber und seriös zu halten.

Dani

Antworten Gast: Arnti
18.02.2008 19:43
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Re: Unrecht !

Wer hat hier wen von 1989 an vertrieben, in den Neunzigern zu zehntausenden im Kosovo massakriert, in Massengräbern verscharrt und die Bombardierungen durch die Nato 1999 erforderlich gemacht, damit der Größenwahnsinnige und zweite Hitler Milosevich endlich gestoppt wurde ?!
Bist du Serbe, Nazi oder hast du dein klägliches Wissen aus der Blitz Illu gezogen ?
Mensch wenn ich solche geschichtsverdreherischen Kommentare lese muss ich kotzen !!!

Antworten Antworten Gast: KosovO
20.02.2008 20:17
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Re: Re: Unrecht !

Es geht nicht darum, was damals geschehen ist, sondern darum, was HEUTE geschieht. Man kann das eine Unrecht nicht mit einem anderen rechtfertigen.

Deswegen bleibt die Anerkennung Kosovos ein Unrecht.

Man kann drehen wie man will, aber diese angebliche "Chance", die den Kosovo-Albanern gegeben wurde, beruht auf einer illegalen Handlung seitens einiger durch gemeinsame Interessen verbundener Staaten.

So wie diese Staaten sich über das internationale Recht hinwegsetzen, zeigt den Verfall von demokratischen Werten innerhalb der Regierungen dieser Staaten. Diese Handlung ist eine Enttäuschung für jeden wahren Demokraten und ein Sieg für den Lobbyisten.

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Wahnsinn...

jetzt dürfen die (Islamisten) auf UNSEREM Heldenplatz die Eroberung eines europäischen Landes feiern???
In ein paar Jahrenf feiern sie die Vernichtung der Österreicher hier, auf unseren Gräbern tanzend, wenn das so weiter geht.

Hilfe!

Antworten Gast: Dani
20.02.2008 13:21
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Re: Wahnsinn...

Unter den Albanern findet man 3 glaubensrichtngen, katholisch, orthodox und muslimisch, sogar bektaschi die eine art bhudistischer islam ist. Kein Volk auf den Balkan ist so tolerant in ihrer Glaubensrichtung.

Die Albaner sind Albaner, sie sind nicht wirklich muslimisch und auch nicht richtig katholisch und nicht orthodox... sie sind eben Albaner.

Aill
18.02.2008 18:33
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auswandern

ist eine gute Perspektive!

Rückkehr in die alte Heimat

Meine lieben albanischen Freunde, schaut euch genau diese Zwischenüberschrift an. Das ist der wahre Grund weshalb Österreich Kosovo anerkennen will.
Danach wird es für viele heißen, ab nach Hause! Mag sein das Serben unbeliebt sind, aber die Freude, vielen albanischen Asylbewerbern endlich den Rücken zu sehen überwiegt dann doch in Österreich. Uns wischt man eins aus und ihr werdet nach Hause geschickt. Zwei Fliegen mit einem Schlag.
Wo ist da der Unterschied, fragen sie jetzt?
Nun ja, wir wissen schon längst, was man über uns denkt, obwohl tief im Innern bewundert man doch unseren fatalen Mut, den Großen immer zu widersprechen und in die Suppe zu spucken.
Ihr aber denkt, es sind eure Freunde die euch so sehr lieben, und wenn ihr nach Hause geht, dann werden sie euch noch mehr lieben.

Aill
17.02.2008 19:14
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kollektive identität -

die von ihren feindbildern lebt - wieder an diesem beispiel zu sehen.

Antworten Gast: Lek Dukagjini
18.02.2008 00:04
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Re: kollektive identität -

Sag mal Aill, ist bei dir alles in Ordnung, oder brauchst du einen Psychiater??
ES LEBE REPUBLIK KOSOVO

Aill
18.02.2008 12:02
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lek,

ich bin froh, dass ich nicht in eurem einflussbereich lebe, und mir tun die serben leid!

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