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Italien: Fini will chemische Kastration für Kinderschänder

19.02.2008 | 11:32 |   (DiePresse.com)

Der Rechtspopulist Gianfranco Fini fordert "Null Toleranz" gegen Pädophile. Strafverschärfung genügt ihm nicht, er will Therapie in Form von chemischer Kastration. Die Behandlung ist in der Regel reversibel.

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Der Chef der oppositionellen Rechtspartei "Alleanza Nazionale", Gianfranco Fini, sorgt in Italien mit seiner Forderung, die chemische Kastration für Kinderschänder einzuführen, für Aufsehen. "Gegen Pädophilie braucht man sichere Strafen, aber vor allem die chemische Kastration", sagte Fini. Bei Pädophilie heiße die Parole ab sofort: "Null Toleranz". "Pädophile sind kranke Menschen. Es genügt nicht, die Strafen zu verschärfen. Eine Therapie ist notwendig: die chemische Kastration", so Fini.

Der Rechtspolitiker reagierte auf den Fall eines sizilianischen Pizzabäckers, der dieser Tage wegen der Vergewaltigung eines vierjährigen Mädchens festgenommen wurde. Dabei stellte sich heraus, dass der Mann aus der sizilianischen Stadt Agrigent bereits vor vier Jahren zwei achtjährige Zwillingsschwestern missbraucht hatte, und deswegen erstinstanzlich zu sechs Jahren Haft verurteilt worden war. Ein Jahr später war er schon frei, musste sich aber täglich bei der Polizei melden.

Hitzige Diskussionen

Der Vorschlag Finis sorgte wieder einmal für hitzige Diskussionen in Italien und könnte gar zum prominenten Wahlkampfthema aufrücken. Der Premierkandidat der Mitte-links-Formation "Demokratische Partei" (PD), Walter Veltroni, forderte scharfe Strafen für Pädophile, meinte jedoch, dass die chemische Kastration mit Italiens rechtlicher Kultur unvereinbar sei.

Chemische Kastration reversibel

Vincenzo Mastronardi, Professor für Kriminologie an der römischen Universität "La Sapienza", unterstrich die Notwendigkeit, Pädophile nicht alleinzulassen, sondern sie zu behandeln. "Genau wie bei Drogensüchtigen gibt es einen hohen Prozentsatz von Besserung, wenn die Person sich freiwillig zu einer Behandlung entschließt", so Mastronardi. Bei der medikamentösen Form der Kastration werden die männlichen Sexualhormone blockiert oder ihre Produktion unterdrückt. Die Behandlung ist in der Regel reversibel.

Nach offiziellen Angaben gibt es in Italien etwa 21.000 Pädophile, täglich würden zwei Kinder Opfer von sexuellem Missbrauch. Im Internet seien 50.000 pornografische Web-Seiten mit Kindern entdeckt worden. Psychologen forderten italienische Eltern auf, ihren Kindern die Gefahr bewusst zu machen, in die sie geraten können.

(APA)

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8 Kommentare
Gast: Ärger
20.02.2008 16:15
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Nachdenken über ein Dunkelfeld der Gesellschaft

Im Interesse der Kinder könnt man auch wieder die Lynchjustiz zulassen und die Todesstrafe einführen. Bitte mehr auf die Ergebnisse der Wissenschaft achten bei diesem Thema. Den potentiell Geschädigten ist am besten durch Prävention geholfen. Besere Aufklärung muss an erster Stelle stehen, die Angebote nach dem Vorbild der Berliner Charite sollten ausgeweitet werden. Die bereits Inhaftierten müssen sich noch vor einer Entlassung einer Therapie stellen. Das hat natürlich nur Sinn bei denjenigen, die therapierbar (willens) sind. Strukturierte Pädophile sind nur eingeschränkt bzw. gar nicht therapierbar. Im Interesse der Kinder sollte die Kostenfrage etwas in den Hintergrund treten. Wenn die Hilfsangebote für geschädigte Kinder nicht ausreichend sind, dann ist die Politik gefragt, warum sie nicht umfasende Hilfe anbietet. Opferanwälte allein reichen nicht aus.

paramenes
20.02.2008 10:23
0 0

so einfach kann die welt sein

schwarz - weiß, himmel - hölle, gut - böse, links - rechts!

warum können nicht alle menschen so kindlich naiv gestrickt sein?

keyplayer
19.02.2008 18:40
0 0

manche machen das freiwillig

Propetia hemmt die Produktion der Sexualhormone und läßt dafür Haare sprießen...

gut die Haut wird schwammiger, man(n) nimmt zu und die Lust wird weniger...

aber dafür hat man Haare - alles eine Frage der Priorisierung

Gladius
19.02.2008 17:24
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Kastration ist Unmenschlich!

Besser wäre einsperren bis sie verroten. Sonst haben die schweren Jungs im Knast nichts mehr zum "spielen" wenn ihnen fad ist.

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Täglich eine Pille?

Wie funktioniert diese "Hormonbehandlung"? Nimmt der "Täter" jeden Tag eine Pille? Wenn er wieder mal will, lässt er die Pille weg?

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warum nur chemisch ?

wenn schon denn schon

Gast: miqui
19.02.2008 14:00
0 0

und die opfer?

"die Notwendigkeit, Pädophile nicht alleinzulassen, sondern sie zu behandeln"

Ach ja, und die Opfer können natürlich allein gelassen werden?! Die Steuerzahler kommen also für die chem. Therapie, Psychotherapie, oder sonstwas der Pädophilen auf, aber die Opfer können sie selber zahlen?

super...

Horst
19.02.2008 13:04
0 0

Im Interesse der Kinder...

...bin ich für eine solche Maßnahme.