Knapp zwei Monate nach der Ausrufung der Unabhängigkeit hat der Kosovo nun eine Verfassung. Am 15. Juni soll sie in Kraft treten.
Das kosovarische Parlament erließ die Verfassung in einer feierlichen Sondersitzung am Mittwoch. Es sei ein "besonderer Augenblick bei der Errichtung des kosovarischen Staates", jubelte Präsident Fatmir Sejdiu, der zusammen mit Premier Hashim Thaci der Parlamentssitzung beiwohnte. Er betonte, dass die Verfassung die Rechte aller Bürger des Kosovo sichern und neue Möglichkeiten auch für ausländische Investitionen im Kosovo öffnen würde.
Der Kosovo wird in der Verfassung als "unabhängiger, souveräner, demokratischer, einheitlicher und unveräußerlicher Staat all seiner Bürger" definiert. "Der Kosovo erhebt weder Gebietsansprüche auf irgendeinen Staat oder Staatsteil noch wird er eine Vereinigung mit irgendeinem Staat oder Staatsteil fordern", heißt es im ersten Kapitel in Anspielung auf die Furcht vor einem "Großalbanien".
Die Verfassung schreibt den Kosovo außerdem als säkulären Staat und multiethnische Gesellschaft fest.
Wie bisher sollen im 120-Sitze-Parlament 20 Mandate für die ethnischen Minderheiten reserviert sein, darunter zehn für die serbische Volksgruppe. Der Sondersitzung zur Verabschiedung der Verfassung bleiben die serbischen Abgeordneten übrigens fern.
Die Verfassungskommission hatte sich bei der Ausarbeitung nach eigenen Angaben auch von den "Gründervätern" der USA inspirieren lassen, unter anderem von den Grundsätzen wie Freiheit, Leben und Streben nach Glück.
(APA/Red.)



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