Im Streit um die Kosovo-Sezession hat Moskau dem Westen die Rute ins Fenster gestellt. Sollte die bisherige serbische Provinz als unabhängiger Staat anerkannt werden, habe Russland das Recht, seine Politik gegenüber einseitig ausgerufenen Staaten zu ändern, insbesondere auf dem Gebiet der früheren Sowjetunion, heißt es in einer am Montag vom russischen Parlament angenommenen Resolution.
Die Anerkennung der Eigenständigkeit des Kosovo würde alle notwendigen Voraussetzungen schaffen, um "eine neue Art der Beziehungen zwischen Russland und den autoproklamierten Staaten in seiner natürlichen Interessenszone, insbesondere im nachsowjetischen Raum, aufzunehmen", heißt es in der von den Präsidenten der beiden Parlamentskammern, der Staatsduma und dem Föderationsrat, unterzeichneten Erklärung.
Jahrelange Unterstützung
Russland unterstützt die Regionen Abchasien und Südossetien, die sich Anfang der 1990er Jahre von der Ex-Sowjetrepublik Georgien lossagten, ebenso das von Moldawien abtrünnige Transnistrien ("Dnjestr-Republik") sowie das von Armeniern bewohnte Nagorny-Karabach, über das Aserbaidschan im Zuge eines mehrjährigen blutigen Bürgerkrieges die Kontrolle verloren hat. Der Präsident Abchasiens, Sergej Bagapsch, hatte erklärt, dass die westliche Anerkennung eines unabhängigen Kosovo einen Präzedenzfall schaffen würde.
Dann würden Russland, aber auch Weißrussland und andere GUS-Republiken Abchasien als souveränen Staat anerkennen können. Georgien hatte Moskau wiederholt vorgeworfen, die separatistischen Abchasen zu unterstützen.
Eine Bemerkung des russischen Präsidenten Wladimir Putin, dass eine einseitige Kosovo-Unabhängigkeitserklärung ein Präzedenzfall wäre, hatten Beobachter als Hinweis darauf gewertet, dass Moskau sich davon Vorteile für die pro-russischen Loslösungsbestrebungen im Nachbarland Georgien erwarten könnte. EU-Politiker betonten, dass der Kosovo ein Fall "sui generis" ist, der sich nicht mit anderen Nationalitätenkonflikten vergleichen ließe. (APA)

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