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Kosovo-Unabhängigkeit wird globaler Spaltpilz

18.02.2008 | 17:33 |  DORIS KRAUS (Die Presse)

Afghanistan erkennt neuen Staat als erster an. Positive Signale aus USA, Japan; Ablehnung aus Russland, China.

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Wien. Einen Tag nach der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo spaltete sich die Welt in zwei Lager: die Freunde und Feinde von Europas 47. Staat. Die USA setzten sich dabei an die Spitze derjenigen Länder, die einem unabhängigen Kosovo positiv gegenüberstehen. Präsident George W. Bush signalisierte sogar die Anerkennung durch die Vereinigten Staaten: „Die Kosovaren sind jetzt unabhängig“, sagte Bush, der sich gerade auf einer Reise durch Afrika befindet, in Tansania. „Das ist etwas, was ich und meine Regierung schon lange befürwortet haben.“ Erst am Dienstag soll es ein offizielles US-Statement geben.

Die erste Anerkennung des Kosovo kam daher aus Kabul: Der Sprecher des afghanischen Außenamts, Sultan Ahmad Baheen sagte am Montagnachmittag: „Wir unterstützen die Entscheidung des Volkes und erkennen die Unabhängigkeit des Kosovo an.“

Russland führte das Lager derjenigen an, die die Unabhängigkeit ablehnen. Der Balkan-Sondergesandte des russischen Außenministeriums, Alexander Bozan-Chartschenko, forderte UN-Generalsekretär Ban Ki-moon auf, klar gegen die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo Stellung zu beziehen. Russland berief noch für gestern, Montag, Abend eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats ein. Auch China zeigte sich „zutiefst beunruhigt“. Außenamtssprecherin Liu Jianchao sagt in Peking, das „einseitige Vorgehen“ des Kosovo könnte „negative Auswirkungen auf Frieden und Stabilität auf dem Balkan haben“.

Im Lauf des Tages kristallisierte sich eine klare Bruchlinie quer durch den Globus heraus: Staaten, die selbst Schwierigkeiten mit unruhigen Minderheiten haben, stehen dem Kosovo feindselig gegenüber; jene, die selbst Sezessionsbestrebungen verfolgen oder unterstützen oder damit keine Probleme haben, sind eher positiv eingestellt. Diese Zweiteilung prägte auch die schwierigen Beratungen der EU-Staaten gestern, Montag (siehe Seite 4).


Ankara gratuliert Pristina

Mit Unterstützung dürfen die Kosovaren unter anderem von Japan, Australien und der Türkei rechnen. Premierminister Recep Tayyip Erdogan von der muslimischen AKP gratulierte seinem Amtskollegen Hashim Thaci per Telefon. Obwohl die Türkei Probleme mit den Kurden hat, wertet Ankara die Unabhängigkeit des Kosovo als positives Signal für Nordzypern, das die Türkei seit 1974 besetzt hält und 1983 zur „Türkischen Republik Nordzypern“ ausrief, das aber international nicht anerkannt ist.

Ein positives Echo kam auch aus einigen Unruheherden: Die für eine Loslösung von Russland kämpfenden tschetschenischen Rebellen begrüßten die Unabhängigkeit in einer Erklärung des tschetschenischen „Außenministers“ Usman Ferzauli. Gleichzeitig forderten Abchasien und Südossetien, die zwei von Moskau unterstützten und von Georgien wegstrebenden Republiken, dieselbe internationale Anerkennung wie der Kosovo. Auch Transnistrien, das sich von Moldawien lossagen will, sieht sich bestärkt.

Aserbaidschan wird aus Angst vor den eigenen Separatisten die Anerkennung des Kosovo verweigern. Der Akt sei „illegal“, hieß es in Baku, wo man fürchtet, dass der Präzedenzfall des Kosovo der 1991 einseitig unabhängig erklärten Republik Nagorny-Karabach zu internationaler Anerkennung verhelfen könnte. Sri Lanka (Tamilen-Problem) nannte die Unabhängigkeit eine „Gefahr für Nationalstaaten“, Indonesien bedauerte den Schritt ebenfalls.

DAFÜR/DAGEGEN

Für die Unabhängigkeit sind u.a. die USA, Japan, Australien, die meisten EU-Staaten und die Türkei. Afghanistan hat als erster Staat offiziell anerkannt. Begrüßt wurde die Unabhängigkeitserklärung auch von Separatisten.

Gegen die Unabhängigkeit ausgesprochen haben sich Russland, China, Spanien, die Slowakei, Aserbaidschan, Indonesien und Sri Lanka.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.02.2008)

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1 Kommentare
Gast: rene pauls
19.02.2008 17:50

Interesant Frau Doris Kraus

...Premierminister Recep Tayyip Erdogan von der muslimischen AKP gratulierte seinem Amtskollegen Hashim Thaci per Telefon. Obwohl die Türkei Probleme mit den ))Kurden ((hat, wertet Ankara die Unabhängigkeit des Kosovo als positives Signal für Nordzypern, das die Türkei seit 1974 besetzt hält und 1983 zur „Türkischen Republik Nordzypern“ ausrief, das aber international nicht anerkannt ist ...

Erinnert mich an Serbien,dieses ,,problem,,!!!

Was sagt uns das :

Recht und Gesetz-und schon garnicht Moral=
WAS IST DAS? Kann mann das Essen???

NUR DER STÄRKERE -HAT ZU DIKTIEREN !!!!!!

Getreu der Türkischen und Albanischen ... Gesetzgebung!

WAS seit ihr Serben Dumm gewesen!!
Warum habt ihr denen vertraut???Am10 Juni 1999 habt ihr nicht Kapituliert,es war ein Waffenstillstandsabkommen in Kumanovo-aber sie halten
die Verträge nicht!!!
Am 17.02.08 kriegt ihr die Quittung-sie haben alles von
Anfang an so geplant!!!!!!!

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