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Lhasa abgeriegelt: Vor-olympisches Feuer in Tibet

17.03.2008 | 18:24 |  Von unserer Korrespondentin JUTTA LIETSCH (Die Presse)

Nach den Unruhen in Tibet wurden alle Ausländer angehalten, das Hochland zu verlassen. China vermutet eine Verschwörung.

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Peking. China will die Tibet-Unruhen mit allen Mitteln möglichst schnell vor den Olympischen Spielen niederschlagen, die am 8. August dieses Jahres beginnen. Am Montag wurde Lhasa abgeriegelt. Polizisten durchsuchten Häuser in der Altstadt nach flüchtigen Tibetern. Der Zugang zu Klöstern wurde abgesperrt. Eine Verhaftungswelle hat begonnen. Mit scharfen Worten forderte der tibetische Gouverneur Qiangba Puncong alle Tibeter auf, die an den Ausschreitungen und Demonstrationen der vergangenen Woche teilgenommen hatten, sich bis Montag um Mitternacht freiwillig zu stellen. „Wer schwere Verbrechen begangen hat, wird hart bestraft“, warnte er. Wer sich freiwillig melde, könne „Milde erwarten“. Und wer andere denunziere, werde „noch milder“ behandelt.

Aus „Sicherheitsgründen“ dürfen ausländische Besucher nun nicht nach Lhasa reisen, kündigte der Leiter des tibetischen Außenamtes, Ju Jianhua, an. Touristen, die in ihren Hotels ausgeharrt hatten, und ausländische Mitarbeiter von Hilfsorganisationen wurden zur Abreise aufgefordert. Nach Angaben der Regierung sind inzwischen 16 Menschen Opfer des Konfliktes geworden, Exil-Tibeter sprechen von 80 Toten.


„Ich kann nichts sagen“

Weil sie Angst hatten, dass ihre Telefone abgehört wurden, baten Tibeter: „Fragen Sie bitte nichts, ich kann nichts sagen.“ Mehrere Journalisten ausländischer Medien, die versuchten, in tibetische Gebiete zu reisen, wurden unterwegs im Bus oder Auto abgefangen und zurückgeschickt.

In Peking bestritten hochrangige Politiker, dass die bewaffnete Polizei Schusswaffen gegen die Demonstranten eingesetzt haben. Augenzeugen in Lhasa berichten hingegen, sie hätten gesehen und gehört, dass Uniformierte in den Straßen geschossen haben. Aus anderen tibetischen Orten – im nördlichen Gansu, in Qinghai und dem östlich von Tibet gelegenen Sichuan – drangen ebenfalls Berichte über protestierende Mönche und zum Teil gewaltsame Auseinandersetzungen mit der Polizei. Hunderte tibetische Studenten und Schüler seien auf die Straße gegangen und hätten die Rückkehr des Dalai Lama, der seit 1959 im indischen Exil lebt, gefordert, berichteten Exil-Gruppen.

Chinas Medien beschuldigten „die Dalai-Lama-Clique“ und eine „Verschwörung heimischer und ausländischer Unabhängigkeitskräfte“, hinter der Gewalt in Tibet zu stecken. Der Zeitpunkt sei absichtlich vor Beginn der Olympischen Spiele im Sommer gewählt. Die Zeitungen konzentrieren sich auf Berichte über Chinesen, die bei den Unruhen von Tibetern schwer misshandelt wurden.

APA

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OLYMPIA-BOYKOTTE

Montreal, 1976: 28 afrikanische Teams reisen aus Protest gegen die Apartheid-Politik ab.

Moskau, 1980: Wegen der sowjetischen Invasion Afghanistans nehmen die USA und 64 weitere Staaten nicht an den Sommerspielen teil.

Los Angeles, 1984: Die UdSSR und 14 weitere Nationen sagen als Retourkutsche für Moskau 1980 ihre Teilnahme ab.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.03.2008)

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13 Kommentare
Gustav
18.03.2008 05:59
0 0

http://www.tibet-initiative.de/frames.html?Seite=/Kap1/Kap1-1/Kap1_1-10.html

Erschütternd, was mit diesem Land passiert. Die Weltöffentlichkeit ist bis heute zu feige, den Tibetern zu helfen.
Die Amerikaner bevorzugen es, Bomben auf unbewaffnete Staaten aus der Luft abzuwerfen. Und die EU zeigt sich "besorgt", hält aber von einem Boykott der olympischen Spiele nichts. Die wirtschaftlichen Bande zur superkapitalistischen kommunistischen Volksrepublik China sind eben wichtiger als der Genozid in Tibet.

Man kann nur an die Sportler selbst appellieren, nicht zu den Spielen in Peking zu reisen.

Insider
18.03.2008 00:13
0 0

Vorolympisches Feuer

ist im Zusammenhang mit dieser Brutalität ganz und gar nicht originell. Kaltschnäuzig und niveaulos.

Horst
17.03.2008 20:59
0 0

Kollateralschaden

Die Olympischen Spiele sind in keinster Weise gefährdet, da...

- China zu den größten Sportnationen gehört,
- China im Zuge der Olympischen Spiele riesige Investitionen getätigt hat (auch beim IOC)
- Die Russen als eine weitere maßgebliche MAcht im IOC und auf der Welt die gleichen Probleme hat wie China.
- Die ganze Welt (inkl USA und Europa) auf den Wirtschaftsmotor China speziell in der aktuell angespannten globalen Wirtschaftslage nicht verzichten kann
- und schlußendlich - die Olympischen Spiel ein Riesengeschäft sind.

Es tut uns allen leid liebes Tibet - aber: Ihr werdet wohl unter den Begriff "Kollateralschaden" im Interesse der Allgemeinheit in die Weltgeschichte eingehen.

Gast: Gast
17.03.2008 20:52
0 0

DIE EUROPÄER - auch WIEN - HABEN DIE BÜCHSE DER PANDORA GEÖFFNET!

IST TIBET TEIL DER VR CHINA?

IST DAS KOSOVO eine provinz SERBIENS?

WARUM SIND nun TRUPPEN DER EU grade IM KOSOVO
und warum knickt man gegenüber China ein??

WESWEGEN VERLETZT MAN DAS VÖLKERRECHT?
WESWEGEN DEMÜTIGT MAN grade BELGRAD?

WIE BÜCHSE DER PANDORA WURDE
VON DEN USA
UND DER EU
( AUCH VON WIEN!)
GEÖFFNET!!!

- U N D ......

WELTWEIT GIBT ES CIRKA 200 "LEX kOSOVO"-FÄLLE!

WO IST DER NÄCHSTE BRANDHERD?



Was bezeckt man mit dieser unredlichen strategie??

WILL MAN ALLE DIESE LÄNDER ZERSTÜCKELN UND
" VERHEEREN" ??
WOLLEN DIE USA UND DIE EU
DEM SLOGAN VON" ROM"
teile und herrsche
nacheifern ????????????????????

DENN DASS DIE SERBEN WÜTEND SIND VERSTEHE SOGAR ICH ALS TUMBER MITTELEUROPÄER!

Antworten Gladius
17.03.2008 22:24
0 0

Re: DIE EUROPÄER - auch WIEN - HABEN DIE BÜCHSE DER PANDORA GEÖFFNET!

LOL! Teile und herrsche heisst nicht das man ein Land "zerteilt" sondern das man teile seiner Macht abgibt um unterstützer für seine Herrschaft zu haben.

Ausserdem Tibert wurde 1949 von China überfallen und der Volksrep. eingeliedert. Der Kosovo war mal politisch serbisch - ist aber demographisch Albanisch und nachdem die Serben die Albaner dort unterdrückt haben, haben diese ihre Demographische größe im Kosovo genutzt um Unabhängig zu werden. China will so einer entwicklung eh entgegen wirken in dem es massen weise Han-Chinesen in Tibet ansiedelt.

Antworten Antworten Gast: GastII
18.03.2008 07:31
0 0

Re: Re: DIE EUROPÄER - auch WIEN - HABEN DIE BÜCHSE DER PANDORA GEÖFFNET!

TEILE UND HERRSCHE

Divide et impera

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Teile und herrsche)

Dieser Artikel erläutert den historischen Ursprung von Teile und Herrsche.

Unter Teile und herrsche (Informatik) findet man ein wichtiges Grundprinzip der Algorithmik in der Informatik.

divide et impera (lat. für Teile und herrsche)
ist eine Redewendung und steht für das Prinzip,
unter Gegnern Zwietracht und Uneinigkeit zu säen,
um so in der Machtausübung ungestört zu bleiben.

Es ist angeblich ein Ausspruch des französischen Königs Ludwigs XI. (diviser pour régner),
die lateinische Version geht vermutlich auf die Renaissance zurück.
Heinrich Heine schrieb am 12. Januar 1842 aus Paris: »König Philipp hat die Maxime seines mazedonischen Namensgenossen, das "Trenne und herrsche", bis zum schädlichsten Übermaß ausgeübt.«
Der gemeinte Namensgenosse war Philipp II. (359-336 v. Chr.), der den größten Teil des Balkans beherrschte. Die Redewendung

Gast: nonanet
17.03.2008 20:45
0 0

Olympioniken

"Vor-olympisches Feuer...."
ein eher peinlicher Gag!

Gast: gk
17.03.2008 20:32
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Titel ändern!

Wenn dort hinter "verschlossenen Grenzen" mit der Brutalität auf die Menschen losgegangen wird, die man sich vorstellen kann, dann ist die Überschrift dieses Artikels ganz schrecklich grausig.
Als ob Menschenjagd mit einer olypmischen Disziplin verglichen werden würde... Wenn auch unintendiert: Bitte ändern, mir tut's im Magen weh....
gk

Paige
17.03.2008 20:21
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Die olympischen Spiele

sind zu boykottieren, falls China sich nicht sofort aus Tibet zurückzieht!

phuter
17.03.2008 19:19
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Nur so eine Idee....

DIe Chinesen hauen den Amis den Dollar kaputt, die Amis spucken den Chinesen mit Tibet in die Suppe. Irgendwie kommen mir diese Aufstände sehr organisiert und von aussen initiiert vor. Wenngleich ich mich freuen würde, wenn China einmal Tibet aufgeben muss.

Antworten Gast: Zora
20.03.2008 18:50
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Re: Nur so eine Idee....

Leider nicht von außen angezettelt, Schon gar nicht von den Amis.In Tibet ist nichts zu holen, kein Öl, nichts.
"Nur" eine große Weisheitskultur.Das interessiert nicht.
Billigspielzeug und Billigelektronik aus China ist wichtiger.

Antworten Antworten DFAvJ
30.03.2008 18:05
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Re: Re: Nur so eine Idee....

...Zora kann ich nur voll beipflichten...

Antworten Gladius
17.03.2008 22:18
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Re: Nur so eine Idee....

Natürlich ist der Aufstand in China geplant - gegen so eine Diktatur kann man nur vorgrhen wenn man einen Plan hat. Spontane protest kommen in China nicht so weit, wie man ja von den unzähligen Bauern Protesten/Aufständen weiß Der Ort ist vorgegeben und Zeitpunkt ist gut gewählt. Ich glaube nur nicht das ausser Tibetische Kreise eine nennenswerte Rolle spielen.